Abo
  • Services:
Anzeige
Die Platine einer Festplatte kann für schwer entdeckbare Angriffe verwendet werden.
Die Platine einer Festplatte kann für schwer entdeckbare Angriffe verwendet werden. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Festplatten Daten per HDD-Firmware-Hack auf dem Weg zum Host verändern

Der Hacker Sprite_tm hat sich Festplatten und deren Aufbau genauer angesehen. Da diese Zugriffe von außen auf die Embedded-Hardware erlauben, können Angreifer eine Firmware entwickeln, die Daten auf dem Weg von den Plattern zu dem Controller verändert.

Anzeige

Festplatten eignen sich wegen mangelnder Sicherungsmaßnahmen für Angriffe auf Anwender, wie der Hacker Sprite_tm nun dokumentiert. Die Erkenntnisse seines OHM-Vortrags hat er bebildert online auf spritemods.com gestellt. Für seinen Hack hat sich Sprite_tm verschiedene Komponenten als Angriffsziel angeschaut. Allerdings nicht die Orte, auf denen in der Festplatte die Daten lagern.

Spindel, Motor, Platter und Köpfe interessierten ihn nicht, sondern die Platine. Auf ihr befinden sich in der Regel mehrere interessante Bausteine, etwa die wohldokumentierten Komponenten Arbeitsspeicher und der Flashchip. Zum Motor-Controller und dem eigentlichen Festplatten-Controller finden sich hingegen nur selten Beschreibungen. Letzterer ist gerade bei Festplatten nicht besonders auffällig dokumentiert. Bei SSDs hingegen hat der Controller vom Marketing her schon so viel Aufmerksamkeit, dass der Hersteller allgemein bekannt ist und auch, dass dort etwa ARM-Kerne ihre Arbeit verrichten.

Western-Digital-Platten mit 3-Kern-Prozessor

Bei seinen Recherchen stellte Sprite_tm fest, dass zumindest die Western-Digital-Festplatten mit einem ARM-Prozessor arbeiten und außerdem per JTAG angesprochen werden können. Selbst eine serieller Leitung ist vorhanden, was das Debugging erleichtert. An einer neueren Festplatte mit 2 TByte von Western Digital erkannte er, dass diese Festplatte einen Drei-Kern-Prozessor besitzt, zwei ARM9-Kerne sowie einen Cortex M3. Letzterer tut offenbar nichts, denn Sprite_tm konnte den Kern ohne negative Auswirkungen ab- und wieder anschalten.

Die Arbeit einer Festplatte ist aufgeteilt. Der erste Kern kümmert sich um die Durchleitung der Daten zu den mechanischen Komponenten. Kern 2 ist für die SATA-Schnittstelle, den Cache sowie die LBA-zu-CHS-Übersetzung zuständig. Genau dieser Kern ist nun sein Angriffsziel gewesen, da die Daten in beiden Richtungen immer über den Cache laufen.

Um den Cache besser zu verstehen, hat er für das Reverse Engineering einen Dump der Daten erstellt und die Firmware disassembliert. Ihm gelang es so die Firmware zu verstehen und Code zu integrieren, der den Datenverkehr beobachten, aber auch modifizieren kann. Das ist praktisch, etwa um an einen Zugang zu einem Server heranzukommen. Unter Linux war das jedoch nicht so einfach, da das System die Passwortdatei zwischenspeichert. Erst nach einer größeren Diskaktivität wird das Betriebssystem gezwungen, die Passwortdatei wieder von der Festplatte zu holen. Die wurde dann allerdings, während des Lesens, durch die modifizierte Firmware verändert.

Modifizierte Firmware könnte Klonversuche erkennen

Neben Angriffen sieht Sprite_tm auch Verteidigungsmechanismen durch modifizierte Firmware. Schließlich arbeitet die Firmware auf einem leistungsfähigem Prozessor, dem viel Arbeitsspeicher zur Verfügung steht. Über die Firmware könnten beispielsweise Clon-Versuche entdeckt werden. Im Falle von langen sequentiellen Zugriffen würden die Daten während des Abrufs verändert. Bei normalen, eher zufälligen Zugriffen durch das Betriebssystem wird die Firmware hingegen nicht aktiv.

