Fernzugriff aus China: Briten untersuchen ihre Elektrobusse auf Kill-Switch

Nach Norwegen und Dänemark hat inzwischen auch das Vereinigte Königreich Untersuchungen zu einer möglichen Remote-Abschaltung chinesischer Elektrobusse eingeleitet. Das geht aus einem Bericht der Sunday Times(öffnet im neuen Fenster) hervor. Demnach verkehren in Großbritannien ebenso wie in Norwegen und Dänemark Hunderte von Elektrobussen des betroffenen Busherstellers Yutong.
Den Angaben zufolge untersucht die britische Regierung zusammen mit dem National Cyber Security Centre (NCSC), ob Yutong tatsächlich in der Lage ist, von China aus in die Steuerungssysteme seiner Busse einzugreifen – so wie es der norwegische Verkehrsbetrieb Ruter vor wenigen Tagen festgestellt hatte .
Den Untersuchungen von Ruter zufolge ist in Elektrobussen von Yutong eine rumänische SIM-Karte verbaut, um die Fahrzeuge über das Mobilfunknetz mit OTA-Updates (Over The Air) zu versorgen. Yutong soll dadurch aber ebenso in der Lage sein, seine Busse aus der Ferne vollständig lahmzulegen und die Türen zu verriegeln. Bei einem Bus des niederländischen Herstellers VDL soll ein solcher Fernzugriff hingegen nicht möglich gewesen sein.
Immer mehr Länder untersuchen Yutong
Norwegen hat infolge dieser Erkenntnisse damit begonnen, neue Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen, um zukünftige OTA-Updates gezielt zu verzögern und vor dem Erreichen der Yutong-Busse zu prüfen. Betroffen sind davon Hunderte von Elektrobussen, die auf den Straßen des Landes verkehren. Für zukünftige Anschaffungen sollen zudem strengere Sicherheitsanforderungen aufgestellt werden.
Auch in Dänemark wurden auf Basis der Erkenntnisse von Ruter Untersuchungen eingeleitet . Dort soll es 262 Yutong-Busse geben, womit der Hersteller mehr als die Hälfte aller im Land vertretenen Elektrobusse stellt. Im Vereinigten Königreich gibt es laut der Sunday Times 700 Yutong-Busse. Der ebenfalls in China ansässige Hersteller BYD hat dort mit fast 2.500 Elektrobussen allerdings einen größeren Marktanteil.
Yutong versicherte letzte Woche, man halte sich strikt an "die geltenden Gesetze, Vorschriften und Industriestandards der Standorte, an denen seine Fahrzeuge betrieben werden" . Die Daten der Busse würden in einem AWS-Rechenzentrum in Frankfurt in verschlüsselter Form gespeichert, seien vor unbefugten Zugriffen geschützt und dienten ausschließlich der Wartung, Optimierung und Verbesserung der Fahrzeuge.



