Fehlstart: Virgin Orbit untersucht missglückten Raketenstart

Am 9. Januar 2023 wollte Virgin Orbit mit der Mission Start Me Up seine erste Rakete über britischem Boden starten. Doch der Versuch schlug fehl . Es wäre der erste Orbitalstart für Großbritannien und der erste von europäischem Boden aus gewesen. Nun will das private Raumfahrtunternehmen den Grund für den missglückten Start formell untersuchen lassen.
Eigentlich lief am Montag alles gut. Das Trägerflugzeug Cosmic Girl war erfolgreich vom Weltraumbahnhof Cornwall abgehoben – denn anders als bei klassischen vertikalen Raketenstarts wirft Virgin Orbit seine Trägerrakete von einem Flugzeug ab, bevor diese horizontal zündet und in den Weltraum aufbrechen soll.
Der erste horizontale Raketenstart von europäischem Boden: Was lief schief?
Die modifizierte Boeing 747 warf an diesem Tag die Trägerrakete Launcher One ordnungsgemäß ab. Die erste Raketenstufe zündete ebenfalls ohne Probleme. Als die zweite Stufe der Rakete jedoch zünden sollte, um Launcher One in die richtige Umlaufbahn zu schicken, ging etwas schief.
"In einer Höhe von etwa 180 Kilometern trat in der oberen Stufe eine Anomalie auf. Diese Anomalie beendete die erste Zündung der Oberstufe vorzeitig" , gab Virgin Orbit vorläufig bekannt. Anschließend fielen "die Raketenkomponenten und die Nutzlast innerhalb des genehmigten Sicherheitskorridors zur Erde zurück, ohne jemals die Umlaufbahn zu erreichen."
Die Satelliten konnten somit nicht ins Weltall befördert werden. Dennoch steht das Unternehmen des britischen Unternehmers Richard Branson in Kontakt mit den britischen Behörden. Der erneute Start soll auf Ende 2023 verschoben werden. Der Weltraumbahnhof Cornwall wurde erst vor wenigen Wochen von einer leeren Zementplatte auf einem Verkehrsflughafen zu einem Raumfahrthafen umgestaltet.
Interne Untersuchung eingeleitet
Nach den ersten Datenauswertungen habe die erste Stufe der Rakete wie erwartet funktioniert. Sie habe den Weltraum erreicht, die Stufentrennung vorgenommen, die Zündung der Oberstufe und die Abtrennung der Verkleidung gemäß dem geplanten Zeitplan erfolgreich durchgeführt.
Der Chefingenieur und Vizepräsidenten für Technologieentwicklung von Virgin Orbit, Chad Foerster, und Jim Sponnick als Entwickler der Atlas- und Delta-Startsysteme sollen nun intern untersuchen, warum die zweite Stufe nicht planmäßig ihre Aufgabe erledigt hat. Bis zum Abschluss der Untersuchung sollen die nächsten Raketenstarts vom eigenen amerikanischen Weltraumflughafen Mojave Air and Space Port in der kalifornischen Wüste erfolgen – von dem aus auch Weltraumtouristen mit Virgin Galactic starten könnten .