Festkörperakku: VW investiert weitere 100 Millionen Dollar in Quantumscape

Quantumscape hat die vertraglich vereinbarte Voraussetzung erfüllt, damit Volkswagen weitere 100 Millionen US-Dollar(öffnet im neuen Fenster) in das Unternehmen investiert. Die Festkörper-Lithium-Metall-Zellen des US-Unternehmens, das in der Batterieforschung für Elektroautos tätig ist, sollen erfolgreich in den VW-Laboren in Deutschland getestet worden sein.
Wenn das Geld überwiesen ist, steckte VW insgesamt 200 Millionen US-Dollar in das Startup. Quantumscape ist eine Ausgründung der Stanford University und hält mehr als 200 Patente und Patentanträge für Festkörperakkus. VW ist seit 2018 an dem Unternehmen beteiligt. Beide Unternehmen arbeiten seit 2012 zusammen.
Warum Feststoffakkus?
Festkörperakkus, auch Feststoffakkus genannt, haben kein flüssiges Elektrolyt, sondern ein festes. Zum Einsatz kommen beispielsweise Polymer oder Keramik. Diese Akkus lassen sich schneller laden und haben eine deutlich höhere Energiedichte als die heute üblichen Lithium-Ionen-Akkus.
"Wir freuen uns, diesen technischen Meilenstein mit Volkswagen erreicht zu haben, und wir freuen uns darauf, gemeinsam daran zu arbeiten, die Festkörper-Lithium-Metall-Batterie-Technologie in die industrielle Massenproduktion zu bringen" , sagte Jagdeep Singh, Mitgründer und Chef von Quantumscape. Was der technische Meilenstein genau sei, wurde nicht mitgeteilt.
Die Fortschritte in der Akkutechnik sollen sich auf die Ladezeit auswirken. Heute dauert es nach Angaben von VW 25 Minuten, um in den Akku des Elektroautos ID.4 genug Strom für eine Strecke von 450 km zu laden. Bis 2025 soll sich diese Zeit auf 17 Minuten verkürzen. 2025 will VW den Feststoffakku von Quantumscape einführen. Dadurch soll sich die Ladezeit um weitere 5 auf 12 Minuten reduzieren.
Umstrittene Technik und zweifelhafte Chancen
Der Feststoff-Akku von Quantumscape ist allerdings umstritten : Zum einen ist nicht die gesamte Zelle feuerfest, zum anderen sind die projektierten Akkukosten von 100 US-Dollar pro kWh im Vergleich zu Lithium-Ionen-Akkus zu hoch. Darüber hinaus wird bezweifelt, dass die Serienproduktion bis 2025 im industriellen Maßstab anfahren könne.



