Fehlende Definition: Edinburgher Stadträte lehnen grünes Rechenzentrum ab
Der Stadtrat der schottischen Stadt Edinburgh hat Pläne für den Bau eines KI-Rechenzentrums abgelehnt. Wie The Register berichtet(öffnet im neuen Fenster) , wurden dieses von den Planern zuvor als besonders umweltfreundlich präsentiert und als grünes Rechenzentrum beworben.
Befürworter und Investoren brachten insbesondere zwei Argumente vor: den Standort des Rechenzentrums auf dem Gelände des ehemaligen Hauptsitzes der Royal Bank of Scotland sowie die Zusage, erneuerbare Energien für den Bau von öffentlichen Grünflächen und Sportanlagen einzusetzen.
Der Energiebedarf und Emissionen sollten durch den Einsatz neuer Kühltechnologien niedrig ausfallen, so die weiteren Versprechen. Für den Bau der Anlage hätten allerdings auch Regeln, die den Erhalt von gemischt genutzten Stadtgebieten fördern sollten, vernachlässigt werden müssen.
Umweltauswirkungen werden stärker hinterfragt
Während Stadtplaner die Ansicht vertraten, dass die Vorteile des Projekts die Abweichung von Regeln rechtfertigen würden, stellte sich der Stadtrat auf die Seite der Kritiker.
Diese zeigten sich skeptisch, ob Punkte wie die Notstromversorgung der 213-Megawatt-Anlage und damit einhergehende Emissionen ausreichend berücksichtigt wurden. Bei einem Stromausfall wäre die Anlage auf Dieselgeneratoren angewiesen, was im Widerspruch zum grünen Marketing stehe, so die Gegner.
Die Ablehnung des Projekts verdeutlicht das grundsätzliche Problem einer fehlenden Definition, was ein grünes Rechenzentrum genau ausmache, heißt es weiter. Die Umweltorganisation Action to Protect Rural Scotland sagt dem Register dazu, dass durch die Entscheidung in Edinburgh ab sofort jedes Genehmigungsverfahren für Hyperscaler-Anlagen in Großbritannien von dieser Frage betroffen sein wird.
Diese Entwicklung steht den Bemühungen der britischen Regierung entgegen, den Ausbau der digitalen Infrastruktur und digitale Souveränität zu fördern. Dafür wurden Genehmigungsverfahren beschleunigt und Möglichkeiten eingeführt, lokale Planungsbehörden zu umgehen. Gemeinden und Initiativen hinterfragen aber zunehmend die Umweltauswirkungen und Folgen der Flächennutzung, wie auch die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Gerau in Deutschland zeigt.
- Anzeige Hier geht es zu Künstliche Intelligenz: Wissensverarbeitung bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.