Festnetz: Weiter viele Ausnahmen von kostenloser Warteschleife

Auch nach der Einführung der neuen Regelungen für kostenlose Warteschleifen am 1. Juni 2013 wird es viele Ausnahmen geben: Bei Festnetznummern oder auch Telefonaten mit Festpreis bleibe das Problem bestehen, kritisiert eine Verbraucherexpertin.

Artikel veröffentlicht am ,
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU)
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) (Bild: Johannes Simon/Getty Images)

Am 1. Juni 2013 endet die Übergangsfrist, ab dann sollen Warteschleifen endgültig kostenlos sein. Das von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) angekündigte Verbot sei "eine Mogelpackung", sagt allerdings Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucherpolitik der Grünen. Sie kritisiert, dass es weiter viele Ausnahmen vom Verbot der kostenpflichtigen Warteschleifen gibt.

Stellenmarkt
  1. Software Developer im Bereich Customer Portals der Abteilung Customer Portals and Services ... (m/w/d)
    Allianz Technology SE, Stuttgart
  2. Helpdesk Support Technician (m/w/d)
    Techtronic Industries ELC GmbH, Winnenden
Detailsuche

"Bei Festnetznummern oder auch Telefonaten mit Festpreis bleibt das Problem" der Abzocke in Warteschleifen bestehen, sagte sie. Noch problematischer seien aber interaktive Bandansagen, bei denen statt Musik ein Computer mit dem Anrufer kommuniziert und dieser sich zum Teil langwierig "durchklicken" müsse, bevor er einen Ansprechpartner ans Telefon bekommt. Hier würden die Verbraucher weiter zur Kasse gebeten.

Maisch sagte: "Nötig ist ein glasklares Verbot kostenpflichtiger Warteschleifen ohne Wenn und Aber. Hier hat Aigner versagt und stattdessen halbgare Regelungen mit unsinnigen Übergangsfristen vorgelegt."

Für telefonische Warteschleifen haben Kunden im Jahr 2011 knapp 150 Millionen Euro ausgeben müssen. Das erklärte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Bärbel Höhn, die ihre Berechnungen auf Branchenzahlen stützt.

Golem Akademie
  1. DP-203 Data Engineering on Microsoft Azure virtueller Vier-Tage-Workshop
    12.-15.09.2022, virtuell
  2. ITIL 4® Foundation: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    27./28.06.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Telefonwarteschleifen sind für Verbraucher in Deutschland trotz gesetzlicher Verschärfungen weiterhin sehr teuer. Nach einer Untersuchung der Grünen-Bundestagsfraktion, über die das Radioprogramm NDR Info im Februar 2013 berichtete, nutzen Unternehmen sogenannte "nachgelagerte telefonische Warteschleifen", um bei Kunden abzukassieren.

Besonders teuer bei den Testanrufen, die die Grünen im Januar und Februar dieses Jahres gemacht haben, war die Warteschleife eines deutschen E-Mail-Dienstleisters. Nach sieben Minuten Wartezeit auf einen persönlichen Berater fielen demnach Kosten in Höhe von neun Euro an.

Die Neuregelung zu Warteschleifen durch eine Novelle des Telekommunikationsgesetzes war bereits im vergangenen Jahr in Kraft getreten, seitdem galt eine Übergangsregelung. Neben den genannten Ausnahmen sind nachgelagerte Warteschleifen bei Anrufen aus dem Mobilfunknetz nun verboten. Die Verbraucher müssen zudem informiert werden, wie lange sie voraussichtlich in der Warteschleife warten müssen. Betreiber, die diesen Vorgaben nicht Folge leisten, können von der Bundesnetzagentur mit Bußgeldern bis zu 100.000 Euro belegt werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


chris92 01. Jun 2013

Mittlerweile ist das doch wenigstens bei vielen Verträgen und auch Prepaid Anbietern...

MochIch 01. Jun 2013

Das Problem ist ja, dass Politiker vom Volk bezahlt werden, aber nach der Pfeife der...

Jochen_0x90h 31. Mai 2013

150 Millionen sind ja lächerlich



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Ebay-Kleinanzeigen
Im Chat mit den Phishing-Betrügern

Wenn man bestimmte Anzeigen in Kleinanzeigenportalen aufgibt, hat man sofort einen Betrüger an der Backe. Die Polizei kann kaum etwas dagegen tun.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

Ebay-Kleinanzeigen: Im Chat mit den Phishing-Betrügern
Artikel
  1. Straftatbestand: Wenn Sexting zur Kinderpornografie wird
    Straftatbestand
    Wenn Sexting zur Kinderpornografie wird

    Der Straftatbestand Kinderpornografie umfasst auch Sexting unter Jugendlichen und betrifft ganze Schülerchats. Offenbar wissen viele gar nicht, wann sie strafbar handeln.

  2. Spyware-Vorwurf: Google entfernt Fairemail aus dem Play Store
    Spyware-Vorwurf
    Google entfernt Fairemail aus dem Play Store

    Google hat die App Fairemail aus dem Play Store entfernt, weil sie angeblich Spyware sei. Der Entwickler beendet das Open-Source-Projekt.

  3. Spotify for Work: Unternehmen können Mitarbeitern Spotify-Abo schenken
    Spotify for Work
    Unternehmen können Mitarbeitern Spotify-Abo schenken

    Für Unternehmen bietet Spotify die Möglichkeit, die gesamte Belegschaft mit einem kostenlosen Spotify-Premium-Abo zu versorgen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 87€ Rabatt auf SSDs • PNY RTX 3080 12GB günstig wie nie: 974€ • Razer Basilisk V3 Gaming-Maus 44,99€ • PS5-Controller + Samsung SSD 1TB 176,58€ • MindStar (u. a. MSI RTX 3090 24GB Suprim X 1.790€) • Gigabyte Waterforce Mainboard günstig wie nie: 464,29€ [Werbung]
    •  /