Pufferspeicher schnell aufgebraucht
Beim dynamischen Laden des Pufferspeichers zu flexiblen Zeiten hat sich gezeigt, dass schon das gleichzeitige Laden von zwei Elektroautos zum vollständigen Entladen des Akkus führte. Dennoch hätten alle Ladevorgänge abgepuffert werden können. Jedoch hätten nur werktags die lastschwachen Zeiten gereicht, um den Puffer wieder aufzuladen. Durch das geänderte Kundenverhalten am Wochenende habe es der Speicher nicht mehr geschafft, seine Kapazität nachzuladen. Das heißt: Am Wochenende stand selbst nachts nicht genügend Ladeleistung für den Puffer zur Verfügung.
Ebenso wie bei der Tiefgarage in Tamm hat Netze BW auch in Kusterdingen ein Lademanagement eingesetzt. Allerdings ist eine solche Technik in einer Tiefgarage viel einfacher umzusetzen. Denn dort hängen die Wallboxen in der Regel hinter einem einzelnen Zähler und können über Netzwerkkabel sehr flexibel untereinander gesteuert werden. So lässt sich sicherstellen, dass die verfügbare Leistung immer gleichmäßig an die Elektroautos verteilt wird.
Steuerung per LTE
Um die Wallboxen in den Häusern ansteuern zu können, hat Netze BW jeweils ein Home-Energy-Management-System (HEMS) installiert, das über LTE verbunden war. In der Regel wird dies heutzutage noch über Rundsteuerempfänger umgesetzt, während künftig die Smart-Meter-Gateways in der Lage sein sollen, die Wallboxen zu steuern. Das soll dann sogar eine stufenlose Steuerung der Ladeleistung ermöglichen.
In Kusterdingen stand den Testhaushalten jeweils eine Mindestleistung von 5,5 kW zur Verfügung. Überschritt der zulässige Spannungsabfall einen Grenzwert, wurde die Ladeleistung bei bestimmten Wallboxen entsprechend gedrosselt. Projektleiter Vasile räumte ein, dass bei einem simulierten Stresstest, dem gleichzeitigen Laden aller acht Elektroautos in der Straße, das Netz an seine Grenzen gestoßen sei.
Netze sollen transparenter werden
Ein solcher Gleichzeitigkeitsfaktor von 1 ist zwar eher ungewöhnlich. Doch in Zukunft könnte es durchaus vorkommen, dass 8 von 60 Haushalten gleichzeitig ihr Elektroauto laden. Bei der geplanten Verbreitung von Elektroautos in fünf bis zehn Jahren könnte das in den Abendstunden sogar die Regel werden.
Für die Netzbetreiber bedeutet dies, dass sie ihre Netze auf die stärkeren Belastungen auslegen müssen. Das könnte beispielsweise durch einen Netzausbau geschehen, indem die Trafos verstärkt und stärkere Kabel verlegt werden. Im ländlichen Raum stellen insbesondere die Freileitungen ein Problem dar, um hohe Ladeleistungen wie 22 kW bereitzustellen.
Zudem wolle sein Unternehmen das Netz stärker digitalisieren, um dessen Auslastung besser einschätzen zu können, sagte Markus Wunsch, Leiter Netzintegration Elektromobilität bei Netze BW. Auf diese Weise können die Netzbetreiber besser Lastspitzen erkennen und durch das Abschalten oder Drosseln von Verbrauchern reagieren. "Wir sind an vielen Stellen im Niederspannungsnetz oft blind, da wollen wir Sensorik verbauen", sagte Wunsch. Der Ausbau der Stromnetzes benötige aber Zeit, der mit Netzoptimierung per intelligentem Lademanagement genutzt werden solle.
Allerdings stoßen die Pläne für ein solches Lademanagement nicht überall auf Zustimmung.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed
Feldversuch E-Mobility-Chaussee: So schnell bringen E-Autos das Stromnetz ans Limit | Gesetzentwurf zu Spitzenglättung zurückgezogen |
Dann belassen wir es dabei: Du schaffst es nicht, auch nur die Seite zu nennen, wo...
Schade, dass du keine Argumente hast.
War es richtig eingesteckt...? Dreck im Stecker? Alles vielfach wahrscheinlicher als...