Fertig programmiert: Konsortium will mit eigener Corona-App starten

Die Corona-App der Regierung bekommt Konkurrenz. Bislang will Apple allerdings nur eine App pro Region mit der Bluetooth-Schnittstelle zulassen.

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Wer liefert die erste brauchbare Corona-Tracing-App für Deutschland?
Wer liefert die erste brauchbare Corona-Tracing-App für Deutschland? (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Ein Konsortium um das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hat nach eigenen Angaben bereits eine Lösung für eine Corona-Tracing-App entwickelt. "Momentan haben wir eine App, die funktioniert", sagte Paul Lukowicz vom DFKI am Donnerstag Golem.de auf Anfrage. Die Unternehmensberatung PwC und der Ticketvermarkter Eventim hätten die App zusammen mit der DFKI-Ausgründung SIS Software aus Leipzig entwickelt. Bereits am 8. April hatte das DFKI eine Corona-App in einer Pressemitteilung vorgestellt.

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Das Konsortium entwickelte die App zunächst auf Basis des zentralen Ansatzes PEPP-PT, der Anfang April vorgestellt worden war. Inzwischen hat die Bundesregierung jedoch entschieden, einen dezentralen Ansatz zu verfolgen, bei dem die Daten auf den Smartphones der Nutzer gespeichert und ausgewertet werden. Dieses Konzept verfolgen auch die beiden Betriebssystemanbieter Google und Apple, die Kontaktverfolgung auf Basis von Bluetooth in Android und iOS integrieren wollen.

Macht Apple mit?

Medienberichten zufolge will Apple jedoch nur ausgewählte Apps mit der Bluetooth-Schnittstelle in seinem Appstore zur Verfügung stellen. Es werde lediglich eine App in einer bestimmten Region zugelassen, die von der zuständigen Gesundheitsbehörde bereitgestellt werde.

Das könnte bedeuten, dass iPhone-Nutzer in Deutschland nur die offizielle App der Bundesregierung installieren könnten, die vom Robert Koch-Institut (RKI) herausgegeben werden soll. Rein technisch könnte es jedoch mehrere Apps parallel geben, solange sichergestellt ist, dass sämtliche Nutzer untereinander ihre temporären IDs austauschen können und mit einem Server verbunden sind, bei dem sie die temporären IDs von Infizierten herunterladen können.

Die Bundesregierung hat inzwischen die Deutsche Telekom und SAP beauftragt, um die dazu erforderliche Infrastruktur bereitzustellen und die App zu entwickeln. Dabei soll auf die Forschungsergebnisse des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts (HHI) zurückgegriffen werden.

Für Großveranstaltungen entwickelt

Nach Angaben von Lukowicz hatte SIS Software schon vor Beginn der Corona-Pandemie eine Überwachung von Menschenmassen (Crowd Monitoring) auf Basis von Bluetooth entwickelt, um beispielsweise tödliche Massenpaniken wie bei der Love Parade zu verhindern. Die Forschungsergebnisse des HHI seien dem Konsortium bekannt. Diese Entfernungsschätzungen auf Bluetooth-Basis seien aber noch nicht sehr zuverlässig. "Da wird noch einiges passieren müssen", sagte Lukowicz.

Sollte sich Apple beispielsweise weigern, mehrere Apps pro Region zuzulassen, könnte überlegt werden, die App in den Bereichen zu nutzen, für die sie ohnehin geplant gewesen sei. Allerdings wäre die App auf iPhones nur eingeschränkt nutzbar, da Bluetooth nur bei entsperrten Bildschirmen im Hintergrund läuft.

Es sei aber kein Problem, die Schnittstellen von Google und Apple nachträglich zu implementieren, sagte Lukowicz. Er plädiert dafür, mehrere Apps pro Region zuzulassen. Das könnte dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen eine solche App nutzten. "Ein Flickenteppich von Apps, die jeweils nur ihre eigenen Kontakte verfolgen, wäre aber der größte Unsinn überhaupt", sagte Lukowicz. Alle Geräte müssten auf der Protokollebene miteinander sprechen können und sich über die Prozessebene so registrieren können, dass ihnen die IDs der Infizierten zugeschickt würden.

Der Vorsitzende des Digitalausschusses des Bundestages, Manuel Höferlin (FDP), unterstützt den Einsatz mehrerer Apps. "Am Ende schadet es nicht, wenn es mehrere gute Anwendungen gibt. Wichtig ist, dass sie kompatibel sind", sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa. Die Bundesregierung forderte er auf, sie solle "wenigstens nicht länger im Weg stehen und schnellstens alle erforderlichen Weichen stellen, damit die Technologieunternehmen und Startup-Konsortien die App endlich fertigstellen können".

In einer Sitzung des Bundestags-Digitalausschusses konnte die Bundesregierung am Mittwoch noch keinen Zeitplan für die Veröffentlichung der App nennen.

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t_e_e_k 03. Mai 2020

...deutschland ist nicht das erste land das eine app haben möchte. Andere sind schon...

JensBerlin 03. Mai 2020

Ich verstehe das so, dass es da schon eine App oder einen weit entwickelten Ansatz gab...

twofish 01. Mai 2020

Falsch leider

bombinho 01. Mai 2020

"Die Bundesregierung forderte er auf, sie solle "wenigstens nicht länger im Weg stehen...


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