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Eine Festplatte kurz vor ihrem Ableben
Eine Festplatte kurz vor ihrem Ableben (Bild: Amada44/Wikimedia Commons/CC-BY-SA 4.0)

Der Sprengstoff sprengt ein bisschen zu gut

Der Sprengstoff hat ein offensichtliches Problem: Die Substanz ist zwar mit Sicherheit geeignet, das Ziel der schnellen Zerstörung von Festplatten zu erreichen - bei den anderen Parametern könnte es allerdings leicht zu Problemen kommen. Wie kann sichergestellt werden, dass keine umliegenden Personen zu Schaden kommen oder die gesamte Halle in die Luft fliegt?

Dabei soll der sogenannte Munroe-Effekt helfen. Dazu wird der Sprengstoff in eine speziell präparierte Kapsel eingefüllt, die aber nicht plan mit dem zu sprengenden Gegenstand abschließt, sondern eine Öffnung in der Mitte enthält, die zum Beispiel die Form eines Trapezes hat.

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Zusätzlich kann ein metallischer Gegenstand verbaut werden, der durch die Hitze schmilzt und durch die Öffnung in der Sprengvorrichtung gezielt auf den zu sprengenden Gegenstand ausgerichtet wird und diesen als flüssige Metallkugel durchdringt. Das Verfahren wird auch als Shaped Charge, deutsch Hohlladung, bezeichnet.

Sprengvorrichtung aus dem 3D-Drucker

Die notwendige Kapsel für den Sprengstoff hat Brooks mit einem herkömmlichen 3D-Drucker aus PLA hergestellt. In mehreren Videos demonstriert er die Sprengkraft - und die Probleme mit der weit ausufernden Explosion, selbst wenn nur 60 Gramm des explosiven Materials verwendet werden. Außerdem testete er verschiedene Ausrichtungen der Munroe-Aussparungen. In verschiedenen Videos zeigt Brooks die verheerende Sprengwirkung der Ladungen.

Sollte das Verfahren im Rechenzentrum wirklich eingesetzt werden, müsste also ein Insulator her. Ein Stoff also, der einerseits zugleich weich und schnell verfügbar ist, andererseits aber eine Explosion abdämpfen kann. "Ein Freund bei den Marines hat mir mal erzählt, dass sie Explosionen an Türschlössern mit Rasierschaum abdämpfen. Ich dachte, die verarschen mich - wollte es aber trotzdem ausprobieren."

Und tatsächlich: Im Experiment funktionierte das Verfahren. Die zu sprengende Festplatte wird dazu in einen mit Rasierschaum gefüllten Pappkarton gelegt, später mit einem Racksimulator aus Metall in einen mit Rasierschaum gefüllten Sack aus Kunststoffgewebe.

Mehr Sprengwirkung durch Ölquellen-Perforatoren

Mit deutlich mehr Sprengstoff hatte die Explosion deutlich weniger Einfluss auf die Umgebung als vorher. Statt 60 Gramm kamen 100 Gramm des Felix-Materials zum Einsatz. Der Rasierschaum müsste im Rechenzentrum nicht die gesamte Zeit aktiv sein, sondern könnte bei Bedarf schnell in die Racks geleitet werden. Die Scheiben der Festplatten waren nach dem Versuch an verschiedenen Stellen auseinandergerissen, außerdem waren die einzelnen Lagen miteinander zu einem massiven Metallblock verschmolzen. Da dürfte für die Forensiker nicht viel übrig bleiben.

Um die Wirkung der Sprengung noch besser auf ein Ziel zu richten und damit gezielteren Schaden anzurichten, greift Brooks zudem auf Equipment aus der Ölindustrie zurück. Wenn neue Ölquellen erschlossen werden, werden die Rohre zum Abpumpen geschlossen verlegt, damit noch kein Öl an die Oberfläche dringt. Erst unmittelbar vor Aktivierung der Quelle wird eine kleine Kapsel mit kleiner Sprengladung durch das Rohr nach unten geschossen, um das Endrohr zu perforieren. Die entsprechenden Metallkapseln richtete Brooks auf die zu zerstörenden Festplatten aus.

 Der Klassiker Thermit enttäuschtSpaß mit Elektronik 

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x2k 13. Apr 2017

Klar die scheiben sind aus Aluminium und mit einer magnetischen Schicht bedampft...

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superdachs 13. Apr 2017

Man kann allerdings nur Beweise vernichten die Beweise sind. Da sich auf den...

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superdachs 13. Apr 2017

Naja sie haben dann aber nichts zum Auswerten. Außerdem wäre es mir eine große Genugtuung...

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superdachs 13. Apr 2017

So eine ähnliche Lösung hatte ich mir auch schon mal überlegt. Am besten direkt in die...

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l0nix 11. Apr 2017

Reicht solange die Verschlüsselung nicht gebrochen ist bzw. die Rechnerleistung so Stark...

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