• IT-Karriere:
  • Services:

Fernsehen: Die Fußballübertragung in Eigenregie

Auf dem Tablet wird der Zuschauer zum Regisseur: Mit einer App des Fraunhofer HHI kann der Nutzer selbst entscheiden, wann er Mario Götze sehen will und wann Manuel Neuer. Oder welchen Ausschnitt eines Konzerts.

Artikel veröffentlicht am ,
Regie-App für den Fernsehzuschauer: Rahmen zeigt den Bildausschnitt auf dem Tablet
Regie-App für den Fernsehzuschauer: Rahmen zeigt den Bildausschnitt auf dem Tablet (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Genervt von der Bildregie beim Fußballspiel? Ist der eigene Lieblingsspieler zu selten zu sehen? Da möchte der Zuschauer die Bildführung am liebsten selbst übernehmen. Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) aus Berlin präsentiert auf der Cebit (Halle 9, Stand E40) eine App, mit der das möglich wird.

Stellenmarkt
  1. Dataport, verschiedene Einsatzorte (Home-Office möglich)
  2. Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen

Das 4K-Bild vom Fernseher werde auf ein Tablet gestreamt. Auf dem Gerät habe der Nutzer dann die Möglichkeit, selbst die Regie zu übernehmen, erklärt Christian Lehmann vom Fraunhofer HHI im Gespräch mit Golem.de. Das bedeutet, er kann auf dem mobilen Gerät beispielsweise in der Szenerie navigieren und auf eine bestimmte Stelle auf dem Spielfeld zoomen.

Der Zuschauer kann einen Spieler verfolgen

Zu dem System gehört auch eine bildbasierte Spielererkennung: Das System erkennt beispielsweise Mario Götze oder Thomas Müller und kann jeden von ihnen über das Spielfeld verfolgen - über eine Art individuell steuerbare Spielerkamera. In das Bild werden kleine Schilder mit dem Namen der Spieler eingeblendet. Es wäre möglich, zudem weitere Informationen über den jeweiligen Spieler - Zahl der Ballkontakte und Zweikämpfe zum Beispiel - für den Nutzer bereitzustellen.

Als Datenbestand dient ein mit 4K aufgenommenes Fußballspiel. Auf dem Tablet wählt der Nutzer den Bereich, in den er hineinzoomen möchte. Diese Daten werden an einen Computer übertragen, der die entsprechenden Bilder dann auf HD-Qualität herunterskaliert und auf das Tablet ausliefert. Künftig könnte diese Funktion aber vom Fernseher übernommen werden.

Ausschnitte werden auf dem Fernseher markiert

Auf dem sogenannten Second Screen kann der Nutzer dann seine persönliche Version des Spiels verfolgen. Die Bilder werden dabei synchron ausgeliefert - es gibt keinen Zeitversatz zwischen dem Bild auf dem Fernseher und dem auf dem Tablet. Um den Überblick nicht zu verlieren, in welchem Bereich des Feldes sich das aktuelle Geschehen abspielt, wird auf dem großen Fernsehschirm - zumindest in der Version, die das HHI auf der Cebit zeigt - der ausgewählte Bereich als grüner oder roter Rahmen angezeigt.

Noch einen Schritt weiter geht das HHI mit der Omnicam360. Das ist eine von den Fraunhofer-Forschern entwickelte 360-Grad-Kamera, die sphärische Panoramen mit einer 10K-Auflösung filmt. Damit haben die Berliner das Finale der Fußballweltmeisterschaft im vergangenen Jahr sowie verschiedene Klassik- und Rockkonzerte aufgezeichnet.

360-Grad-Bild auf dem Tablet

Ideal wäre es, diese Aufzeichnung in einem Panoramakino zu zeigen, also in einem kugelförmigen Raum, in den das Bild projiziert wird. Auf einem flachen Bildschirm hingegen erschiene das Bild mit stark verzerrten Kanten. Um das zu vermeiden, sollen sich die Zuschauer die Bilder auf einem Tablet anschauen. Mit Wisch- und Zoomgesten können sie dann in dem Video navigieren. Es wäre aber auch möglich, die Navigation anhand der Bewegungssensoren zu steuern - ähnlich wie Panono, der Berliner Hersteller der 360-Grad-Ballkamera, das mit der Tablet-App ermöglicht.

