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Fernwartung: Teamviewer 12 kommt mit 60 fps

Schnellere Reaktionszeiten, schnellere Datenübertragung und die Fernwartung von Smartphone zu Smartphone: Die Fernwartungssoftware Teamviewer 12 ist ab heute als Betaversion erhältlich.
/ Hauke Gierow
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Teamviewer 12 kommt mit zahlreichen neuen Funktionen. (Bild: Teamviewer)
Teamviewer 12 kommt mit zahlreichen neuen Funktionen. Bild: Teamviewer

Teamviewer hat am heutigen Tag die neue Version 12 der Fernwartungssoftware als Betaversion freigegeben. Mit dem neuen Release sollen Nutzer besser vor dem Missbrauch von Accounts geschützt werden und von deutlich verkürzten Reaktionszeiten profitieren.

Nach Angaben des Unternehmens sollen mit der neuen Software auch Dateiübertragungen deutlich schneller werden – um den Faktor 20. Die maximale Datenrate unter idealen Bedingungen soll bis zu 200 MBit/s betragen. Für Nutzer, die in der Ferne mit bandbreitenintensiven Anwendungen wie Video arbeiten müssen, sollen die Reaktionszeiten verbessert worden sein. Die maximal mögliche Bildwiederholrate soll bei 60 fps liegen. Damit sinkt der Lag zwischen Eingabe und Darstellung.

Verbesserung für die Sicherheit – nach Kontroversen

Ebenfalls nachgebessert hat das Unternehmen im Bereich Sicherheit. Im Sommer dieses Jahres hatte es zahlreiche Berichte über den Missbrauch von Teamviewer-Accounts gegeben, bei denen Kriminelle unter anderem Buchungen über Onlinebanking der Kunden durchgeführt hatten, wenn sie per Teamviewer Zugangsdaten auf dem PC fanden.

Ursache der Angriffe war nach Angabe von Teamviewer jedoch keine Sicherheitslücke bei dem Unternehmen selbst, sondern von Kunden mehrfach verwendete Passwörter, die bei großen Datenleaks bei Anbietern wie Dropbox, Yahoo oder LinkedIn publiziert wurden. Nach unserer damaligen Berichterstattung hatten uns jedoch einige Kunden kontaktiert, die Probleme meldeten, aber angaben, ihr Passwort nicht doppelt verwendet zu haben. Die Sicherheitsfirma Trend Micro fand außerdem alte, trojanisierte Versionen von Teamviewer.

Bereits im Juni dieses Jahres hatte das Unternehmen wegen der öffentlichen Aufmerksamkeit mehrere Sicherheitsfunktionen vorgezogen, die eigentlich erst für Version 12 geplant waren, darunter die Funktion "Vertraute Geräte", bei der Nutzer von ihnen genutzte Geräte bei der ersten Anmeldung als sicher markieren können, um Missbrauch von fremden Rechnern aus zu vermeiden. Außerdem werden ungewöhnliche Login-Standorte von Teamviewer automatisch analysiert.

Wartung von Smartphone zu Smartphone

Im aktuellen Release kommen Funktionen hinzu, die vor allem für Administratoren in großen Teamviewer-Umgebungen interessant sein dürften. Für jeden Teamviewer-Client können nun detaillierte Policies festgelegt werden, die zum Beispiel regeln, zu welchem Zeitpunkt welche Art von Verbindung aufgebaut werden kann. Über ein Dashboard kann außerdem protokolliert werden, wann welche Verbindungen rein- und rausgehen, um möglicherweise missbräuchliche Nutzung aufzuzeichnen. Die Policies können auch erstellt werden, wenn ein Client gerade offline ist – bei der nächsten Verbindung werden diese dann automatisch angewendet.

Ebenfalls vor allem für Admins interessant: Die massenhafte Installation von Teamviewer-Clients im Netzwerk soll vereinfacht werden. Mit der Funktion Silent Host Rollout für Windows und Mac können die Clients ohne Interaktion der Nutzer mit der Software bestückt werden, eine Active-Directory-Umgebung soll dafür nicht notwendig sein.

Neuerungen beim Smartphone-Support

Auch bei der Unterstützung von Smartphones gibt es neue Funktionen. Eine der am häufigsten nachgefragten Erweiterungen sei die Unterstützung von Windows 10 Mobile gewesen, wie uns ein Unternehmenssprecher mitteilte. Dies ist jetzt umgesetzt. Außerdem kann künftig eine Fernwartung von einem mobilen Endgerät zu einem anderen durchgeführt werden. Das funktioniert für alle unterstützen Gerätetypen.

Dabei ist nur die reine Fernsteuerung der Geräte möglich, darüber hinausgehende Funktionen wie Teamviewer-Meetings, Chat oder Datentransfer sind nicht möglich. Ebenfalls nicht möglich ist der Zugriff auf die iOS-Quick-Support-Funktionen von anderen Mobilgeräten aus. Quick Support ist eine eigene App von Teamviewer für iOS, die eine Fernwartung von einem PC oder Mac ermöglicht. Die Beschränkung liege hier bei Apple, sagt uns ein Firmensprecher, technisch sei die Umsetzung kein Problem.

Neben den Änderungen unter der Haube gab es auch ein Facelift für den Client – Funktionen wie die Kontaktliste sind ab sofort in eine einheitliche GUI integriert und finden sich am linken Rand. Wer mag, kann aber weiterhin das alte Design verwenden.

Neue Lizenz erforderlich

Wer Teamviewer 12 im professionellen Umfeld nutzen will und derzeit eine Lizenz für Teamviewer 11 oder früher besitzt, muss eine neue Lizenz kaufen. Die Business-Version von Teamviewer 11 kostet 549 Euro, die Corporate-Lizenz mit bis zu drei gleichzeitigen Nutzern 2.299 Euro, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer. Die Preise für Teamviewer 12 werden nach Angaben der Pressestelle angepasst, sind aber noch nicht auf der Seite verfügbar. Die Betaversion kann bereits unter folgendem Link heruntergeladen(öffnet im neuen Fenster) werden.


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