Abo
  • Services:
Anzeige
Sony Pictures Entertainment in Culver City
Sony Pictures Entertainment in Culver City (Bild: Christopher Polk/Getty Images)

FBI: Sony-Hacker sollen "schlampig" geworden sein

Sony Pictures Entertainment in Culver City
Sony Pictures Entertainment in Culver City (Bild: Christopher Polk/Getty Images)

FBI-Direktor Comey liefert weitere Indizien, die darauf hinweisen, dass Sony von Nordkorea aus gehackt wurde. Zweifel bleiben, aber Comey will nicht alles verraten.

Anzeige

Der Sicherheitsexperte Bruce Schneier fühlte sich noch vor einigen Tagen an Colin Powell erinnert, der im Jahr 2003 der Weltöffentlichkeit mit computergenerierten Grafiken beweisen wollte, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt. Was das FBI bis dahin vorgelegt hatte, um zu beweisen, dass Nordkorea hinter dem desaströsen Hack von Sony Pictures Entertainment steckt, hatte Schneier nicht überzeugt. Und er war damit nicht allein. Nun hat der FBI-Direktor James Comey weitere Indizien präsentiert. Auf einer Konferenz in New York sagte Comey am Mittwoch aber auch, dass er nicht alles verraten dürfe, was die US-Behörden wüssten.

"Ich will Ihnen, dem amerikanischen Volk, so viel über das Warum sagen, wie ich kann. Aber dabei will ich den bösen Jungs so wenig über das Wie sagen wie möglich", sagte Comey. "So etwas wird wieder passieren, und wir müssen für diesen Fall unsere Methoden und Quellen erhalten."

Was er verriet, wird Experten wie Schneier wahrscheinlich nicht mehr überzeugen als die bisher bekannten Hinweise. So sagte Comey, die Angreifer, die sich Guardians Of Peace (GOP) nennen, hätten fast immer Proxyserver irgendwo auf der Welt benutzt, um zu verschleiern, woher ihre E-Mails und Statements kommen. "Aber einige Male wurden sie schlampig. Dann verbanden sie sich direkt, entweder weil sie vergaßen, Proxys zu verwenden, oder wegen technischer Probleme. Dann konnten wir sehen, dass die IP-Adressen, die sie benutzten, ausschließlich von den Nordkoreanern benutzt werden." Sie hätten das zwar immer schnell bemerkt und die Verbindung unterbrochen, aber nicht schnell genug.

Die New York Times zitiert Regierungsvertreter mit genaueren Angaben. Demnach hätten sich die Hacker ohne Proxy in ihrem Facebook-Konto eingeloggt und sich mit einem Sony-Server verbunden. Ob Facebook dem FBI die entsprechenden Logdateien ausgehändigt hat, ist unklar. Das Konto der Guardians Of Peace hatte Facebook bereits im November gesperrt.

Weitere Hinweise hat nach Angaben von Comey eine FBI-Einheit von Verhaltensanalysten geliefert, die Schreibstil und Aktionen von Angreifern untersuchen. Details nannte er nicht, Nachfragen von Journalisten waren nicht gestattet.

Mitte Dezember hatte das FBI erste Indizien veröffentlicht. So soll es diverse Übereinstimmungen zu vorangegangenen Attacken aus Nordkorea geben, sowohl im Schadcode als auch in kryptographischen Verfahren, Datenlöschverfahren und verwendeten IP-Adressen. Echte Beweise sind das nicht, weil raffinierte Angreifer zum Beispiel einen beliebigen Standort vortäuschen und Bausteine aus bekannter Schadsoftware verwenden können, um den Verdacht auf andere zu lenken. Auf solche und andere Bedenken ging Comey nicht ein.

Aber er deutete an, dass nicht nur das FBI überzeugt ist, hinter den Guardinas Of Peace steckten Nordkoreaner. "Die gesamte Intelligence Community" sei sich sicher, sagte er. Die Intelligence Community besteht aus 17 Behörden, darunter auch die NSA. Experten wie Schneier gehen davon aus, dass die NSA bei den Ermittlungen geholfen hat, ihre im Geheimen gewonnenen Erkenntnisse aber natürlich nicht veröffentlichen will. Comey sagte mit Blick auf die Skeptiker: "Sie haben nicht die Fakten, die ich habe. Sie sehen nicht, was ich sehe." Was genau er sieht, und von wem er die Fakten hat, bleibt bis auf weiteres Verschlusssache.

