Fernverkehr: Bahn verzeichnet Pünktlichkeits-Hoch an Feiertagen
Die Deutsche Bahn (DB) hat bei der Pünktlichkeit ihrer Fernzüge im März 2026 eine leichte Verbesserung erzielt. Nach internen Daten des Staatskonzerns, die der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) vorliegen, erreichten 62,1 Prozent der ICE- und IC-Züge ihre Ziele pünktlich. Damit überschritt das Unternehmen erstmals seit den Wintermonaten wieder die Schwelle von 60 Prozent. Im Februar lag der Wert noch bei 59,4 Prozent, während im Januar lediglich 52,1 Prozent der Züge den Fahrplan einhalten konnten.
Infrastruktur bleibt größte Herausforderung
Als pünktlich definiert die DB Züge mit einer Verspätung von weniger als sechs Minuten. Trotz der Steigerung gab es im März Tage, an denen nur knapp die Hälfte der Züge rechtzeitig ankam. An drei Wochenendtagen kletterten die Werte hingegen auf über 70 Prozent. Dies liegt laut Bahn vor allem an der geringeren Auslastung der Knotenpunkte durch Güter- und Regionalverkehr an Wochenenden.
Maßgeblicher Faktor für die Verzögerungen bleibt die marode Infrastruktur. Die Tochtergesellschaft DB Infrago musste aufgrund des frostigen Jahresbeginns zahlreiche Baustellen in den März verschieben. Dass die Pünktlichkeit trotz des erhöhten Baugeschehens stieg, begründet eine Sprecherin damit, dass Baumaßnahmen mittlerweile besser in die Fahrpläne eingepreist seien. Dennoch führen kurzfristige Reparaturen an Oberleitungen, Weichen oder Stellwerken weiterhin zu spontanen Umleitungen und Taktungsproblemen beim Personal.
Baustellenmanagement soll stabilere Fahrpläne liefern
Um die Zuverlässigkeit langfristig zu erhöhen, setzt die DB Infrago auf eine vorausschauende Planung. Baustellen sollen künftig verstärkt in sogenannten Containern gebündelt werden. Das Ziel ist eine radikale Umkehr der bisherigen Praxis: Der Bau soll dem Fahrplan folgen und nur noch in fest definierten Zeitfenstern stattfinden. Aktuell erreicht die Bahn hier eine Quote von 75 Prozent der geplanten Belegung, angestrebt werden 80 Prozent.
Einen positiven Ausreißer stellten die Osterfeiertage dar. Am Karfreitag erreichte die Quote 73,7 Prozent, an den Folgetagen sogar über 75 Prozent. Laut Fernverkehrschefin Evelyn Palla nutzten rund zwei Millionen Menschen über Ostern den Fernverkehr, verursacht auch durch hohe Kraftstoffpreise.
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