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FCC: USA sperren neue Drohnen von DJI aus

Ab sofort dürfen in den USA keine neuen Drohnen aus ausländischer Produktion mehr verkauft werden. Das trifft DJI hart.
/ Andreas Donath
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DJI Mini 5 Pro im Flug (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)
DJI Mini 5 Pro im Flug Bild: Peter Steinlechner/Golem.de

Die Federal Communications Commission (FCC) hat Drohnen auf ihre "Covered List" gesetzt – eine schwarze Liste für Kommunikationsgeräte, die als Sicherheitsrisiko gelten ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ). Betroffen sind vor allem chinesische Hersteller wie DJI, die rund 70 Prozent des Weltmarkts dominieren.

Die FCC begründet das Verbot mit möglichen Überwachungs- und Spionagerisiken. Drohnen und ihre Komponenten – Datenübertragungsgeräte, Flugcontroller und Navigationssysteme – könnten zur Überwachung über US-Territorium eingesetzt werden, besonders bei Großveranstaltungen wie der Fußball-WM oder den Olympischen Spielen. Die Regelung gilt nur für künftige Drohnen, bereits zugelassene Modelle bleiben weiterhin erhältlich.

DJI verliert Zugang zum US-Markt

Das Verbot trifft vor allem den chinesischen Marktführer DJI. Das Unternehmen hatte im Rahmen des National Defense Authorization Act von Ende 2024 ein Jahr Zeit bekommen, um nachzuweisen, dass seine Produkte keine Sicherheitsbedrohung darstellen. DJI reichte mehrfach Anträge(öffnet im neuen Fenster) für behördliche Prüfungen ein – offenbar ohne Erfolg.

In einer Stellungnahme zeigte sich DJI laut Ars Technica(öffnet im neuen Fenster) enttäuscht und kritisierte, dass keine konkreten Beweise für die Sicherheitsbedenken vorgelegt worden seien. Das Unternehmen sieht in der Entscheidung protektionistische Maßnahmen.

US-Hersteller profitieren, Kunden zahlen drauf

Amerikanische Drohnenhersteller wie Skydio begrüßen die Regelung. Michael Robbins von der Association for Uncrewed Vehicle Systems International sieht darin einen Schub für heimische Produzenten und mehr Innovationskraft.

Für Verbraucher bedeutet das Verbot allerdings höhere Preise bei deutlich geringerer Leistung. DaCoda Bartels von Flyguys, einer Plattform für kommerzielle Drohnenpiloten, erklärt: US-Drohnen böten etwa die Hälfte der Leistung ausländischer Modelle – bei höheren Kosten. Hobbyisten sorgten sich zudem um Ersatzteile für bestehende Drohnen und DIY-Projekte.

Ob US-Hersteller die Lücke füllen können oder der Markt insgesamt schrumpft, bleibt abzuwarten. Die langfristigen Auswirkungen auf den amerikanischen Drohnenmarkt sind noch unklar.


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