Abo
  • Services:

Der Sprengstoff sprengt ein bisschen zu gut

Der Sprengstoff hat ein offensichtliches Problem: Die Substanz ist zwar mit Sicherheit geeignet, das Ziel der schnellen Zerstörung von Festplatten zu erreichen - bei den anderen Parametern könnte es allerdings leicht zu Problemen kommen. Wie kann sichergestellt werden, dass keine umliegenden Personen zu Schaden kommen oder die gesamte Halle in die Luft fliegt?

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Renningen
  2. brandung GmbH & Co. KG, Berlin-Kreuzberg

Dabei soll der sogenannte Munroe-Effekt helfen. Dazu wird der Sprengstoff in eine speziell präparierte Kapsel eingefüllt, die aber nicht plan mit dem zu sprengenden Gegenstand abschließt, sondern eine Öffnung in der Mitte enthält, die zum Beispiel die Form eines Trapezes hat.

Zusätzlich kann ein metallischer Gegenstand verbaut werden, der durch die Hitze schmilzt und durch die Öffnung in der Sprengvorrichtung gezielt auf den zu sprengenden Gegenstand ausgerichtet wird und diesen als flüssige Metallkugel durchdringt. Das Verfahren wird auch als Shaped Charge, deutsch Hohlladung, bezeichnet.

Sprengvorrichtung aus dem 3D-Drucker

Die notwendige Kapsel für den Sprengstoff hat Brooks mit einem herkömmlichen 3D-Drucker aus PLA hergestellt. In mehreren Videos demonstriert er die Sprengkraft - und die Probleme mit der weit ausufernden Explosion, selbst wenn nur 60 Gramm des explosiven Materials verwendet werden. Außerdem testete er verschiedene Ausrichtungen der Munroe-Aussparungen. In verschiedenen Videos zeigt Brooks die verheerende Sprengwirkung der Ladungen.

Sollte das Verfahren im Rechenzentrum wirklich eingesetzt werden, müsste also ein Insulator her. Ein Stoff also, der einerseits zugleich weich und schnell verfügbar ist, andererseits aber eine Explosion abdämpfen kann. "Ein Freund bei den Marines hat mir mal erzählt, dass sie Explosionen an Türschlössern mit Rasierschaum abdämpfen. Ich dachte, die verarschen mich - wollte es aber trotzdem ausprobieren."

Und tatsächlich: Im Experiment funktionierte das Verfahren. Die zu sprengende Festplatte wird dazu in einen mit Rasierschaum gefüllten Pappkarton gelegt, später mit einem Racksimulator aus Metall in einen mit Rasierschaum gefüllten Sack aus Kunststoffgewebe.

Mehr Sprengwirkung durch Ölquellen-Perforatoren

Mit deutlich mehr Sprengstoff hatte die Explosion deutlich weniger Einfluss auf die Umgebung als vorher. Statt 60 Gramm kamen 100 Gramm des Felix-Materials zum Einsatz. Der Rasierschaum müsste im Rechenzentrum nicht die gesamte Zeit aktiv sein, sondern könnte bei Bedarf schnell in die Racks geleitet werden. Die Scheiben der Festplatten waren nach dem Versuch an verschiedenen Stellen auseinandergerissen, außerdem waren die einzelnen Lagen miteinander zu einem massiven Metallblock verschmolzen. Da dürfte für die Forensiker nicht viel übrig bleiben.

Um die Wirkung der Sprengung noch besser auf ein Ziel zu richten und damit gezielteren Schaden anzurichten, greift Brooks zudem auf Equipment aus der Ölindustrie zurück. Wenn neue Ölquellen erschlossen werden, werden die Rohre zum Abpumpen geschlossen verlegt, damit noch kein Öl an die Oberfläche dringt. Erst unmittelbar vor Aktivierung der Quelle wird eine kleine Kapsel mit kleiner Sprengladung durch das Rohr nach unten geschossen, um das Endrohr zu perforieren. Die entsprechenden Metallkapseln richtete Brooks auf die zu zerstörenden Festplatten aus.

 Der Klassiker Thermit enttäuschtSpaß mit Elektronik 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 3,82€
  2. 299€
  3. 499€ + Versand

ChriDDel 02. Nov 2017

oder im richtigen Moment mit einem DeLorean an einer Turmuhr vorbeifahren....

ChriDDel 02. Nov 2017

Das ist ein Trugschluss. Das reicht nicht. Selbst Industriemagneten mit denen...

Dieser Name... 10. Jun 2017

Die meisten Rechenzentren sind zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung aus Beton...

Dieser Name... 10. Jun 2017

Man baut Teslaspulen auf jedem Server auf. Die strahlen in allen Wellenlängen und sind...

jms 10. Jun 2017

wieso erhöht sauerstoff drastisch die reibung in festplatten?


Folgen Sie uns
       


Alstom E-Bus Prototyp in Berlin - Bericht

Der Alstom Aptis kann mit beiden Achsen lenken und ist deshalb besonders wendig. Wir sind in Berlin eine Runde mit dem Elektrobus gefahren.

Alstom E-Bus Prototyp in Berlin - Bericht Video aufrufen
Ancestors Legacy angespielt: Mittelalter für Echtzeit-Strategen
Ancestors Legacy angespielt
Mittelalter für Echtzeit-Strategen

Historisch mehr oder weniger akkurate Spiele sind angesagt, nach Assassin's Creed Origins und Kingdom Come Deliverance will nun auch Ancestors Legacy mit Geschichte punkten. Golem.de hat eine Beta des im Mittelalter angesiedelten Strategiespiels ausprobiert.

  1. Into the Breach im Test Strategiespaß im Quadrat

NUC8i7HVK (Hades Canyon) im Test: Intels Monster-Mini mit Radeon-Grafikeinheit
NUC8i7HVK (Hades Canyon) im Test
Intels Monster-Mini mit Radeon-Grafikeinheit

Unter dem leuchtenden Schädel steckt der bisher schnellste NUC: Der buchgroße Hades Canyon kombiniert einen Intel-Quadcore mit AMDs Vega-GPU und strotzt förmlich vor Anschlüssen. Obendrein ist er recht leise und eignet sich für VR - selten hat uns ein System so gut gefallen.
Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Crimson Canyon Intel plant weiteren Mini-PC mit Radeon-Grafik
  2. NUC7CJYS und NUC7PJYH Intel bringt Atom-betriebene Mini-PCs
  3. NUC8 Intels Mini-PC hat mächtig viel Leistung

Mobilfunk: Was 5G im Bereich Security bringt
Mobilfunk
Was 5G im Bereich Security bringt

In 5G-Netzwerken werden Sim-Karten für einige Anwendungsbereiche optional, das Roaming wird für Netzbetreiber nachvollziehbarer und sicherer. Außerdem verschwinden die alten Signalisierungsprotokolle. Golem.de hat mit einem Experten über Sicherheitsmaßnahmen im kommenden 5G-Netzwerk gesprochen.
Von Hauke Gierow

  1. IMSI Privacy 5G macht IMSI-Catcher wertlos
  2. DAB+ Radiosender hoffen auf 5G als Übertragungsweg
  3. Netzbetreiber 5G kommt endlich in die Umsetzungsphase

    •  /