Fehler im Zufallsgenerator: NetBSD erzeugt schwache Schlüssel

Ein Fehler im Zufallszahlengenerator von NetBSD kann dazu führen, dass kryptografische Schlüssel mit einer Entropie von lediglich 32 Bit erzeugt werden. Vor allem SSH-Schlüssel sind betroffen.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Die Sicherheit von NetBSD ist durch den fehlerhaften Zufallsgenerator vermindert.
Die Sicherheit von NetBSD ist durch den fehlerhaften Zufallsgenerator vermindert. (Bild: NetBSD)

Ein Security Advisory für das Betriebssystem NetBSD warnt vor schwachen kryptografischen Schlüsseln durch einen Fehler im Zufallszahlengenerator des Kernels. Betroffen sind Schlüssel, die mit der Version 6.0 von NetBSD erzeugt wurden. Verursacht wurde der Fehler durch eine falsch gesetzte Klammer im Programmcode des NetBSD-Kernels.

Stellenmarkt
  1. Senior Business Analyst*
    IKOR GmbH, deutschlandweit, remote
  2. Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich digitale Transformation und digitale Start-ups (w/m/d)
    Forschungszentrum Jülich GmbH, Berlin
Detailsuche

Die Entwickler empfehlen allen Anwendern, die mit NetBSD 6.0 oder NetBSD-Current Schlüssel erzeugt haben, diese umgehend zu ersetzen. Ein Update für den Kernel steht bereit, um den Fehler künftig zu verhindern.

Weniger Sicherheit durch niedrige Entropie

Wenn dem Betriebssystem gerade wenig Quellen für Zufallszahlen zur Verfügung stehen, also die Entropie des Zufallszahlengenerators niedrig ist, kann es vorkommen, dass Zufallszahlen erzeugt werden, die lediglich mit einer Entropie in der Größe eines Standardintegers auf dem jeweiligen System erzeugt wurden. Besonders betroffen sind 32-Bit-Systeme wie x86, denn dort reduziert sich die Zahl der möglichen Schlüssel auf circa vier Milliarden.

Niedrige Entropie im Zufallszahlengenerator ist vor allem nach dem Booten eines Systems ein potenzielles Problem. Die Schlüssel von OpenSSH werden üblicherweise beim ersten Booten eines Systems automatisch erzeugt und sind damit in besonderer Weise gefährdet. Die NetBSD-Entwickler weisen zudem darauf hin, dass mit Version 6.0 ihres Systems Serverschlüssel mit dem Algorithmus ECDSA eingeführt werden. Daher wurden vermutlich auf vielen Systemen nach dem Update auf Version 6 neue Serverschlüssel erzeugt.

Golem Akademie
  1. Blender Grundkurs: virtueller Drei-Tage-Workshop
    07.-09.06.2022, Virtuell
  2. AZ-104 Microsoft Azure Administrator: virtueller Vier-Tage-Workshop
    28.06.-01.07.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Kryptografiebibliotheken wie OpenSSL nutzen in der Regel nicht die vom Betriebssystem bereitgestellten starken Zufallszahlengeneratoren (unter BSD/Linux-Systemen /dev/random), da diese keine Ausgabe erzeugen, wenn nicht genügend Entropie bereitgestellt wird. Dadurch würde zwar die Sicherheit erhöht, es würde jedoch auch dazu führen, dass eine automatische Schlüsselerstellung beim Bootprozess den Bootvorgang blockieren könnte.

Wiederkehr des Debian-Bugs

Der Vorfall weckt Erinnerungen an einen Bug in Debian, der vor einigen Jahren auftrat. Ein fehlerhafter Patch für das OpenSSL-Paket in Debian führte dazu, dass sämtliche Schlüssel, die in einem Zeitraum von zwei Jahren mit OpenSSL, OpenSSH und zahlreichen anderen kryptografischen Tools unter Debian erzeugt wurden, trivial geknackt werden konnten.

Schwache kryptografische Schlüssel durch schlechte Zufallszahlengeneratoren sind ein weit verbreitetes Problem. Zwei Forschergruppen untersuchten kürzlich alle im Internet öffentlich abrufbaren kryptografischen Schlüssel und stießen dabei auf viele, die sich aufgrund schwacher Zufallszahlen brechen ließen. Betroffen waren dabei vor allem Embedded-Geräte wie Router.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


SvenMeyer 27. Nov 2013

"gefixed" und einen weiteren Fehler mit ähnlichem Effekt eingebaut ... argh "The Mistaken...

Thaodan 24. Mär 2013

Zu mal es auch nur dort genutzt wird.



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Sicherheitslücke
Die Schadsoftware, die auf ausgeschalteten iPhones aktiv ist

Forschern ist es gelungen, eine Schadsoftware auf ausgeschalteten iPhones mit vermeintlich leerem Akku auszuführen. Denn ganz aus sind diese nicht.

Sicherheitslücke: Die Schadsoftware, die auf ausgeschalteten iPhones aktiv ist
Artikel
  1. Umweltschutz: Leipziger Forscher entdecken Enzym für Plastikrecycling
    Umweltschutz
    Leipziger Forscher entdecken Enzym für Plastikrecycling

    Ein neu entdecktes Enzym soll das biologische Recycling von Kunststoff deutlich beschleunigen.

  2. Bundeswehr: Das Heer will sich nicht abhören lassen
    Bundeswehr
    Das Heer will sich nicht abhören lassen

    Um sicher zu kommunizieren, halten die Landstreitkräfte in NATO-Missionen angeblich ihre Panzer an und verabreden sich "von Turm zu Turm".
    Ein Bericht von Matthias Monroy

  3. Beschäftigte: Microsoft wird Prämien und Aktienoptionen stark erhöhen
    Beschäftigte
    Microsoft wird Prämien und Aktienoptionen stark erhöhen

    Microsoft muss, um seine Experten zu halten, deutlich mehr für Prämien und Aktienoptionen ausgeben. Meta hatte einigen das doppelte Gehalt geboten.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 400€ Rabatt auf Gaming-Stühle • AOC G3 Gaming-Monitor 34" UWQHD 165 Hz günstig wie nie: 404€ • Xbox Series X bestellbar • MindStar (u.a. Gigabyte RTX 3090 24GB 1.699€) • LG OLED TV (2021) 65" 120 Hz 1.499€ statt 2.799€ [Werbung]
    •  /