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Ferrovie dello Stato: Italien testet Starlink in Hochgeschwindigkeitszügen

Die italienische Staatsbahn Ferrovie dello Stato (FS) führt derzeit Versuche mit Satelliteninternet in ihren Schnellzügen durch
/ Andreas Donath
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ETR.1000.24 Frecciarossa im Bahnhof Milano Centrale (Bild: Gisorr650/Wikipedia)
ETR.1000.24 Frecciarossa im Bahnhof Milano Centrale Bild: Gisorr650/Wikipedia

Der italienische Verkehrsminister Matteo Salvini hat bestätigt, dass Elon Musks Starlink-Dienst zu den getesteten Funktechniken an Bord der staatlichen Hochgeschwindigkeitszüge gehöre. Die Tests konzentrierten sich auf die Strecke zwischen Mailand und Rom.

Das zweiwöchige Testprogramm umfasst zwei verschiedene Internetanbieter, die ihre Systeme in den Zügen erproben. Starlink, eine Tochtergesellschaft von SpaceX, stellt über sein Satellitennetzwerk weltweit Breitbandinternet zur Verfügung. Die Technologie könnte die bisher unzuverlässige Internetverbindung in italienischen Zügen deutlich verbessern.

Tests verschiedener Projekte

Ferrovie dello Stato teilte lediglich mit, dass verschiedene Projekte zur Verbesserung der Zugverbindungen evaluiert würden. Mögliche Experimente mit Starlink-Satelliten befänden sich noch in der Bewertungsphase.

Der Bahnbetreiber verwies darauf, dass das Unternehmen Icomera bereits WLAN-Services in den Zügen bereitstelle. Icomera integrierte Starlink-Technologie in seine bestehenden Systeme. Die aktuellen Tests zielen jedoch auf eine direkte Versorgung durch Starlink ab, ohne zwischengeschaltete Dienstleister.

Kritik an Salvinis Motiven

Die italienische Zeitung La Stampa(öffnet im neuen Fenster) hatte zuerst über die Starlink-Tests berichtet. Dem Bericht zufolge soll das Satellitennetzwerk nicht nur in den Zügen, sondern auch an entlegenen Bahnhöfen stabile Internetverbindungen garantieren. Diese Abdeckung könnte besonders in bergigen Regionen Italiens Vorteile gegenüber dem Mobilfunk bringen.

Salvini erklärte, er würde einen direkten Vertrag zwischen FS und Starlink befürworten, falls die Tests positive Ergebnisse zeigten. Seine öffentliche Unterstützung für das Projekt stößt in italienischen Medien auf Kritik. Beobachter werfen dem Lega-Politiker vor, seine Nähe zu Musk für politische Zwecke zu nutzen. Ähnliche Aussagen kommen von der Opposition. Der Verkehrsminister äußerte in der Vergangenheit mehrfach Bewunderung für den Tesla-Chef.

Mehrere Bahnunternehmen prüfen derzeit Satelliteninternet als Alternative zu herkömmlichen Mobilfunkverbindungen.


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