Sat-Empfang als Dienst im Netzwerk

Hat man die Ausrichtung und Einbindung ins Netzwerk abgeschlossen, kann man nun im Prinzip schon fernsehen. Man nutzt ein bestehendes Netzwerk somit auch für den Satellitenempfang mit. Der SAT>IP-Server macht die Nutzung des Satellitenempfangs im Netzwerk verfügbar.

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Dabei signalisiert der SAT>IP-Server zwar im Netzwerk seine Präsenz, die Steuerung erfolgt jedoch durch den Client, der mit Anfragen spezifisch einen Transponder und einen Transportstrom anfordern kann, indem er Frequenz, Polarisation und PIDs nennt, die er erhalten möchte. Eine Anfrage könnte dann zum Beispiel so aussehen:

rtsp://192.168.128.5/?src=1&fe=1&freq=12402&pol=v&msys=dvbs&sr=27500&fec=34&pids=0,16,50,104,166,1707

Als Reaktion darauf sieht SAT>IP die Auslieferung des Transportstroms sowohl als Unicast als auch als Multicast vor. Eine genauere Beschreibung des Protokolls findet man unter satip.info.

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Als Zuliefermethode findet sich SAT>IP auch in anderen Spezifikationen, wie etwa ETSI TS 103 770 für DVB-I. Dabei geht es um die Service Discovery und Metadaten, also die Frage, wie man überhaupt von DVB Dienste erfährt, mitgeteilt bekommt, um was für Dienste es sich handelt und wie man auf diese zugreifen kann. SAT>IP findet hier in Form der SATIPDeliveryParameters Erwähnung. Im Kern geht es dabei um ähnliche Parameter wie im URL-Beispiel oben. Die QueryParameters könnten dabei zum Beispiel so aussehen:

freq=11836&pol=h&ro=0.35&msys=dvbs&mtype=8psk&plts=off&sr=27500&fec=34&pids=0,17,18,100,101,102,104

Damit bleibt ein SAT>IP-Server vergleichsweise einfach und überlässt es dem Client, die passenden Transponder anzusteuern, um die entsprechenden Multiplexe mit den benötigten PIDs anzufragen. Die Hauptlogik, wie man Services findet, zuordnet und anfragt, bleibt im Client beziehungsweise dem Fernsehgerät oder der Set-Top-Box. Allerdings muss diese nicht länger über Spezialhardware verfügen, sondern kommt mit einem gewöhnlichen Netzwerkzugang aus und kann die sonstige DVB-spezifische Logik als Software realisieren.

Damit dies solide funktioniert, ist ein stabiles, leistungsfähiges Netzwerk notwendig. Ohne hier alle Details zu diskutieren, ist die beste Faustregel, eine auf Ethernet basierende Verkabelung zu bevorzugen und nur die letzten Meter zu mobilen Endgeräten mittels WLAN zu überbrücken. In mehrstöckigen und größeren Gebäuden sind meist mehrere WLAN Access Points notwendig, um auch bei der Übertragung von Videostreams stabil ausreichend hohe Datenraten sicherzustellen. Im Vergleich zu einer Koaxialverkabelung sind diese Aufwände jedoch moderat und bieten immer den Vorteil, die WLAN-Abdeckung dann auch für sonstigen Datenverkehr mitnutzen zu können.

Da nur wenige Fernseher existieren, die direkte SAT>IP-Clients integriert haben, empfiehlt es sich für die Anbindung von Fernsehgeräten, mit Set-Top-Boxen zu arbeiten, von denen es immerhin eine kleine Auswahl gibt. Für Smartphones und Tablets gibt es beispielsweise die App SatIPViewer.

TVHeadend-Server, die Empfangszentrale im Haus

Noch spannender als direkt auf den SAT>IP-Server zuzugreifen, ist es, einen sogenannten TVHeadend-Server zwischenzuschalten. Dieser kann eine oder mehrere SAT>IP-Server, aber auch den Empfang von DVB-C2- und DVB-T2-Receivern kombinieren.

Die Idee dahinter ist, dass Nutzer sich nicht darum kümmern, was sie wie und worüber empfangen, sondern nur an bestimmten Programmen und Sendungen interessiert sind. Entsprechend sammelt TVHeadend die Möglichkeiten quer über alle Empfangswege auf und stellt sie gebündelt bereit. Beim Zugriff auf Liveprogramme und Aufnahmen sowie der Aufnahmesteuerung übernimmt der TVHeadend-Server das Management.

Da der TVHeadend-Server über das Netzwerk angebunden ist, lässt er sich auch darüber steuern und nutzen und bindet wiederum die SAT>IP-Server über das Netzwerk an. Damit kann der TVHeadend-Server irgendwo im Netzwerk positioniert werden, unabhängig vom Standort der Empfangsschüssel oder der Fernsehgeräte.

Da es sich bei TVHeadend um eine freie, quellenoffene Software handelt, die man für den persönlichen Gebrauch kostenlos nutzen kann, bieten sich hier viele Freiheiten. Ein älterer PC, den man auf Linux betreibt, kann hier durchaus ausreichen. Je mehr Plattenspeicher man hier bereithält, umso mehr Aufnahmekapazität hat man, um Aufnahmen zu programmieren.

Entsprechend Suchbegriffen kann TVHeadend zum Beispiel die Lieblingsserien oder Sendungen zu bestimmten Themen aufzeichnen und für eine vorgegebene Anzahl an Tagen, Wochen oder Monaten bereithalten, bevor diese automatisch wieder gelöscht werden. Abhängig davon, was die angeschlossenen Empfänger hier unterstützen, sind auch mehrere parallele Aufnahmen und Live-Nutzungen möglich.

Der Vorteil bei TVHeadend ist, dass es die Anforderungen mittels Prioritätsteuerung gegeneinander abwägt, vor allem aber intelligent bündelt. Hier macht sich eine wichtige Eigenschaft von SAT>IP bemerkbar.

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Gormenghast 25. Mai 2022 / Themenstart

Kann man auch gut an vielen der hier geschriebenen Kommentare ablesen: das Thema ist sehr...

Gormenghast 25. Mai 2022 / Themenstart

Bei der Verwendung von KODI als Frontend werden alle Medien identisch bedient. Das dann...

Gormenghast 25. Mai 2022 / Themenstart

Der VCR ist nur ein Aspekt der Installation. KODI dient für alle Medien als einheitliche...

most 23. Mai 2022 / Themenstart

So um 2005 hab ich neidisch von solchen Projekten gelesen, als ich noch mit einem DVD...

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