Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Feldtest: Beijing University will erste 6G-Übertragung erreicht haben

An der Pekinger Uni für Telekommunikation wurden Ergebnisse eines realen 6G -Netzes gezeigt. Erprobt wurde in dem Feldtest semantische Kommunikation.
/ Achim Sawall
11 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Ausstellung zur 6G Conference in Beijing (Bild: Beijing University of Posts and Telecommunications)
Ausstellung zur 6G Conference in Beijing Bild: Beijing University of Posts and Telecommunications

Ein Team der Beijing University of Posts and Telecommunications hat in einem Feldtest in einem Netzwerk eine 6G-Übertragung erreicht. Das gab die Universität am 10. Juli 2024 auf einer Konferenz bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Die Kapazität des semantischen Kanals habe die Shannon-Grenze des Kommunikationssystems durchbrochen und "erreichte die Leistungsverbesserung der drei grundlegenden Kommunikationsindikatoren Kapazität, Abdeckung, Effizienz um das Zehnfache" .

Nach dem Shannon-Hartley-Gesetz ist die maximale spektrale Effizienz, bei der noch eine fehlerfreie Übertragung möglich ist, durch das Signal-Rausch-Verhältnis begrenzt. Zhang Ping, Professor an der Bejing University, sagte, um in diesem Bereich Neuland zu betreten, müsse die Technologie von "gestapelter Innovation" zu "disruptiver Innovation" übergehen. "KI wird die Wahrnehmung und das semantische Verständnis der Kommunikation verbessern, während die allgegenwärtige Kommunikation mit 6G wiederum die Reichweite der künstlichen Intelligenz auf alle Bereiche ausdehnen wird" , betonte Zhang.

Bei dem theoretischen Modell "semantische Kommunikation" , eine Weiterentwicklung der Encoding-Theorie, sollen nicht Raw-Daten übertragen werden, sondern Wissen. Wenn ein Bild eine Katze zeige, überträgt man nicht das Bild, sondern den Begriff Katze. Damit solle sich der Aufwand der Kommunikation vom Datenkanal in den Computing-Kanal verlagern, erklärte ein Telekommunikationsexperte im Gespräch mit Golem.de.

Weltweiter Wettbewerb um die Standardisierung von 6G

Bei der Berlin 6G Konferenz vom 2. bis 4. Juni 2024(öffnet im neuen Fenster) erklärte Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger, dass der kommende sechste Mobilfunkstandard voraussichtlich zum Ende dieses Jahrzehnts breitflächig in den Markt eingeführt werde.

"Die dramatisch erhöhten Leistungskennziffern von 6G, das sehr hohe Level an Sicherheit und neue Funktionalitäten werden viele neue Anwendungen ermöglichen. Es wird personalisierte medizinische Dienste ermöglichen, uns unterwegs schützen und leiten sowie uns am Arbeitsplatz unterstützen. Echtzeitfähigkeit und Datenschutz sind daher wichtigste Designkriterien" , meinte Professor Hans D. Schotten vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Es gäbe einen weltweiten Wettbewerb um die Standardisierung von 6G.

In Zukunft würden sich Roboter über ein lokales Ad-hoc-Netz miteinander vernetzen und Aufgaben wie sensorische Erkundung bis zur manuellen direkten Unterstützung der vor Ort agierenden Rettungskräfte bieten. Erst die Leistungskennziffern von 6G würden die Skalierbarkeit des Netzes ermöglichen, um die großen Datenströmen der Sensoren übertragen und die Roboter in Echtzeit steuern zu können.


Relevante Themen