Fernsehen: ARD und ZDF wollen DVB-T2 nicht 5G opfern

Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen DVB-T2 bis mindestens 2030 nutzen. Dann soll der Bereich für 5G-Fernsehen genutzt werden.

Artikel veröffentlicht am ,
SDR-Systeme (Software Defined Radio)
SDR-Systeme (Software Defined Radio) (Bild: IRT)

Rundfunkfrequenzen unterhalb 700 MHz sind keine Lösung für die Sicherstellung der mobilen Flächenversorgung mit 5G. Das geht aus einer Stellungnahme der öffentlich-rechtlichen Sender zum 5G-Konsultationsentwurf an die Bundesnetzagentur hervor, die Golem.de vorliegt. Dabei geht es um die Bereiche 2 GHz und 3,6 GHz.

Stellenmarkt
  1. IT Sales Consultant (w/m/d)
    SSI SCHÄFER IT Solutions GmbH, Giebelstadt, Dortmund
  2. Techniker (m/w/d) im Field Service Netzbetrieb / WLAN
    willy.tel GmbH, Großraum Hamburg
Detailsuche

Die Sender betonen die Zusage von Bund und Ländern, DVB-T2 bis mindestens 2030 als Verbreitungsweg nutzen zu können.

Der Rundfunk will perspektivisch die Versorgung auch über 5G sicherstellen, "wenn sich diese Technologie als relevanter Empfangsweg etabliert. Ein Ziel sei, Medieninhalte wie zum Beispiel die Mediatheken von ARD und ZDF, auf mobilen Endgeraten nutzbar zu machen. Vornehmlich wird dies über Kleinzellen und Kleinstzellennetze des Mobilfunks und auf Frequenzen größer als 1 GHz erfolgen."

Als weiteres Ziel sollen die laufenden Programme der Rundfunksender zukünftig auch über Broadcast-Technologien auf mobilen Endgeraten (Smartphones, Tablets) empfangbar gemacht werden. Auch hierfür biete sich die 5G-Technologie mit dem im Standard bereits etablierten 5G-Broadcast Modus FeMBMS (Further Evolved Multimedia Broadcast Multicast Service) mit der technischen Möglichkeit der Implementierung sehr großer Funkzellen mit einem Radius bis 70 Kilometer an. Damit könne effizient und wirtschaftlich die Verbreitung der Inhalte im 5G-Standard über eigenständige HPHT (High Power High Tower) Rundfunknetze realisiert und die Mobilfunknetze um diese bandbreitenintensiven Anwendungen effektiv entlastet werden.

Großzellige Rundfunk-Netze mit 5G FeMBMS als Übertragungsstandard nutzten aus Reichweitengründen die niedrigen Frequenzen im sub700MHz-Bereich und könnten neben Fernsehinhalten detailliertes aktuelles Kartenmaterial für autonomes Fahren verbreiten.

5G Aufbau: Gewinn für Konzerne statt Gemeinwohl

Dagegen seien die geplanten Vorgaben für die Vergabe von 5G-Frequenzen davon geprägt, im Wesentlichen nur auf die am Markt verfügbaren Player zurückzugreifen, denen ein wirtschaftlich tragfähiges Szenario offeriert werden müsse. Dies diene nicht dem Gemeinwohl.

Die Auflage, bis Ende 2022 eine Versorgung mit 50 MBit/s auf fahrgastreichen Bahnstrecken und 100 MBit/s auf Bundesstraßen und Bundesautobahnen zu erreichen, scheine unangemessen moderat zu sein. Die Auflage für 2 GHz-Zuteilungsnehmer, 500 Basisstationen mit mindestens 100 MBit/s in zuvor definierten weißen Flecken bis zum 31. Dezember 2022 in Betrieb zu nehmen, werde die Unterversorgung des ländlichen Raums nicht zeitnah beenden.

Die dem Mobilfunk durch die Digitalen Dividenden I und II zur Verfügung gestellten Rundfunkfrequenzen im Bereich 800 und 700 MHz würden bis heute nicht überall genutzt. Dies könne als Beleg dafür dienen, dass die Mobilfunkunternehmen bereits heute kein wirtschaftliches Interesse an einer flachendeckenden Versorgung hätten.

Für das autonome Fahren, Industrie 4.0 und Video seien aus technischen Gründen wie Latenzzeiten und der Akkukapazität der Endgerate ganz überwiegend Klein- und Kleinstzellen geeignet. "Genau für Klein- und Kleinstzellennetze im Mobilfunkbereich sind aber Frequenzen mit geringeren Reichweiten (oberhalb 1 GHz und oberhalb 6 GHz) prädestiniert", erklären die Sender. Aus diesem Grund begrüße man die anstehende Vergabe des 2 GHz- und von Teilen des 3,6-GHz-Bereiches an den Mobilfunk sowie die Öffnung des 26-GHz-Bandes für Mobilfunk durch Änderung der Frequenzverordnung.

Auch der Rundfunk will Mediencampusnetze im Frequenzbereich 3,7 bis 3,8 GHz an seinen Produktions- und Verwaltungsstandorten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Hubble
Uralttechnik ohne Ersatz versagt im Orbit

Das Hubble-Teleskop ist außer Betrieb. Die Speicherbänke aus den 1980er Jahren lassen sich nicht mit der CPU von 1974 ansprechen, die auf einer Platine zusammengelötet wurde.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

Hubble: Uralttechnik ohne Ersatz versagt im Orbit
Artikel
  1. Batteriezellfabrik: Porsche will Hochleistungsakkus mit Silizium-Anoden bauen
    Batteriezellfabrik
    Porsche will Hochleistungsakkus mit Silizium-Anoden bauen

    Akkus für nur 1.000 Elektroautos im Jahr will Porsche mit der neuen Tochterfirma Cellforce bauen. Vor allem für den Motorsport.

  2. Pornografie: Hostprovider soll Xhamster sperren
    Pornografie
    Hostprovider soll Xhamster sperren

    Medienwächter haben den Hostprovider von Xhamster ausfindig gemacht. Dieser soll das Pornoportal für deutsche Nutzer sperren.

  3. SSDs und Monitore zum Knallerpreis beim Amazon Prime Day
     
    SSDs und Monitore zum Knallerpreis beim Amazon Prime Day

    Wer auf der Suche nach neuer Hardware ist, sollte den Prime Day von Amazon nutzen. Hier warten Rabatte auf alle möglichen Artikel.
    Ausgewählte Angebote des E-Commerce-Teams

TheUnichi 17. Okt 2018

Keiner hat etwas dagegen, wenn du deinen Fernseher 8, 12 oder meinetwegen 300 Jahre lang...

tg-- 16. Okt 2018

"Die dem Mobilfunk durch die Digitalen Dividenden I und II zur Verfügung gestellten...

SirJoan83 15. Okt 2018

"Dies könne als Beleg dafür dienen, dass die Mobilfunkunternehmen bereits heute kein...


Folgen Sie uns
       


Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Amazon Prime Day • SSDs (u. a. Crucial MX500 1TB 75,04€) • Gaming-Monitore • RAM von Crucial • Fire TV Stick 4K 28,99€/Lite 18,99€ • Bosch Professional • Dualsense + Pulse 3D Headset 139,99€ • Gaming-Chairs von Razer uvm. • HyperX Cloud II 51,29€ • iPhone 12 128GB 769€ • TV OLED & QLED [Werbung]
    •  /