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Fehlende Kapazitäten: Bauindustrie hält Gigabit-Ziel bis 2025 für nicht erreichbar

Die Kapazitäten beim Tiefbau begrenzen derzeit den Ausbau des Glasfasernetzes. Nach Ansicht der Rohrleitungsbauer ist deshalb das geplante Ausbauziel bis 2025 nicht zu schaffen.

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Beim Glasfaserausbau mangelt es an Kapazitäten beim Tiefbau.
Beim Glasfaserausbau mangelt es an Kapazitäten beim Tiefbau. (Bild: Alessandro Bianchi/Reuters)

Zu wenig Kapazitäten bei der Planung und der Fachkräftemangel am Bau verzögern aus Sicht eines Bauverbandes den Ausbau des schnellen Internets. "Es fehlen massiv Planungskapazitäten - bei den Bauämtern und bei den Planungs- und Ingenieurbüros, welche die Unternehmen auch nicht übernehmen können", sagte der Vizepräsident des Rohrleitungsbauverbandes, Andreas Burger, der Nachrichtenagentur dpa. In den vergangenen Jahrzehnten seien Planungskapazitäten abgebaut worden. Ein flächendeckender Ausbau mit Gigabitnetzen, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, sei bis zum Jahr 2025 nicht zu schaffen.

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"Der Breitbandausbau ist in erster Linie kein Problem des Geldes. Die öffentlichen Kassen sind gut gefüllt. Und ein Glasfaserkabel zu verlegen, ist nicht schwierig, wenn das Unternehmen über die erforderlichen Fachkenntnisse verfügt und entsprechend zertifiziert ist", sagte Burger, der die Baufirma Sax und Klee in Mannheim leitet.

Aufwendige Planungen erforderlich

"Aber viele Baufirmen haben einfach nicht genügend Kapazitäten, um die zusätzlich anfallenden Planleistungen zu übernehmen. Es sind Genehmigungen zu beantragen, man muss mit den Versorgern sprechen, mit Bauämtern", sagte Burger. Die Ausschreibungsunterlagen, die an die Firmen verschickt würden, seien sehr umfangreich. "Es gibt planerische Vorgaben etwa über Mindestabstände zu bestehenden Leitungen und zur Verlegetiefe, die zu beachten sind." Seit langem aber gebe es einen Engpass bei Fachkräften für Planungsleistungen.

Burger verwies außerdem darauf, dass Fachkräfte am Bau fehlten. "In der Bauwirtschaft gab es mal 1,4 Millionen Beschäftigte." Aktuell seien es 800.000. "Wir müssen den Beruf wieder attraktiver machen und die berufliche Bildung stärken. Im Moment versuchen Auftraggeber verstärkt, den Firmen Fachkräfte abzujagen."

Rechtsanspruch auf schnelles Internet bedenklich

Die große Koalition will den Breitbandausbau beschleunigen und bis 2025 einen flächendeckenden Ausbau mit Gigabit-Netzen erreichen. "Die versprochene Geschwindigkeit beim Ausbau des schnellen Internets wird sich nicht halten lassen", sagte Burger. "Ich halte auch den angekündigten Rechtsanspruch auf ein schnelles Internet bis 2025 für bedenklich."

Bis dahin sei ein flächendeckender Ausbau nicht zu schaffen. "Wir als Baufirma würden auch solch einen Vertrag mit einem Rechtsanspruch nicht unterschreiben, da wir die Planungs- und Genehmigungsleistungen vertraglich und terminlich nicht beeinflussen können, um termingerecht ein schnelles Netz zu gewährleisten."

Bitkom: Ausbau dauert 20 Jahre

Schon im vergangenen Jahr hatte der IT-Branchenverband Bitkom ähnlich argumentiert. "Für eine flächendeckende Versorgung bräuchten wir etwa eine Million Kilometer Glasfaser, doch es gibt bei den Baufirmen aktuell nur Kapazitäten, um jährlich 50.000 bis 70.000 Kilometer zu legen", hatte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder gesagt und hinzugefügt: "Es wird also 20 Jahre dauern, bis zu jedem Haus in Deutschland Glasfaser zu haben."

Netzbetreiber bekommen die fehlenden Ausbaukapazitäten bereits zu spüren. "Von 55 Tiefbauunternehmen, die wir gerade angeschrieben haben, hat keines geantwortet", sagte Bernd Thielk, Geschäftsführer des Hamburger Netzbetreibers Willy.tel, im November 2017. Viele Firmen seien bereits bis 2019 ausgelastet. Die Tiefbaupreise seien um 30 Prozent gestiegen.

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZBD) hatte im November 2016 hingegen Aussagen von Telekom-Chef Timotheus Höttges widersprochen, wonach es begrenzte Tiefbaukapazitäten für Glasfaseranschlüsse in Deutschland gebe. Der Verband hatte stattdessen erklärt: "Aufgrund von gestiegenen Material- und Lohnkosten sind bei den aktuellen Ausschreibungen für den Bau von Glasfaseranschlüssen für die Betriebe keine auskömmlichen Preise zu erzielen. Mangelhafte Ausführungsunterlagen sowie erweiterte Qualifikationsanforderungen verringern die Bereitschaft zusätzlich, sich an Ausschreibungen zu beteiligen."



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LinuxMcBook 08. Apr 2018

Hä, was genau hat das jetzt mit dem Thema zutun? Vectoring betrifft alle Kunden, die in...

bombinho 05. Apr 2018

Es liegt weder an fehlenden Arbeitskraeften noch an fehlendem Geraet. Es liegt...

spezi 04. Apr 2018

Ich denke nicht, dass der Nahbereichsausbau besonders viel Tiefbaukapazitäten bindet. Es...

RipClaw 04. Apr 2018

Klar das nimmt einiges an Druck weg. Allerdings nur wenn es gut funktioniert. Wie stabil...

Netzweltler 03. Apr 2018

Dort, wo schon Telefonmasten stehen, ließ sich leicht der alte Klingeldraht gegen...


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