Unterstützung bekam Comey von James Clapper, dem Direktor der Intelligence Community. Der sagte auf der gleichen Konferenz in New York, die US-Regierung habe schnell handeln müssen, weil die Nordkoreaner sonst ermutigt würden, ähnliche Angriffe erneut zu versuchen. Clapper sagte auch, der Sony-Hack habe "potenzielle Schäden von Hunderten Millionen Dollar" angerichtet. Der Geschäftsführer des Sony-Konzerns, Kazuo Hirai, sagte hingegen am Mittwoch, bislang sei nicht erkennbar, dass sich die Attacke nennenswert in den Ergebnissen von Sony Pictures niederschlagen werde.


eye home zur Startseite
Mimus Polyglottos 08. Jan 2015

Das bedeutet lediglich, dass der Schaden in seiner Gesamthöhe noch nicht feststeht. Zum...

Salzbretzel 08. Jan 2015

Die Inuit's sind eine geheime Untergrundorganisation die um die Weltherrschaft ringen...

blizzy 08. Jan 2015

Eindeutiges Zeichen dafür, daß noch viel zu wenig überwacht wird!!!11!1elf

Salzbretzel 08. Jan 2015

Also das größte Indiz ist es nicht. Ich kann auch andernortes Server Kapern und da die...

Anonymer Nutzer 08. Jan 2015

"bösen Jungs"? Sind die Amis wirklich so einfach gestrickt? Was sagt eigentlich die...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Bosch Communication Center Magdeburg GmbH, Berlin
  2. Daimler AG, Düsseldorf
  3. Dataport, Rostock, Altenholz/Kiel, Bremen oder Magdeburg
  4. Robert Bosch GmbH, Böblingen


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 184,90€ + 3,99€ Versand (Bestpreis!)
  2. 219,00€
  3. (Core i7-7700HQ + GeForce GTX 1070)

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Globale SAP-Anwendungsunterstützung durch Outsourcing
  2. Praxiseinsatz, Nutzen und Grenzen von Hadoop und Data Lakes


  1. Megaupload

    Dotcom droht bei Auslieferung volle Anklage in den USA

  2. PC-Markt

    Unternehmen geben deutschen PC-Käufen einen Schub

  3. Ungepatchte Sicherheitslücke

    Google legt sich erneut mit Microsoft an

  4. Torus

    CoreOS gibt weitere Eigenentwicklung auf

  5. Hololens

    Verbesserte AR-Brille soll nicht vor 2019 kommen

  6. Halo Wars 2 im Test

    Echtzeit-Strategie für Supersoldaten

  7. Autonome Systeme

    Microsoft stellt virtuelle Testplattform für Drohnen vor

  8. Limux

    Die tragische Geschichte eines Leuchtturm-Projekts

  9. Betriebssysteme

    Linux 4.10 beschleunigt und verbessert

  10. Supercomputer

    Der erste Exaflops-Rechner wird in China gebaut



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Kernfusion: Angewandte Science-Fiction
Kernfusion
Angewandte Science-Fiction
  1. Kernfusion Wendelstein 7-X funktioniert nach Plan

MX Board Silent im Praxistest: Der viel zu teure Feldversuch von Cherry
MX Board Silent im Praxistest
Der viel zu teure Feldversuch von Cherry
  1. Patentantrag Apple denkt über Tastatur mit Siri-, Emoji- und Teilen-Taste nach
  2. Kanex Faltbare Bluetooth-Tastatur für mehrere Geräte gleichzeitig
  3. Surface Ergonomic Keyboard Microsofts Neuauflage der Mantarochen-Tastatur

Der große Ultra-HD-Blu-ray-Test (Teil 2): 4K-Hardware ist nichts für Anfänger
Der große Ultra-HD-Blu-ray-Test (Teil 2)
4K-Hardware ist nichts für Anfänger
  1. Der große Ultra-HD-Blu-ray-Test (Teil 1) 4K-Filme verzeihen keine Fehler
  2. Deutsche Verkaufszahlen Unberechtigter Jubel über die UHD-Blu-ray
  3. 4K Blu-ray Sonys erster UHD-Player kommt im Frühjahr 2017

  1. Re: Wie viel Smog erzeugt der Smog-Berechner?

    h1ght | 03:51

  2. Re: Age of empires 4

    h1ght | 03:46

  3. Re: Ohne Telemetrie keine Erfolge

    h1ght | 03:38

  4. Re: Es führt kein Weg an Windows vorbei

    divStar | 03:26

  5. Re: Ich kanns auch nicht mehr hören...

    cpt.dirk | 03:25


  1. 18:33

  2. 17:38

  3. 16:38

  4. 16:27

  5. 15:23

  6. 14:00

  7. 13:12

  8. 12:07


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel