Festnetz: Telekom fordert 1&1 zum gemeinsamen FTTH-Ausbau auf

Deutsche-Telekom-Chef Timotheus Höttges hat United Internet herausgefordert, gemeinsam den Glasfaserausbau anzugehen. Höttges sagte(öffnet im neuen Fenster) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Ich biete 1&1 verbindlich an, dass wir ab sofort gemeinsam Glasfaserkabel verlegen und bundesweit mehr als fünf Millionen Haushalte an das schnelle Breitbandnetz anschließen."
Er biete an, bis zu 2,5 Millionen Haushalten in Berlin und Potsdam das Glasfaserkabel an der Haustür anzuschließen. Im Ruhrgebiet könnten es ebenfalls bis zu 2,5 Millionen Haushalte sein. In Thüringen könnten gemeinsam 350.000 Haushalte in Erfurt, Jena, Weimar und Eisenach mit Glasfaserkabel ausgebaut werden. Die Kosten, die vor allem durch den Tiefbau entstünden, würden zur Hälfte geteilt. 1&1 solle beweisen, dass sie bereit seien, in Infrastruktur zu investieren.
1&1 sei kein David und die Telekom mit 40 Prozent Marktanteil kein Goliath. "Die sind mehr wert als Porsche, haben aber bislang kein einziges Kabel selbst verlegt und keinen einzigen Funkmast aufgestellt."
Telekom will FTTH mit Partnern
Die Telekom und EWE planen bereits, über eine Million Privathaushalte direkt an Glasfaser anzuschließen. Das gaben die Partner im Dezember 2017 bekannt. Die Netzbetreiber wollen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bremen zusammenarbeiten und in den nächsten zehn Jahren vor allem in ländlichen Gebieten ausbauen.
United Internet legte am 13. September Geschäftszahlen für das zweite Quartal vor. Der MVNO (Mobile Virtual Network Operator) erwirtschafte einen Umsatz von 1,28 Milliarden Euro, ein Plus von 27,6 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wuchs um 32,4 Prozent auf 287,2 Millionen Euro. Der Gewinn stieg um 18 Prozent auf 99,2 Millionen Euro. Die Umsatz- und Gewinnprognosen wurden von United Internet bestätigt.