Das Fußballspiel ist allerdings nicht als sphärisches Panorama abrufbar: Die Kamera hat das Spielfeld von der Tribüne aus gefilmt. Der Bildausschnitt ist also nur 180 Grad. Eindrucksvoller dürfte eine Aufzeichnung eines Konzerts der Berliner Philharmoniker sein: Die Omnicam befand sich direkt über dem Kopf des Dirigenten.

Ob und wann die App als kommerzielles Projekt erhältlich sein wird, ist allerdings ein Rechenexempel: 4K- und 10K-Produktionen sind sehr teuer. Um eine Veranstaltung mit der Omnicam aufzuzeichnen, ist ein großes Team notwendig, das die Technik aufbaut und betreut. Hinzu kommen die hohen Kosten für die Panoramakamera selbst. Eine Möglichkeit, die Kosten zu decken, könnte eine kostenpflichtige App sein.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. 44€ + 2,99€ Versand oder kostenlose Marktabholung (Bestpreis mit Amazon. Vergleichspreis 53...
  2. 44€ (Bestpreis mit Saturn. Vergleichspreis 53,98€)
  3. (u. a. MSI Optix MAG272CRX für 299€ + 6,99€ Versand statt ca. 450€ im Vergleich und Corsair...

Anonymer Nutzer 17. Mär 2015

Du gehörst wohl auch zu den Typen, die nur ins Kino gehen, um über jede Szene...

Anonymer Nutzer 17. Mär 2015

Ganz genau. Da sitzen ein Dutzend Menschen rum, die versuchen, das Geschehen perfekt...

Zeitvertreib 17. Mär 2015

Hm...wie soll denn das rechtlich funktionieren. Ich kann ja nicht einfach unter meinem...

Huetti 17. Mär 2015

...bin ich doch aber zumindest aktuell noch immer von der Bildregie abhängig? Aktuell tut...


Folgen Sie uns
       


Gesichtertausch für Videokonferenzen mit Avatarify - Tutorial

Wir erklären, wie sich das eigene Gesicht durch ein beliebiges animiertes Foto ersetzen lässt.

Gesichtertausch für Videokonferenzen mit Avatarify - Tutorial Video aufrufen
DSGVO: Nicht weniger als Staatsversagen
DSGVO
Nicht weniger als Staatsversagen

Unterfinanziert und wirkungslos - so zeigen sich die europäischen Datenschutzbehörden nach zwei Jahren DSGVO gegenüber Konzernen wie Google und Facebook.
Eine Analyse von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Datenschutzverstöße EuGH soll über Verbandsklagerecht entscheiden
  2. DSGVO Proton vergisst Git-Zugang auf Datenschutzwebseite
  3. DSGVO Iren sollen Facebook an EU-Datenschützer abgeben

Realme X50 Pro im Test: Der Oneplus-Killer
Realme X50 Pro im Test
Der Oneplus-Killer

Oneplus bezeichnete sich einst als "Flagship-Killer", mittlerweile stellt sich die Frage, wer hier für wen gefährlich wird: Das X50 Pro des Schwesterunternehmens Realme ist ein wahrer "Oneplus-Killer".
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Astro Slide Neues 5G-Smartphone mit aufschiebbarer Tastatur
  2. Galaxy S20 Ultra im Test Samsung beherrscht den eigenen Kamerasensor nicht
  3. Red Magic 5G Neues 5G-Gaming-Smartphone kommt mit 144-Hz-Display

Maneater im Test: Bissiger Blödsinn
Maneater im Test
Bissiger Blödsinn

Wer schon immer als Bullenhai auf Menschenjagd gehen wollte - hier entlang schwimmen bitte. Maneater legt aber auch die Flosse in die Wunde.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Mount and Blade 2 angespielt Der König ist tot, lang lebe der Bannerlord
  2. Arkade Blaster 3D-Shooter mit der Plastikkanone spielen
  3. Wolcen im Test Düster, lootig, wuchtig!

    •  /