FBI-Wunsch: Apple verzichtete auf iCloud-Verschlüsselung

Auf Bitten des FBI hat Apple offenbar vor zwei Jahren Pläne für ein iPhone-Backup in der iCloud verworfen. Einer Reuters-Quelle zufolge wollte Apple dadurch einem Streit mit Beamten aus dem Weg gehen - geholfen hat es indes nicht.

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Unvollständige Verschlüsselung bei Apple.
Unvollständige Verschlüsselung bei Apple. (Bild: Ella_87/Pixabay)

Apple wollte iPhone-Nutzern verschlüsselte Backups in der firmeneigenen iCloud anbieten. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hat das Unternehmen seine Pläne jedoch vor zwei Jahren verworfen. 2016 noch hatten sich Apple und das FBI einen erbitterten Streit um die Entschlüsselung eines iPhones geliefert, das einem Attentäter gehörte. Damals hatte Apple öffentlich die Sicherheit und Verschlüsselung der Geräte verteidigt, etwas später und hinter verschlossenen Türen kam das Unternehmen dem FBI dann doch entgegen. Auch aktuell steht Apple im Fokus von US-Sicherheitspolitikern, die erneut eine Schwächung der Verschlüsselung fordern, dabei würde dies letztlich zu mehr Unsicherheit führen.

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Laut dem Reuters-Bericht hat Apple dem FBI vor zwei Jahren von den Plänen des verschlüsselten iCloud-Backups berichtet. Die Sicherheitsmaßnahme sollte Apple-Nutzer vor Hackern schützen. Reuters beruft sich auf aktuelle und frühere Apple-Mitarbeiter sowie Regierungsangestellte, die der Nachrichtenagentur von Gesprächen zwischen Apple und dem FBI berichtet hatten. Das FBI soll demnach gefordert haben, die Sicherheitsmaßnahme nicht einzuführen, da die Polizeibehörde befürchtete, ihren wichtigsten Zugang zu Beweisen auf iPhones zu verlieren. Apples Rechtsabteilung habe daraufhin dafür gesorgt, dass die Verschlüsselungspläne nicht umgesetzt wurden.

Apple wollte nichts riskieren

Apple habe nicht riskieren wollen, dass dem Unternehmen von Beamten vorgeworfen werde, Kriminelle zu schützen oder dass die Sicherheitsmaßnahme als Vorwand für eine Anti-Verschlüsselungs-Gesetzgebung verwendet werde, sagte ein ehemaliger Apple-Mitarbeiter zu Reuters. Nach dem Streit um das verschlüsselte iPhone des San-Bernardino-Attentäters 2016 habe Apple den Streit nicht weiterführen wollen.

Geholfen hat dies indes nichts. Erst letzte Woche forderte US-Justizminister William Barr Apple öffentlich dazu auf, zwei iPhones zu knacken, die ein Offizier der saudischen Luftwaffe benutzt haben soll, der mehrere Menschen in Florida erschossen hatte. US-Präsident Donald Trump äußerte sich auf Twitter ähnlich: Apple solle die Smartphones von "Mördern, Drogendealern und anderen gewalttätigen Kriminellen" knacken. Derlei Forderungen kommen mit einer routinierten Regelmäßigkeit und übersehen mit gleicher Regelmäßigkeit, dass eine Schwächung der Verschlüsselung weniger Sicherheit bedeutet.

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Ein ehemaliger FBI-Mitarbeiter erklärte Reuters hingegen, dass Apple von der Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden überzeugt worden sei: "Abgesehen von dem öffentlichen Streit über San Bernardino versteht sich Apple mit der Bundesregierung." Ein ehemaliger Apple-Mitarbeiter brachte jedoch noch einen weiteren Grund ins Spiel: Apple habe befürchtet, dass sich die Kunden mit der Verschlüsselung zu oft selbst ausgesperrt hätten. Welche Gründe letztlich für die Entscheidung ausschlaggebend waren, ist unbekannt, die Folge ist jedoch dieselbe: Das FBI kann weiterhin heimlich die iCloud-Backups der Apple-Nutzer anfordern. In der ersten Jahreshälfte 2019 fragten US-Behörden (ohne Geheimdienste) die Daten von 6.000 iCloud-Konten an. In 90 Prozent der Fälle habe Apple Auskunft erteilt.

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heikom36 24. Jan 2020

Nö, Apple richtet sich direkt an den Kunden in Europa. Dann gilt für die die DSGVO...

Lachser 24. Jan 2020

Das Ganze gilt übrigens auch für Android WhatsApp Backup in der Google Drive Cloud...

PiCelli 22. Jan 2020

Ich bin in dem Thema nicht so firm, wie sieht es denn bei anderen Cloud Anbietern mit...

elgooG 22. Jan 2020

Nein, damals war 2FA optional. Inzwischen ist es allerdings Zwang. Es ist allerdings egal...



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