Festnetzersatz: Deutsche Telekom sagt Fixed Wireless Access erst einmal ab

FWA sollte rund 1 GBit/s an ein Viertel aller Haushalte in Deutschland liefern. Doch laut Telekom gibt es zu viele Probleme mit der Technologie.

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Telekom hatte große Pläne mit FWA.
Telekom hatte große Pläne mit FWA. (Bild: Deutsche Telekom/ Screenshot: Golem.de)

Die Deutsche Telekom hat sich dazu geäußert, warum ihr zuvor breit angekündigtes Projekt für Fixed Wireless Access (FWA) nicht umgesetzt wird. "Wir haben Fixed Wireless Access ausführlich getestet, aber von einer Markteinführung vorerst abgesehen. Die Projektergebnisse haben unseren Qualitätsanforderungen noch nicht entsprochen", sagte Telekom-Sprecherin Anne Geelen Golem.de auf Anfrage. FWA bleibe aber ein spannendes Thema.

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Dabei hatte der Konzern für FWA oder WTTx große Pläne: Fast ein Viertel der Haushalte in Deutschland sollte so Zugang zu Gigabit-Geschwindigkeiten erhalten, erklärte die Telekom im Mai 2018.

Fixed Wireless Access (FWA) bedeutet, dass das Mobilfunksignal über eine Antenne auf dem Dach oder am Fenster ins Haus gebracht wird, von wo Ethernet-Kabel und Wi-Fi die Versorgung bieten. Auf der Nutzerseite besteht die FWA-Technologie aus einem Empfangsgerät, einem handelsüblichen DSL-Router und einem WLAN-Zugangspunkt. Gearbeitet wird im Bereich 26 oder 60 GHz.

Die Telekom führte verschiedene Versuche mit 5G im Fixed-Wireless-Einsatz durch. Das sagte Arash Ashouriha, Senior Vice President Technology Innovation, im Februar 2018 im Gespräch mit Golem.de. "Fixed Wireless ist eine großartige Brückentechnologie dort, wo sich Glasfaser ökonomisch nicht lohnt." Im Jahr 2019 sollte es erste Einsätze von 5G-Fixed-Wireless geben. Mit Fixed Wireless sind Anbindungen bis zu 1 GBit/s bereits über LTE möglich.

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Claudia Nemat, Vorstand Technologie und Innovation bei der Telekom, sagte am 26. Februar 2018 auf dem Mobile World Congress in Barcelona: "Wir setzen 5G für drei Bereiche ein: als Fixed Wireless Access für Leute, die ihren Garten nicht umgraben lassen wollen, für Industrieapplikationen und für mehr Kapazität." Die Technik für Fixed Wireless Access kommt laut Nemat von Huawei und Samsung. Das erste große 5G-Testfeld sollte in Deutschland noch in diesem Jahr verfügbar sein, erklärte Nemat damals. Im Jahr 2020 werde das Netz voll im Einsatz sein.

Telekom Fixed Wireless in Bonn und Berlin

Die Telekom testet WTTH (Wireless to the Home) in Bonn. Der Feldtest lief im Talweg in Bonn.

Telekom-Netzökonom Gorden Witzel sagte: "Und zwar wird da ein Glasfaserkabel oben an den Kopf der Laterne gebracht." Dort werde ein Access Point installiert, der über Funk die Verbindung zum Kunden herstellt. Der Kunde braucht dafür eine Außenantenne am Fenster. Diese Technologie funktioniert im 60-GHz-Bereich, in einem Frequenzband mit vier Kanälen mit jeweils zwei GHz Frequenzbandbreite. Dem Kunden könnten damit Gigabit-Datenraten geboten werden, die sich aber auf Uplink und Downlink aufteilen.

Die Technologie auf dem hohen Frequenzbereich habe aber eine geringe Reichweite und sei bei starkem Regen störanfällig. "Eine Antenne kann im Moment bis zu 16 und später bis zu 30 Kunden versorgen", erklärte Witzel. Die Kundenantenne lasse sich mit einem Ethernet-Flachbandkabel durch das Gummi des Fensters mit einem handelsüblichen Telekom-Router des Kunden verbinden. Die Kundenantenne benötigt ständigen Sichtkontakt. Die Technik für den Feldtest in Bonn stammt von dem finnischen Telekommunikationsausrüster Nokia.

In Berlin errichtete die Telekom ein drahtloses Multi-Node-System, um Gigabit in die Haushalte zu bringen. Die Telekom nannte dies Virtual Fiber und wollte es auch in Ungarn ausprobieren.

Facebook hatte im April 2016 auf seiner F8-Konferenz mit Terragraph und Aries zwei neue Systeme vorgestellt. Terragraph ist ein Funksystem für dicht besiedelte Städte. Aries hieß Facebooks Machbarkeitsstudie zur Unterstützung von Funksignalen in Gebieten mit einer geringen Bevölkerungsdichte. Bei Terragraph werden in einem drahtlosen Multi-Node-System viele preisgünstige Wigig-Access-Points entsprechend dem Standard IEEE 802.11ad eingesetzt, auch bekannt als Wireless Display. Dieser funkt im lizenzfreien 60-GHz-Band (Millimeterwellenfunk) und erreicht so deutlich höhere Datenraten als die etablierten WLAN-Standards 802.11ac. Der größte Nachteil von Funkverbindungen mit so hohen Frequenzen ist, dass sie Gegenstände nur sehr schlecht durchdringen können.

Im Rhein-Sieg-Kreis testete die Telekom das Verfahren zum Einsatz von Funk auf der letzten Meile. "Wir haben in Bad Honnef einen Pilotversuch laufen, wo wir die letzte Meile per Funk überwinden. Da bekommt der Kunde eine Außenantenne und über entsprechende Kabel eine Indoorversorgung und dann sind wir gigabitfähig", sagte Walter Goldenits, Technikchef der Telekom Deutschland, im November 2019. Hier gebe es immer neue Möglichkeiten im Mikrowellenbereich. Genutzt würden 26 und 60 GHz, um über kurze Distanzen hohe Bandbreiten zu übermitteln.

"Wir haben das in Bad Honnef ausprobiert, es funktioniert", erklärte Goldenits. Nötig sei aber eine direkte Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger. "Legt man ein Löschblatt dazwischen, geht die Verbindung auf null herunter." Das bedeute einige technische Herausforderungen, die man meistern müsse. Aber es werde Möglichkeiten geben, auch ohne Kabel die letzte Meile zu überwinden. Goldenits: "Wir analysieren gerade dementsprechend und versuchen, ein Produkt zu erstellen, was der Kunde auch nutzen kann."

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TodesBrote 21. Okt 2021 / Themenstart

Auch andere Anwendungen könnten von 60ghz Antennen an Straßenlaternen profitieren. Einige...

M.P. 20. Okt 2021 / Themenstart

In einem kleinen Versuch hat man das schon testen können... Die niedrigen besser...

M.P. 20. Okt 2021 / Themenstart

- Haben die Vallstedter FWA auf 60 GHz genutzt? - Bietet das Netz in Vallstedt jedem...

Knuspermaus 20. Okt 2021 / Themenstart

... Alternative oder LTE mit Richtantenne, funktioniert bei uns gut.

M.P. 19. Okt 2021 / Themenstart

mit fest montierten und akkurat ausgerichteten Antennen - wie soll 5G Mobilfunk im 60 GHz...

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