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Fernsehen und Streaming: ZDF-Intendant will keine gemeinsame Mediathek mit ARD

Bei der Verknüpfung der beiden Mediatheken von ARD und ZDF ist noch viel zu tun.
/ Ingo Pakalski , dpa
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Der ZDF-Intendant will Mediatheken von ARD und ZDF nicht zusammenlegen. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
Der ZDF-Intendant will Mediatheken von ARD und ZDF nicht zusammenlegen. Bild: Christoph Böschow/Golem.de

Der Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens, Norbert Himmler, spricht sich weiterhin für zwei eigenständige Mediatheken bei ARD und ZDF aus. Damit widerspricht er Forderungen aus dem ARD-Sender Westdeutscher Rundfunk (WDR): Der Intendant und der Programmdirektor des WDR sprachen sich in der Vergangenheit wiederholt für eine gemeinsame Mediathek aller öffentlich-rechtlicher Fernsehsender aus.

ZDF-Intendant Himmler sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa): "Ich sehe keine gemeinsame Mediathek, aber ein eng verknüpftes Inhalte-Netzwerk. Was wir redaktionell und journalistisch produzieren, müssen wir auch selbst erkennbar publizieren und präsentieren." Himmler ergänzte: "Das Konzept des gemeinsamen Streaming-Netzwerks sieht vor, dass es in den Mediatheken aber Angebote aus dem ganzen öffentlich-rechtlichen Spektrum gibt. Das ist der große Vorteil für das Publikum."

Der Intendant führte weiter aus: "Gut kuratierte öffentlich-rechtliche Inhalte müssen in Bezug gesetzt und miteinander vernetzt werden, damit die Nutzerinnen und Nutzer sie möglichst einfach und schnell auffinden können. Mein Bild der Zukunft ist ein intelligentes Netzwerk öffentlich-rechtlicher Inhalte, das den wertvollen Wettbewerb um Qualität aber nicht aushebelt."

Kooperation mit Österreich und Schweiz geplant

Der ZDF-Chef sprach sich zudem für eine Zusammenarbeit über die Grenzen Deutschlands hinaus aus. "Meine Vorstellung ist, dass wir ein deutschsprachiges europäisches Netzwerk haben werden, zusammen mit den Schweizern und Österreichern. Auf dem Weg dahin sind wir jetzt schon, wenn man etwa die Integration von Arte und 3sat in der ZDF-Mediathek betrachtet."

Seit Jahren und verstärkt in den vergangenen Monaten wird eine engere Zusammenarbeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bei den Mediatheken diskutiert. Der Intendant des größten ARD-Senders WDR, Tom Buhrow, brachte unlängst in einer Rede erneut seine vor Jahren geäußerte Idee von einer einzigen großen Mediathek im Jahr 2030 ins Spiel.

Bislang arbeiten ARD und ZDF zwar zunehmend vernetzt miteinander, haben aber weiterhin eigenständige Mediatheken. Bisher wurde auch immer wieder betont, dass es langfristig jeweils Mediatheken von ARD und ZDF geben soll.

WDR will eine Mediathek der öffentlich-rechtlichen Sender

Im Herbst 2022 hatte sich auch WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn für eine große Mediathek mit allen öffentlich-rechtlichen Sendern ausgesprochen. Er sagte damals der dpa: "Ich glaube, wir schulden der Gesellschaft irgendwann ein einziges großes Portal. Einen Eingang, der zu allen öffentlich-rechtlichen Inhalten führt."

Schönenborn ergänzte: "Meine Vision ist, dass die Öffentlichkeit eine Adresse für gute, wertvolle öffentlich-rechtliche Inhalte hat. Dass sie nicht zwischen Knöpfen oder unterschiedlichen Adressen wählen muss, sondern dass es ein Portal, eine Tür, einen Zugang gibt." Natürlich könne auf diesem großen Portal jeder Sender sein eigenes Angebot haben wie etwa das ZDF, Arte oder der WDR.

Prinzipiell lässt sich die ARD-Mediathek mit einem Konto der ZDF-Mediathek und umgekehrt nutzen. Aber das gilt vielfach nicht in den Mediatheken-Apps für Smartphones, Tablets und Streaminggeräten sowie Smart-TVs. Dadurch wird die Nutzung der Mediatheken mit einem Konto weiter erschwert.


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