Große angelegte Angriffe über Festplattenhacks erwartet der Hacker Sprite_tm nicht. Aufgrund der fehlenden Dokumentation sind Angriffe recht schwer. Es ist wohl einfacher, die nächste Zero-Day-Lücke für Angriffe einzusetzen, als jede einzelne Firmware von verschiedenen Festplatten zu analysieren und ausnutzbar zu machen. Er sieht in dem Angriff trotzdem viel Potenzial. Kaputte Festplatten gibt es genug und sind leicht zu bekommen. So kann der Hardware-Hacker ein leistungsfähiges Embedded-System für andere Zwecke einsetzen.


eye home zur Startseite
0xDEADC0DE 05. Aug 2013

Sagt wer?

Anonymer Nutzer 05. Aug 2013

Damit wird wohl die Firmware der Festplatte gemeint sein. Damit wird wohl /etc/passwd (o...

Malocchio 05. Aug 2013

Ja, das ist ziemlich genial. Die denken, die Zufallsdaten könnten sie irgendwann knacken...

Malocchio 05. Aug 2013

Och, lass doch mal das ockhamsche Rasiermesser stecken. Seine Erklärung ist doch viel...

Casandro 04. Aug 2013

Naja, dafür muss man aber erst mal JTAG anschließen. Wenn man eine Leiterbahn davon...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Bundeskartellamt, Bonn
  2. Continental AG, Eschborn, Regensburg
  3. ADWEKO Consulting GmbH, Stuttgart
  4. Lufthansa Technik AG, Hamburg


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Gigabyte GTX 1060 Windforce OC 3G 199,90€, GTX 1060 6G 299,00€)
  2. (u. a. Core i7-7700K 299,00€, Asus Strix Z270F Gaming 159,90€)

Folgen Sie uns
       


  1. Umweltbundesamt

    Software-Updates für Diesel reichen nicht

  2. Acer Nitro 5 Spin

    Auf dem Gaming-Convertible spielen und zeichnen

  3. Galaxy Note 8 im Hands on

    Auch das Galaxy Note sieht jetzt doppelt - für 1.000 Euro

  4. Microsoft

    Git-Umzug von Windows-Team abgeschlossen

  5. Play Store

    Google entfernt 500 Android-Apps mit 100 Millionen Downloads

  6. DreamHost

    US-Regierung will nun doch keine Daten von Trump-Gegnern

  7. Project Brainwave

    Microsoft beschleunigt KI-Technik mit Cloud-FPGAs

  8. Microsoft

    Im Windows Store gibt es viele illegale Streaming-Apps

  9. Alpha-One

    Lamborghini-Smartphone für über 2.000 Euro vorgestellt

  10. Wireless-AC 9560

    Intel packt WLAN in den Prozessor



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Schifffahrt: Yara Birkeland wird der erste autonome E-Frachter
Schifffahrt
Yara Birkeland wird der erste autonome E-Frachter
  1. Sea Bubbles Tragflächen-Elektroboote kommen nach Paris
  2. Honolulu Strafe für Handynutzung auf der Straße
  3. Yara Birkeland Autonomes Containerschiff soll elektrisch fahren

Nach Anschlag in Charlottesville: Nazis raus - aber nur aus PR-Gründen
Nach Anschlag in Charlottesville
Nazis raus - aber nur aus PR-Gründen
  1. Bundesinnenministerium Neues Online-Bürgerportal kostet 500 Millionen Euro
  2. EU-Transparenz EuGH bekräftigt nachträglichen Zugang zu Gerichtsakten
  3. Rücknahmepflicht Elektronikschrott wird kaum zurückgegeben

Radeon RX Vega 64 im Test: Schnell und durstig mit Potenzial
Radeon RX Vega 64 im Test
Schnell und durstig mit Potenzial
  1. Vega 64 Strix ausprobiert Asus' Radeon macht fast alles besser
  2. Radeon RX Vega Mining-Treiber steigert MH/s deutlich
  3. Radeon RX Vega 56 im Test AMD positioniert sich in der Mitte

  1. Re: Ich habe einen Ping von 8ms zu Google

    Kleba | 17:47

  2. Backup?

    teenriot* | 17:45

  3. Re: Der hat !!Killer!! im Namen, den muss ich...

    Arsenal | 17:43

  4. Kann das nicht auch strategie sein?

    teleborian | 17:43

  5. Qi kompatibel?

    McWiesel | 17:42


  1. 17:51

  2. 17:08

  3. 17:00

  4. 16:55

  5. 16:38

  6. 16:08

  7. 15:54

  8. 14:51


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel