Fehlende Zustimmung aus China: Intel muss Übernahme von Tower absagen

Die geplatzte Übernahme ist ein Rückschlag für Intels Foundry-Ambitionen. China legte US-Unternehmen bereits zuvor Steine in den Weg.

Artikel veröffentlicht am , Johannes Hiltscher
Intel und Tower Semiconductor lösen ihren Übernahmevertrag auf.
Intel und Tower Semiconductor lösen ihren Übernahmevertrag auf. (Bild: cottonbro studio, Pexels/CC0 1.0)

Eigentlich wollte Intel seine Auftragsfertigung (Intel Foundry) breiter aufstellen. Dafür wollte der US-Konzern den israelischen Fertiger Tower Semiconductor übernehmen, mit 5,4 Milliarden US-Dollar eine der größten Übernahmen der vergangenen Jahre. Doch daraus wird nichts: Tower teilte in einer Pressemitteilung mit, man habe die Übernahme in gegenseitigem Einvernehmen abgesagt. Intel wird eine Entschädigung von 353 Millionen US-Dollar zahlen.

Gescheitert ist die Übernahme an der erforderlichen Zustimmung der Wettbewerbsbehörden. Eigentlich rechneten Intel und Tower damit, dass diese Formalität binnen eines Jahres geklärt sei. Doch aus China kam auch nach zwölf Monaten keine Rückmeldung, weshalb der Übernahmezeitraum im Februar 2023 noch einmal um sechs Monate verlängert wurde. Die sind nun um, Chinas Wettbewerbshüter äußerten sich weiterhin nicht.

Zuletzt versuchte Intels CEO Pat Gelsinger noch, die Behörden zur Zustimmung zu bewegen, 2023 reiste er zweimal zu Gesprächen nach China. Genutzt hat es nichts – während die US-Regierung versucht, Chinas Halbleiterbranche kleinzuhalten, legt die Regierung der Volksrepublik ihrerseits US-Unternehmen Steine in den Weg.

Tower auch allein gut aufgestellt

Towers CEO Russel Ellwanger gibt sich aber zuversichtlich, dass man auch allein weiter erfolgreich sein werde: "In den letzten 18 Monaten haben wir signifikante technologische und organisatorische Fortschritte gemacht. Wir sind gut aufgestellt." Das Unternehmen verdient sein Geld mit älteren Fertigungsprozessen, die bei Analog- und Funktechnik sowie Mikrocontrollern, etwa für die Automobilindustrie, noch immer weit verbreitet sind.

Besonders die Funktechnik wäre für Intel interessant gewesen, um etwa komplette Systems on Chip für Smartphones anbieten zu können. Laut Reuters sagte Intels CEO Gelsinger, die geplatzte Übernahme werde sich nicht auf die geplanten Investitionen in neue Fabs auswirken. Intel wird dabei nicht als erstem Unternehmen der Handelskrieg zwischen den USA und China zum Verhängnis: Bereits 2022 war die Übernahme von Rogers Corp durch DuPont De Nemours an der chinesischen Wettbewerbsbehörde gescheitert. Beide Firmen stellen Materialien für die Elektronikindustrie her. 2018 musste Qualcomm die geplante 44 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme von NXP aus dem gleichen Grund absagen.

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