Fernsehen, Internet, soziale Medien: Technik schadet wohl nicht der geistigen Gesundheit

Eine Studie aus Oxford hat untersucht, ob sich die Nutzung von Fernsehen oder digitalen Medien negativ auf die psychische Gesundheit Jugendlicher auswirkt.

Artikel veröffentlicht am ,
Jugendliche mit mobilen Endgeräten (Symbolbild): viel zu früh für politische Entscheidungen oder Regulierungen
Jugendliche mit mobilen Endgeräten (Symbolbild): viel zu früh für politische Entscheidungen oder Regulierungen (Bild: Eric Cabanis/AFP via Getty Images)

Hat die Nutzung von digitalen Geräten und sozialen Medien negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Jugendlichen? Das befürchten viele Eltern. Eine Studie der Universität von Oxford fand jedoch kaum Hinweise für einen solchen Zusammenhang.

Stellenmarkt
  1. Abteilungsleitung IT (w/m/d)
    DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Bonn
  2. IT-Mitarbeiter (m/w/d) Anwendungsbetreuung
    Helios IT Service GmbH, Freital
Detailsuche

Für die Studie, die in der Fachzeitschrift Clinical Psychological Science veröffentlicht wurde, werteten Matti Vuorre, Amy Orben und Andrew Przybylski die Daten von 430.000 Jugendlichen aus Großbritannien und den USA aus knapp 30 Jahren aus. Sie wollten wissen, ob es einen Zusammenhang zwischen Fernsehkonsum, der Nutzung sozialer Medien oder digitaler Endgeräte und psychischen Problemen wie Depressionen, Suizidalität oder Verhaltensauffälligkeiten gibt.

Untersucht wurden acht Zusammenhänge. Bei lediglich drei stellte das Team eine Veränderung im Laufe der Zeit fest: So wurden die Nutzung von sozialen Medien und das Fernsehen weniger stark mit Depressionen assoziiert. Allerdings gab es eine Zunahme bei der Nutzung sozialer Medien und emotionalen Problemen, allerdings nur eine leichte. Eine Veränderung bei der Assoziation von Technologieeinsatz mit Verhaltensproblemen oder Suizidalität fand die Studie nicht. Die Annahme, dass Technologien, über die sich viele Sorgen machten, wie etwa Smartphones, immer schädlicher würden, habe sich anhand der analysierten Daten nicht konsistent belegen lassen, teilte das Team mit.

Die Daten beruhten auf Selbsteinschätzung

Allerdings wies das Team auf methodische Schwächen der Studie hin: So beruhten die Daten über die am Bildschirm verbrachte Zeit oder die Nutzungsdauer bestimmter Dienste auf Selbstauskünften der Befragten. Das habe sich als ungenau erwiesen. Zudem sei der betrachtete Zeitraum nicht lang genug. Deshalb habe ein Zusammenhang zwischen Mediennutzung und psychischer Gesundheit und deren möglicher Veränderungen nicht schlüssig erfasst werden können.

Um eine robuste Studie über das Leben im digitalen Zeitalter durchzuführen, bedarf es nach Ansicht des Teams einer engen und offenen Zusammenarbeit zwischen Technologieunternehmen und Wissenschaftlern. "Wir brauchen mehr transparente und glaubwürdige Kooperationen zwischen Wissenschaftlern und Technologieunternehmen, um die Antworten zu finden. Die Daten existieren innerhalb der Tech-Industrie; Wissenschaftler müssen sie nur für eine neutrale und unabhängige Untersuchung nutzen können", sagte Przybylski.

Golem HIGHEND mit Ryzen 5000 und RTX3070 verfügbar

Je mehr Daten über die Technik- und Mediennutzung von Jugendlichen verfügbar würden, desto genauer ließen sich die Auswirkungen auf die Psyche ermitteln, sagte er weiter. "Es ist also noch zu früh, um eindeutige Schlüsse über die zunehmenden oder abnehmenden Zusammenhänge zwischen sozialen Medien und der psychischen Gesundheit von Jugendlichen zu ziehen, und es ist sicherlich viel zu früh für politische Entscheidungen oder Regulierungen auf dieser Basis."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Glasfaser
Berliner Senat blamiert sich mit Gigabitstrategie

Der Berliner Senat ist nach Jahren aus dem Dämmerzustand hochgeschreckt und hat nun eine Gigabitstrategie. Warum haben sie nicht einfach geschwiegen?
Ein IMHO von Achim Sawall

Glasfaser: Berliner Senat blamiert sich mit Gigabitstrategie
Artikel
  1. Razer: Der erste Blade-Laptop mit Ryzen ist da
    Razer
    Der erste Blade-Laptop mit Ryzen ist da

    Wieder 14 Zoll, erstmals mit AMD-Chip: Das neue Razer Blade kombiniert einen 75-Watt-Ryzen mit der flottesten Geforce RTX.
    Ein Hands-on von Marc Sauter

  2. Selbständige: Vodafone mit neuen Tarifen ohne Preissteigerung
    Selbständige
    Vodafone mit neuen Tarifen ohne Preissteigerung

    Vodafone wird seine Preise in neuen Tarifen für Selbständige nach 24 Monaten nicht mehr anheben.

  3. Gorillas-Chef: Entlassungen sind im Interesse der Community
    Gorillas-Chef
    Entlassungen sind "im Interesse der Community"

    Der Chef des Gorillas-Lieferdienstes rechtfertigt die Kündigung eines Arbeiters. Eine Fahrerin mit blauen Flecken am Rücken bewertet das anders.

AvailableLight 07. Mai 2021 / Themenstart

Man merkt, dass du nicht studiert hast, denn erstens können sie das als Nebenfach...

altuser 07. Mai 2021 / Themenstart

Also kannst Du Dir doch etwas vorstellen? Geh mal vor die Tür... Woraus schließt Du das...

Michael H. 06. Mai 2021 / Themenstart

Kann tatsächlich gut sein :D ich mein ich bin zwar auch erst 32, musste aber noch zum...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Dualsense 59,99€ • Battlefield 2042 PC 53,99€ • XXL Sale bei Alternate • Rainbow Six Extraction Limited PS5 69,99€ • Sony Pulse 3D-Headset PS5 99,99€ • Snakebyte Gaming Seat Evo 149,99€ • Bethesda E3 Promo bei GP [Werbung]
    •  /