• IT-Karriere:
  • Services:

Festnetz: Telekom sieht wegen "Free Rider" Glasfaserausbau blockiert

Wer Glasfaser bis zum Endkunden ausbaut, will sein Netz nicht für Billigangebote von 1&1 und Vodafone öffnen müssen. Der Telekom-Chef sieht sonst auch Partnerschaften mit FTTH-Anbietern unter Druck.

Artikel veröffentlicht am ,
Höttges redet mit der Presse.
Höttges redet mit der Presse. (Bild: Deutsche Telekom/Screenshot: Golem.de)

Die Deutsche Telekom hat erklärt, warum der Konzern eine Regulierungsausnahme für den reinen Glasfaserausbau fordert. Telekom-Chef Tim Höttges sagte im Conference Call zur Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal 2017, dass wegen "Free Ridern wie Vodafone oder 1&1 ansonsten der Retailpreis nicht frei bestimmt werden kann."

Stellenmarkt
  1. finanzen.de, Berlin
  2. Deloitte, Düsseldorf, München

Vodafone und 1&1 hätte Zugriff auf Glasfaser, die sie nicht bauen würden. Vodafone hat kein eigenes DSL-Netz und mietet hier Kapazität von der Telekom an. Der Vermarkter 1&1 hat ein eigenes Netz nur in Regionen, wo seine Festnetzsparte 1&1 Versatel aktiv ist.

Damit das Partnerschaftsmodell zur Vermarktung der freien Kapazitäten anderer Netzbetreiber richtig anlaufen könne, müssten sich die Rahmenbedingungen für die Regulierung ändern, erklärte Höttges. "Sobald wir mit den Glasfasernetzbetreibern wie M-Net, Ewe Tel, Netcologne, Wilhelm.tel und anderen zusammenarbeiten, würde auch das reguliert und dann können das sofort auch Vodafone und 1&1 nutzen, auch bei Partnerschaften. Deswegen kommen wir mit dem Kooperationsmodell nicht so schnell weiter", sagte er. Daher müsste die Bundesnetzagentur Glasfaser aus der Regulierung nehmen. Die Telekom würde dabei mit den Stadtnetzbetreibern zusammen arbeiten.

Theo Weirich, Wilhelm.tel-Chef und Präsident des Branchenverband Buglas, sagte im Juli 2017: "Wir brauchen einen anderen ordnungspolitischen Rahmen. Eine Regulierung des Glasfaserausbaus müsse unterbleiben. Wenn Dritten ein Zugang zu Dark Fiber oder zu passiver Infrastruktur für den Zugang zum Endnutzer auf Grundlage kostenorientierter Entgelte gewährt werde, wäre eine Refinanzierung der Investitionen nicht möglich. Damit würden ausschließlich Trittbrettfahrer gefördert." Buglas-Vorstandsmitglied Patrick Helmes von Netcologne sagte: "Wir wollen ganz gerne Glasfasernetze errichten, gerne auch im Wettbewerb, gerne auch als Open Access, aber eine Regulierung von Glasfasernetzen lehnen wir komplett ab."

Der CDU-Wirtschafsrat warnte dagegen davor, die Telekom bei Projekten zum Breitbandausbau bevorzugt zu behandeln. "Insbesondere eine siebenjährige Freistellung von Regulierung ist mit marktwirtschaftlichen Prinzipien des Wettbewerbs nicht vereinbar", heißt es in einem Positionspapier des Verbands, das dem Handelsblatt vorliegt. "Regulierungsferien im Glasfaserbereich", die quasi auf eine Lex Telekom hinauslaufen würden, seien daher abzulehnen. Die Bundesregierung solle eine "klare wettbewerbsfördernde Position" einnehmen.

Deutschland hat sich jedoch schon auf Regulierungsausnahmen im Rahmen des sogenannten TK-Reviews festgelegt. Das ist eine Überarbeitung der bestehenden europäischen Regeln für Telekommunikationsanbieter, bei der auf deutscher Seite das Bundeswirtschaftsministerium federführend ist. Das spricht von einer "Flexibilisierung der Regulierung unter strengen Voraussetzungen und für begrenzte Zeit."

"Die Bundesregierung hält das für einen sachgerechten und ausgewogenen Ansatz, der zu einem stärkeren Ausbau hochleistungsfähiger Breitbandinfrastruktur in Deutschland und Europa führen kann", sagte ein Sprecher.

Anbieter wie die Telekom können demnach sieben Jahre von der Regulierung ausgenommen werden, wenn sie ein solches Investment tätigen. Dafür müssen sie Konkurrenten die Gelegenheit gegeben haben, sich als Co-Investor zu beteiligen. Die Telekom, die noch zu rund 32 Prozent in Staatsbesitz ist, fordert schon lange, im Gegenzug für den weiteren Breitbandausbau von Wettbewerbsauflagen befreit zu werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. 129,99€ (mit Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. 129,99€ (mit Vorbesteller-Preisgarantie)

bombinho 11. Nov 2017

Das kann aber sicherlich nicht daran liegen, dass die Kunden Alternativen von Anbietern...

bombinho 11. Nov 2017

Eine schoene Projektion von "Was waere wenn ...". Alternativ haette sich der Staat auch...

bombinho 10. Nov 2017

Knapp daneben, die guenstigen Preise gab es nur bei TAL-Anmietung und dahin musste der...

bombinho 10. Nov 2017

Ein eleganter Steinewurf, aber ob so etwas im Glashaus clever ist? Sehen wir weiter...

intnotnull12 10. Nov 2017

Das Ganze ist zur Zeit in Berlin hinter den Kulissen Thema (Schlagwort...


Folgen Sie uns
       


Rahmenloser TV von Samsung (CES 2020)

Der fast unsichtbare Rand des Q950TS hat anscheinend nicht nur Vorteile.

Rahmenloser TV von Samsung (CES 2020) Video aufrufen
Programmieren lernen: Informatik-Apps für Kinder sind oft zu komplex
Programmieren lernen
Informatik-Apps für Kinder sind oft zu komplex

Der Informatikunterricht an deutschen Schulen ist in vielen Bereichen mangelhaft. Apps versprechen, Kinder beim Spielen einfach an das Thema heranzuführen. Das können sie aber bislang kaum einhalten.
Von Tarek Barkouni

  1. Kano-PC Kano und Microsoft bringen Lern-Tablet mit Windows 10

Europäische Netzpolitik: Die Rückkehr des Axel Voss
Europäische Netzpolitik
Die Rückkehr des Axel Voss

Elektronische Beweismittel, Nutzertracking, Terrorinhalte: In der EU stehen in diesem Jahr wichtige netzpolitische Entscheidungen an. Auch Axel Voss will wieder mitmischen. Und wird Ursula von der Leyen mit dem "Digitale-Dienste-Gesetz" wieder zu "Zensursula"?
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Mitgliederentscheid Netzpolitikerin Esken wird SPD-Chefin
  2. Nach schwerer Krankheit FDP-Netzpolitiker Jimmy Schulz gestorben

Holo-Monitor angeschaut: Looking Glass' 8K-Monitor erzeugt Holo-Bild
Holo-Monitor angeschaut
Looking Glass' 8K-Monitor erzeugt Holo-Bild

CES 2020 Mit seinem neuen 8K-Monitor hat Looking Glass Factory eine Möglichkeit geschaffen, ohne zusätzliche Hardware 3D-Material zu betrachten. Die holographische Projektion wird in einem Glaskubus erzeugt und sieht beeindruckend realistisch aus.
Von Tobias Költzsch und Martin Wolf

  1. UHD Alliance Fernseher mit Filmmaker-Modus kommen noch 2020
  2. Alienware Concept Ufo im Hands on Die Switch für Erwachsene
  3. Galaxy Home Mini Samsung schraubt Erwartungen an Bixby herunter

    •  /