FCAS-Ende: Europa könnte drei Kampfjets der sechsten Generation bauen
Michael Schöllhorn, Chef von Airbus Defence and Space, hat sich am 21. April 2026 bei einer Podiumsdiskussion auf der Hannover Messe zu den Perspektiven der europäischen Kampfluftfahrt geäußert, berichtet Reuters(öffnet im neuen Fenster).
Schöllhorn verwies darauf, dass die USA derzeit drei bis vier Kampfflugzeuge der nächsten Generation entwickelten, China ebenfalls drei. Eine ähnliche Lage könnte seiner Einschätzung nach auch in Europa entstehen.
Konkret nannte Schöllhorn drei mögliche Plattformen: das britisch-japanisch-italienische GCAP-Programm(öffnet im neuen Fenster), ein trägertaugliches französisches Flugzeug zur nuklearen Abschreckung sowie einen dritten Jäger für die Luftüberlegenheit unter deutscher Beteiligung. Es sei nicht zwingend das Ende der Welt, wenn diese drei Konzepte parallel vorangetrieben würden, so der Manager.
FCAS-Mediation offenbar erneut gescheitert
Im Hintergrund läuft ein letzter Mediationsversuch zwischen einem deutschen und einem französischen Vermittler, der die festgefahrenen Verhandlungen zwischen Dassault Aviation und Airbus Defence and Space über die Arbeitsaufteilung beim FCAS-Fighter wieder in Gang bringen soll. Das Handelsblatt hatte zuerst berichtet(öffnet im neuen Fenster), dass dieser Versuch in der vergangenen Woche gescheitert sei. Dassault besteht demnach auf einem deutlich größeren Anteil am Fighter-Programm als ursprünglich vereinbart.
Schöllhorn machte deutlich, dass Airbus das FCAS-Programm als kooperatives europäisches Projekt und nicht als Zulieferer eines französischen Herstellers begonnen habe. Führung bei einem solchen Projekt sei zwar notwendig, aber eine Partnerschaft auf Augenhöhe müsse gewährleistet sein. Falls das nicht möglich sei, müsse das Kampfflugzeug eigenständig entwickelt werden, so Schöllhorn.
Merz und Macron dürften das letzte Wort haben
Trotz der schwierigen Lage zeigte sich Schöllhorn nicht ohne Zuversicht. Er hält ein europäisches FCAS weiterhin für erreichbar – eines, das auch Großbritannien einschließen könnte. Gleichzeitig betonte er, dass unterschiedliche Jäger-Konzepte über eine gemeinsame Combat-Cloud für den Luftkampf vernetzt werden könnten, was den operativen Nutzen mehrerer Plattformen erhöhen würde.
Die Zukunft des FCAS-Programms liegt nach aktuellem Stand erneut auf der politischen Ebene. Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron dürften in den kommenden Wochen entscheiden müssen, ob und in welcher Form das Vorhaben fortgeführt wird.
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