Das schlägt der Hersteller Deye vor
Deye teilte in einem englischsprachigen Dokument am 9. Juli 2023 zunächst mit, dass es sich um ein primär regulatorisches Problem handele und eher um ein Missverständnis als um ein technisches Problem, das eine Gefahr für die Nutzer darstelle. Zudem betonte der Hersteller, dass er mit den offiziellen deutschen Stellen in Kontakt stehe und an einer Lösung arbeite.
Nun wendet sich Deye mit in einem Statement offenbar direkt an die betroffenen Kunden und Händler in Deutschland und Österreich und stellt darin eine externe Abschaltvorrichtung vor, die direkt an die Netzsteckdose des Wechselrichters angeschlossen werden kann. Darin verbaut ist das geforderte Relais nebst der zugehörigen Mess- und Abschaltelektronik.
Medienberichten zufolge sollen 400.000 Stück dieser Zusatzgeräte produziert und kostenlos abgegeben werden. Kunden können formlos beim technischen Support das als SUN-MI-RELAY-01 bezeichnete Bauteil anfordern. Der Einbau kann von jedem selbst durchgeführt werden und bedarf keines Spezialwerkzeuges oder tieferer Fachkenntnisse.
Gleichzeitig hebt Deye die Standardgarantie für die betroffenen Geräte von 10 auf 15 Jahre für den gesamten europäischen Markt an. Im selben Dokument weist Deye allerdings auf die geringe Laufzeit von sieben Jahren für die Wechselrichter hin, wenn ein Relais verbaut wäre.
Vermutlich war die begrenzte Lebensdauer des Bauteils bei den teilweise über 85 Grad Celsius Arbeitstemperatur des Wechselrichters der Auslöser für die Entscheidung, das Relais nicht zu verbauen. Das sind aber bisher nur Vermutungen, die von Deye nur indirekt bestätigt wurden. Denn Deye selbst ließ nach einem Bericht des chinesischen Onlinemagazins ne21.com verlauten, dass es sich bei dem Relais nicht um ein teures Bauteil handele, das aus Kostengründen weggelassen wurde.
So ist die Informationslage
Nach den ersten Berichten von Youtubern untersuchten immer mehr Menschen Deye-Wechselrichter und so wurde nach und nach klar, des es sich nicht nur um Einzelfälle handelt. Wie der Youtuber Holger Laudeley berichtet, gab es auch bereits bei der Bundesnetzagentur Meldungen bezüglich Funkentstörung durch diese Geräte.
Sowohl Georg Giglinger von der österreichischen Firma Enercab als auch Andreas Schmitz, einer der Initiatoren einer Petition zur leichteren Anmeldung von Balkonkraftwerken, veröffentlichten am 12. Juli 2023 Updates, welche die uns vorliegenden Informationen weiter bestätigen.
Auch in den chinesischen Medien ist das Thema seit knapp einer Woche sehr präsent. Eines der größten Onlinemagazine zu erneuerbaren Energien in China, ne21.com, berichtete am 9. Juli in einem Artikel darüber – zunächst noch mit dem unkenntlich gemachten Herstellernamen auf einem Bild mit den Videos von Enercab und Andreas Schmitz. In einem weiteren Artikel einen Tag später wurde der Hersteller dann auch genannt und zitiert.
Mittlerweile gibt es Röntgenaufnahmen von diversen Geräten und Herstellern, die z.B. von der Firma Enercab, aber auch von anderen Youtubern angefertigt wurden und zumindest stichprobenartig zeigen, ob bestimmte Typen über ein verbautes Relais verfügen. Allerdings ist das Vorhandensein eines Relais noch keine Garantie, dass alle für die Zertifizierung erforderlichen Anforderungen erfüllt werden, etwa die definierten Abschaltzeiten oder die Trennung auf der Lastausgangsseite.
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| Fehlende Relais: Deye schlägt Lösung für Balkonkraftwerk-Wechselrichter vor | Und die Bundesnetzagentur? |










Dann beziehst du hoffentlich nie Rente? Sonst würdest du ja gleich in mehreren auftauchen...
Da das Relais ein Sicherheitsteil ist, muss es nach Lebenszyklus des Wechselrichters...
Prinzipiell beschreibt die Einsatztemperatur die Lebensdauer, bei der getestet wird. Um...
und warum nicht? Es gibt hier gar keine Schutzkleinspannung du musst also nur die...