Festkörperakkus: Quantumscape verschweigt weiter Energiedichte seiner Akkus

Quantumscape lässt nach einem Jahr drei Akkus in einem unabhängigen Labor testen. Aber dem Prüfbericht fehlen die wichtigsten Angaben.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Quantumscape will den "notwendigen Durchbruch zur Elektrifizierung des Automarkts" schaffen.
Quantumscape will den "notwendigen Durchbruch zur Elektrifizierung des Automarkts" schaffen. (Bild: Quantumscape)

Die Festkörperakkus von Quantumscape sollen besser als herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus sein, vor allem sollen sie eine hohe Energiedichte aufweisen und damit laut Unternehmensangaben den "notwendigen Durchbruch zur Elektrifizierung des Automarkts" schaffen. Die Akkus wurden nun erstmals einem unabhängigen Testlabor vorgelegt und Quantumscape hat das Testprotokoll veröffentlicht - aber dem Testprotokoll fehlen alle Angaben zur Energiedichte und auch alle Angaben, aus denen sie abgeleitet werden könnte.

Inhalt:
  1. Festkörperakkus: Quantumscape verschweigt weiter Energiedichte seiner Akkus
  2. Mit mehr Gewicht können Laborergebnisse beschönigt werden
  3. Angaben zu anderen Festkörperakkus sind viel offener

An den Börsen werden Aktien des Unternehmens im Gesamtwert von rund 10 Milliarden US-Dollar gehandelt. Zwischenzeitlich waren es bereits 30 Milliarden. Da überrascht es vielleicht, dass der gesamte Aktienwert des Unternehmens auf Behauptungen beruht, die bis vor einer Woche noch nie von unabhängiger Stelle überprüft wurden. Selbst dieser erste Test enttäuscht.

Was überprüft wurde, waren drei einlagige Akkuzellen im Format 70 x 85mm, ohne Angaben zur Dicke. Normalerweise bestehen Akkus aus vielen Lagen, die jeweils nur einige Hundert Mikrometer dick sind. Einlagige Akkus dienen üblicherweise nur zu Laborzwecken, Quantumscape präsentierte sie schon vor rund einem Jahr.

Inzwischen hat Quantumscape laut Unternehmensangaben auch etwas praxisnähere vier- und sogar zehnlagige Zellen gebaut, aber die waren nicht Gegenstand des Tests.

Test im unabhängigen Labor und lückenhaften Angaben

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Der Test bestätigte die Testergebnisse, die Quantumscape im Dezember 2020 veröffentlichte. Aber wieder fehlten alle Angaben zur Energiedichte und auch alle Angaben, aus denen die erreichbare Energiedichte eines endgültigen Akkus aus dem Prototyp heraus abgeleitet werden könnte.

Dazu müsste bekanntgegeben werden, wie dick und schwer die Komponenten der einzelnen Lagen sind. Das sind bei Quantumscape neben Metallfolien nur die Kathode und ein Separator. Eine Anode aus Lithiummetall entsteht in den Zellen erst nach dem Zusammenbau des Akkus, beim ersten Ladevorgang.

Elektromobilität: Grundlagen und Praxis

Die drei geprüften Zellen wurden vor dem Versand von Quantumscape ausgesucht, vorgeladen und geprüft. Aussagen zur Ausbeute der Produktion, welcher Anteil der von Quantumscape gebauten Zellen überhaupt funktioniert, lassen sich also nicht treffen.

Die Zellen trafen am 20. Juli 2021 ein, sie waren in Aluminiumblöcken mit dem nötigen Druck eingespannt. Zu dem Zeitpunkt waren laut Quantumscape sowohl vier- als auch zehnlagige Zellen verfügbar, solche wurden aber nicht zum Test geschickt. Die Tests der einlagigen Zellen umfassten 814 Ladezyklen und dauerten rund drei Monate. Dabei verloren sie 10 Prozent der ursprünglichen Kapazität.

Quantumscape sagt nichts zur Dicke der Zelle, zur Dicke der Kathode oder des Separators oder deren Dichte. Im Protokollfeld zur Dicke der Kathode steht stattdessen nur eine Ladungskapazität von 3,1 Milliamperestunden pro Quadratzentimeter. Damit bleibt unbekannt, wieviel das für diese Landungsmenge notwendige Material tatsächlich wiegt. Das zieht die Anwendbarkeit der Messergebnisse für die industrielle Verwendung in Zweifel.

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Mit mehr Gewicht können Laborergebnisse beschönigt werden 
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