Fehlerrate bei Festplatten: Backblaze widerlegt die Badewannenkurve bei HDDs
Der Backup-Anbieter Backblaze hat getestet, ob die Theorie des Badewannengraphen in Bezug auf die Ausfallrate von Festplatten stimmt. Wenn es um die Haltbarkeit von klassischen magnetischen Festplatten geht, wird diese Statistik aufgestellt. Die gibt an, dass Festplatten sehr häufig zu Beginn und am Ende ihrer vorgesehenen Betriebszeit ausfallen. Dazwischen normalisiert sich die Fehlerrate – so zumindest die Theorie.
Auf den ersten Blick scheint sich das auch in der Praxis abzuzeichnen; allerdings nur bei älteren Festplattenmodellen aus dem Jahr 2013. Die von Backblaze erhobenen Daten geben an, dass viele HDDs vor allem in ihrem ersten Betriebsjahr eine Fehlerquote von bis zu sieben Prozent aufweisen. Zwischen dem zweiten und dritten Jahr geht sie drastisch nach unten, bis sie nach dem dritten Jahr auf bis zu 17 Prozent steigt. Im vierten Jahr mussten deshalb wohl die meisten Platten bereits ausgetauscht werden.
"Zu dieser Zeit konnten wir schon sehen, dass die Badewannentheorie Löcher aufwies" , schreibt Backblaze im Blogpost(öffnet im neuen Fenster) . Nicht nur hielten die meisten Festplatten mehr als ein Jahr durch, bis die Fehlerrate nach oben schnellte. Auch stieg die Ausfallrate zum Ende der Betriebszeit merklich stärker an, so dass ein Hügel der "Badewanne" merklich größer erscheint.
Moderne Festplatten halten länger
Über die gesamte Zeit gemessen, scheint die Theorie komplett zu versagen. Eine Datenerhebung aller Festplatten bei Backblaze zeigt, dass die Fehlerrate über einen Zeitraum von bis zu elf Jahren annähernd linear ansteigt. Dabei gibt es eine Spitze nach fünf und nach sieben Jahren. Anschließend fällt die Fehlerrate rasch ab, bis sie im elften Jahr drastisch steigt. Aus der Badewannenkurve wird dementsprechend eine Kombination aus linearem Graphen mit einem steilen Tal am Ende.
Generell kann Backblaze sagen, dass modernere Festplatten zudem eine merklich bessere Zuverlässigkeit aufweisen. Mussten viele Festplatten von 2013 bereits nach unter fünf Jahren getauscht werden, scheint sich der Trend zu einer Betriebsdauer von etwa sieben Jahren zu entwickeln. Das Unternehmen erklärt diesen Umstand nicht nur durch bessere Fertigungstechniken. Im Jahr 2013 setzte Backblaze zudem noch größtenteils auf Festplatten für den Consumer-Markt. Erst später erfolgte der Wechsel auf primär Enterprise-HDDs.