FDP-Vorsitzender: Atomenergie keine Option mehr in Deutschland

Schon allein wirtschaftliche Gründe sprächen gegen die Atomkraft, erklärte Christian Lindner. Zugleich warnte er vor Wettbewerbsverzerrung.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Kühltürme eines Atomkraftwerkes (AKW)
Kühltürme eines Atomkraftwerkes (AKW) (Bild: ulleo/Pixabay)

FDP-Chef Christian Lindner hat der Atomenergie in Deutschland auch für die Zukunft eine klare Absage erteilt. Er warnte aber vor "Wettbewerbsverzerrung gegenüber jenen, die auf klimafreundlich-nachhaltige Energiequellen setzen. Eine Energiequelle, die nur etabliert werden kann, wenn der Staat in die Haftung geht, die zeigt schon marktwirtschaftlich an, dass es sich nicht um eine nachhaltig verantwortbare Energiequelle handeln kann", sagte Lindner, der auch Bundesfinanzminister ist. Er reagierte damit auf dem Dreikönigstreffen der Liberalen am 6. Januar in Stuttgart auf Pläne aus Brüssel.

"Mir ist klar, für uns ist klar: Jeder Mitgliedstaat der Europäischen Union entscheidet über Fragen seiner eigenen Energieerzeugung. Und das verdient Respekt", sagte Lindner. "Bei der Bewertung dieser Investitionen aber darf nicht verkannt werden, dass Kernenergie CO2-frei sein mag, aber alles andere als nachhaltig ist."

Für Deutschland sei "die Kernenergie ohnehin keine Option", sagte Lindner. "Manche träumen davon. Wo gibt es eine Bereitschaft für neue Anlagen? Wo gibt es private Betreiber? Wo gibt es privates Kapital? Wo gäbe es einen privaten Versicherer, der das Risiko der Kernenergie im Markt versichern würde? Das gelingt nur mit Staatshaftung", sagte er. "Für einen Marktwirtschaftler ist das bereits ein Anzeichen, dass Kernenergie auch ordnungspolitisch nicht vertretbar ist."

Neue Technologien statt Atomkraft

Lindner plädierte dafür, die Chancen in neuen Technologien zu suchen. Er sagte: "Es muss gelingen, mit Tempo und mit Kreativität innovative, saubere Technologien auf die Straße und in die Praxis zu bekommen. Das ist die Wohlstandsfrage unserer Gesellschaft. Dessen bin ich mir sicherer denn je."

Nach einem Vorschlag der EU-Kommission sollen Investitionen in neue Gaskraftwerke insbesondere auf Wunsch Deutschlands übergangsweise als klimafreundlich eingestuft werden können. Auch Investitionen in neue Atomkraftwerke - vor allem in Frankreich geplant - sollen unter bestimmten Bedingungen als grün klassifiziert werden können. Diese im Fachjargon Taxonomie genannte Einstufung von Wirtschaftstätigkeiten soll mehr Geld in nachhaltige Technologien und Unternehmen lenken und so wesentlich zur Klimaneutralität Europas bis 2050 beitragen.

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FeuerTeuer1 08. Jan 2022

Im Idealfall überlässt Du das Denken in dieser Sache den Fachexperten, welche sich in...

FeuerTeuer1 08. Jan 2022

Wenn man sich nun noch vorstellt, dass man E-Auto Batterien super als festen...

FeuerTeuer1 08. Jan 2022

Dass sich dieses Unwissen so hartnäckig bei den Schwurblern hält. Wir exportieren TW an...

nebenderspur 07. Jan 2022

Ja genau .... Die Atomkraft in ihrem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf ....



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