FCC: Erst 25 MBit/s sind in den USA jetzt ein Breitbandanschluss
In Vorbereitung eines offiziellen Berichts zum Stand des Breitbandausbaus hat die Regulierungsbehörde FCC den Begriff eines Breitbandanschlusses neu definiert (PDF(öffnet im neuen Fenster)). Galten seit 2010 noch 4 MBit/s im Download und 1 MBit/s im Upload als schnelles Internet, so sind es nun 25 MBit/s und 3 MBit/s. Diese Werte liegen bei dem, was Streaminganbieter für Video-on-Demand in Ultra-HD empfehlen, bei Netflix sind es(öffnet im neuen Fenster) beispielsweise 25 MBit/s.
Die im Vergleich zu Deutschland hohen Werte lassen sich rechtfertigen, weil schnelle Anschlüsse – in den USA oft auch per Fernsehkabel – dort schon weit verbreitet sind. Der Telekommunikationsverband NCTA gibt in einer Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) zu den neuen FCC-Werten an, dass bereits 85 Prozent der US-Haushalte mit 50 MBit/s online gehen können. Die FCC hält dagegen, dass mehr als die Hälfte aller Haushalte in ländlichen Regionen nicht einmal die geforderten 25 MBit/s erreichen.
Auch 2014 konnte Deutschland die USA kaum einholen
Zumindest bis 2012 waren die deutschen Anschlüsse im Vergleich deutlich langsamer. Vom April 2013 datiert der dritte Monitoringbericht (PDF(öffnet im neuen Fenster)) zur Breitbandstrategie der Bundesregierung. Demnach hatten bis Ende 2012 nur 54,8 Prozent der deutschen Haushalte die Möglichkeit, einen Anschluss mit mindestens 50 MBit/s zu erhalten. Bis zum Jahr 2014 sollte das nach den Zielen der Regierung für 75 Prozent der Haushalte gelten – was aber immer noch hinter den USA liegen würde. Wie weit diese Ziele erreicht wurden, ist noch nicht bekannt.
Anders als in den USA gibt es in Deutschland auch keine eindeutige und bindende Definition für den Begriff des Breitbandanschlusses. In den Vereinigten Staaten legt das die FCC fest, hierzulande gibt es verschiedene Werte. Im Monitoringbericht nennt die Bundesregierung auf Seite 5 mindestens 1 MBit/s im Downstream. Das statistische Bundesamt dagegen(öffnet im neuen Fenster) orientiert sich an einer veralteten ITU-Empfehlung, die bereits ab 256 KBit/s von Breitband spricht. Möglicherweise handelt es sich hier aber um eine Verwechslung der Einheiten, denn eine FAQ der ITU(öffnet im neuen Fenster) aus dem Jahr 2003 legt bereits einen Wert fest, der 1,5 oder 2,0 MBit/s übersteigt. Diese Zahlen orientieren sich noch an der Primärmultiplexrate(öffnet im neuen Fenster) von ISDN, das vor der Verbreitung von DSL- und Kabelanschlüssen im Vergleich zu 56-KBit-Modems als breitbandig galt.
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