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FCAS: Industrie und Gewerkschaft schlagen zwei Kampfjets vor

Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) und die IG Metall haben sich für eine Zwei-Flugzeuge-Lösung beim FCAS ausgesprochen.
/ Andreas Donath
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Future Combat Air System (FCAS) (Bild: Dassault)
Future Combat Air System (FCAS) Bild: Dassault

Die Entwicklung des Kampfflugzeugs FCAS (Future Combat Air System) steht vor einer möglichen Neuausrichtung. Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) und die IG Metall wollen eine Zwei-Flugzeuge-Lösung, wie Verband und Gewerkschaft am 6. Februar gemeinsam mitteilten(öffnet im neuen Fenster) .

Das europäische Luftkampfsystem sieht bislang die Entwicklung eines einzelnen New Generation Fighters vor. Dieser soll zusammen mit unbemannten Begleitdrohnen und einer Combat Cloud zum Einsatz kommen. Die vorgeschlagene Alternative würde es Deutschland und Frankreich ermöglichen, jeweils eigene Kampfflugzeuge zu entwickeln.

BDLI-Hauptgeschäftsführerin Marie-Christine von Hahn bezeichnete die Zwei-Flugzeuge-Lösung als "Erwachsenwerden von FCAS" . In einem Gastbeitrag für das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) erläuterte sie, die Lösung würde unterschiedliche nationale Schwerpunkte ermöglichen und Reibungsverluste reduzieren.

Deutschland verfüge über ein industrielles Rückgrat aus großen Herstellern sowie kleinen und mittleren Unternehmen mit langjähriger Expertise im Flugzeugbau. In Kombination mit einem ausgestatteten Bundeshaushalt bestehe die Möglichkeit, selbstbewusst zu investieren.

Streit über Arbeitsaufteilung belastet Programm

Hintergrund der Initiative sind anhaltende Auseinandersetzungen zwischen Dassault und Airbus Defence and Space über die Arbeitsaufteilung beim Next Generation Fighter (NGF).

Airbus-Chef Guillaume Faury sagte im Oktober 2025 in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) , Dassault sei frei, das Programm zu verlassen. Die verfahrene Situation kann nach Einschätzungen aus Industriekreisen nur noch politisch gelöst werden.

Der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Jürgen Kerner, betonte, wenn die Bundesregierung Steuergelder für ein länderübergreifendes Projekt einsetze, müssten Arbeitsplätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette gesichert werden. Die Zwei-Flugzeuge-Lösung würde kleine bis große Unternehmen in Deutschland stärken. Dies sei eine Möglichkeit, partnerschaftliche Zusammenarbeit in Europa mit nationalen Interessen zu verbinden.

Entscheidung weiter offen

Die Bundesregierung hatte ursprünglich eine Entscheidung über das weitere Vorgehen bis Ende 2025 angekündigt. Ein Regierungssprecher teilte Ende des Jahres mit, die Frist habe nicht eingehalten werden können. Als Begründung wurde die umfassende deutsch-französische Agenda in außen- und sicherheitspolitischen Fragen genannt.

Nach Informationen von Fachmedien(öffnet im neuen Fenster) liegt das Thema nun im Kanzleramt. Die Entscheidung über die Zukunft des Programms bleibt damit offen. Das FCAS-Programm ist eine Kooperation zwischen Deutschland, Frankreich und Spanien.

Ob die Zwei-Flugzeuge-Lösung politisch umgesetzt wird, ist unklar. Eine Analyse von European Security & Defence(öffnet im neuen Fenster) stellt die Frage, ob das gemeinsame Programm in seiner jetzigen Form fortgeführt werden könne.


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