Festplatte verschlüsseln: So langsam ist Bitlocker in Windows 11

Windows 11 Pro integriert wie der auf Windows 10 basierende Vorgänger eine Softwareverschlüsselung mittels Bitlocker. Dabei werden Daten auf einem ausgewählten Laufwerk gesichert. Das Problem: Bei einer Softwareverschlüsselung müssen zusätzliche CPU-Ressoucen aufgewendet werden. Laut Tests des Magazins Tom's Hardware(öffnet im neuen Fenster) sind mittels Bitlocker verschlüsselte SSDs zudem wohl merklich langsamer – im Schnitt um etwa 18,6 Prozent.
Das Magazin stellte dazu drei Verfahren gegenüber: Softwareverschlüsselung mittels Bitlocker, Hardwareverschlüsselung über Opal und unverschlüsselte Leistung. Dabei wird auch kritisiert, dass Microsoft Bitlocker bei einigen vorinstallierten OEM-Lizenzen, beispielsweise auf Notebooks oder Workstations, automatisch aktiviert. Selbst zusammengebaute Computer oder kleinere OEMs sind davon oft nicht betroffen.
Unterschiede bei der Datenrate
Das Testmuster für die Benchmarks ist eine Samsung 990 Pro mit 4 TByte Kapazität. Dabei handelt es sich um eine NVMe-SSD mit Opal-Unterstützung für Verschlüsselung direkt auf dem Laufwerk. In PCMark 10 Storage erreicht die SSD mit Opal-Sicherung 620,3 Mbyte/s Transferrate. Unverschlüsselt sind 607,2 Mbyte/s möglich. Während diese beiden Werte innerhalb einer Messtoleranz praktisch gleich sind, fällt der Bitlocker-Test mit 490,6 Mbyte/s merklich geringer aus. Auch steigt die Latenz von 42 (Opal) und 43 (unverschlüsselt) Mikrosekunden auf 53 Mikrosekunden.
Bitlocker funktioniert immer
Auch im Crystaldiskmark, den auch Golem.de gern für Transferraten-Benchmarks verwendet, sieht Toms Hardware ein ähnliches Ergebnis. Unverschlüsselt und der Opal-Test liegen bei 24.706 und 24.620 IOPS, während Bitlocker auf 19.603 IOPS kommt. Im Diskbench-Test, bei dem eine 50-GByte-Datei kopiert wird, sind es 1.647 Mbyte/s unverschlüsselt, 1.619 Mbyte/s Opal-verschlüsselt und 1.435 MByte/s Bitlocker-verschlüsselt.
Microsoft bietet die Option an, Bitlocker über die Windows-11-Systemeinstellungen für jedes Laufwerk zu aktivieren und zu deaktivieren. Das ist ein Vorteil der Softwareverschlüsselung: Sie kann relativ einfach angewandt werden. Wollen Kunden etwa die Hardwareverschlüsselung mittels Opal nutzen, dann sollte das Laufwerk diese Technik unterstützen, und das OS muss komplett neu installiert werden. Dafür sind die Performance-Nachteile wesentlich geringer bis gar nicht merkbar.



