Festplattenverschlüsselung: Truecrypt-Entwickler verweigern Weiternutzung

Auch nach der aktuellen Mitteilung eines Truecrypt-Entwicklers(öffnet im neuen Fenster) bleibt das überraschende Ende der Festplattenverschlüsselung ein Rätsel. Der unbekannte Entwickler erteilte einem Fork des Quellcodes abermals eine Absage. Es sei besser, ihn vollkommen neu zu schreiben, heißt es in einer E-Mail an den Krypto-Experten Matthew Green. Die Entwickler hätten dies selbst in Erwägung gezogen.
Green hatte in einer E-Mail vorgeschlagen, zumindest Teile des Codes unter eine akzeptierte freie Lizenz zu stellen. Da Truecrypt weiterhin sehr populär sei und eine plattformübergreifende Festplattenverschlüsselung mit diesem Funktionsumfang nicht angeboten werde, würde es ohnehin Abspaltungen geben, argumentierte Green. Er appellierte an die Entwickler, einen offiziellen Fork zuzulassen, um unseriöse Kopien zu vermeiden. Der Code könne weiterhin nur als Referenz verwendet werden, lautete die Antwort jedoch wiederum.
Damit dürfte auch das Projekt des deutschen Unternehmens Sirrix Probleme bekommen. Dessen Entwickler wollten eine quelloffene Version ihrer auf Truecrypt basierenden Festplattenverschlüsselung Trusteddisk unter dem Namen Trusteddisk OSS veröffentlichen. Dabei wollten die Entwickler zumindest Teile des Truecrypt-Codes verwenden. Der steht jedoch weiterhin unter einer Lizenz, die nie vom Open Source Institute OSI anerkannt wurde. Die Truecrypt-Lizenz enthält unter anderem Hinweise auf Trademarks, etwa für die Namensgebung.
Zweiter Audit läuft wie geplant
Der Krypto-Experte Matthew Green, der im vergangenen Jahr Geld für eine unabhängige Untersuchung des Truecrypt-Quellcodes gesammelte hatte, plant trotz der Einstellung des Projekts den zweiten Teil des Audits. Die erste Überprüfung hatte keine Unregelmäßigkeiten offengelegt . Green hatte gemahnt, einen möglichen Fork der Software erst nach der zweiten Überprüfung zu erwägen.
Green hatte mit dem gesammelten Geld unter anderem das Open Crypto Audit Project (OCAP) gegründet, das sich um die Überprüfung des Quellcodes kümmert. OCAP hat vor wenigen Tagen ein Repository auf Github(öffnet im neuen Fenster) eingerichtet, in dem sowohl der Quellcode als auch signierte Binärversionen von Truecrypt zur Verfügung stehen.



