Festnetz: Beschwerden bei Anbieterwechsel steigen weiter

Rund 10.000 Beschwerden verärgerter Kunden sind bei der Bundesnetzagentur in den vier Monaten zwischen Anfang Juli und Mitte Oktober 2014 eingegangen, weil der Wechsel des Telefonanbieters nicht ohne Schwierigkeiten abgelaufen ist. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung(öffnet im neuen Fenster) . Dies ist eine erhebliche Steigerung: Zuvor hatte die Zahl der Beschwerden innerhalb eines gesamten Jahres bei über 25.000 gelegen (im Zeitraum von Juli 2013 bis Juni 2014).
Die Bundesnetzagentur reguliert die deutschen Telefonanbieter und hat eine Beschwerdestelle zum Anbieterwechsel eingerichtet. Verantwortlich für die sogenannte letzte Meile ist die Deutsche Telekom. Die Bundesnetzagentur hatte im August 2014 erklärt, dass die Telekom nicht allein schuld daran sei, wenn der Wechsel von Festnetz- und Internetanschlüssen mitunter wochenlang dauert. Behördensprecherin Anja Klammer sagte Golem.de, dass "sämtliche am Markt tätigen Unternehmen zu der Gesamtbeschwerdezahl im Bereich des Anbieterwechsels beitragen" . Es komme auch häufig vor, dass der Kunde nicht den neuen Anbieter mit der Durchführung des Wechsels und der Kündigung beim alten Anbieter beauftrage, sondern selbst kündige. "Dies führt in der Praxis allerdings nach wie vor häufig zu Problemen" , sagte Klammer. Auch der Kunde selbst könne zu Problemen beim Wechselprozess beitragen.
Die Deutsche Telekom sagte der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: "Der technische Service und der Kundenservice arbeiten derzeit unter Volllast." Der relevante Beschwerdeanteil der Telekom liege nach Angaben des Unternehmens nur bei etwa 1.400 Fällen.
Beim Telefonanbieterwechsel muss die Umschaltung auf den neuen Anbieter innerhalb eines Kalendertages erfolgen. Kommt es zu Problemen, muss der alte Anbieter die Versorgung des Kunden weiterhin gewährleisten.