Faxploit: Fax-Geräte als Einfallstor für Hack von Firmennetzwerken

Forscher des israelischen Unternehmens Checkpoint warnen vor den Gefahren von Sicherheitslücken in Fax-Geräten. Auf diese Weise könnte es Hackern gelingen, über die Telefonleitung Fax-Geräte zu manipulieren und diese als Einfallstor für einen Angriff auf das gesamte Netzwerk zu nutzen, heißt es in der Angriffsbeschreibung(öffnet im neuen Fenster) . Darüber hinaus könnten Faxe manipuliert oder nach außen weitergeleitet werden. Der US-Druckerhersteller HP veröffentlichte inzwischen ein Sicherheitsupdate für mehr als 150 Multifunktionsgeräte(öffnet im neuen Fenster) .
Zwar werden immer wieder Sicherheitslücken in der Firmware von Druckern entdeckt . Riskant kann es auch sein, seine Drucker in offenen WLAN-Netzen zu betreiben, wie es kürzlich bei einem Drucker des Zolls am Münchner Flughafen aufgefallen war . Doch für ihren Angriff auf die Fax-Funktion brauchten Eyal Itkin und Yaniv Balmas von Checkpoint keine ungeschützten Ports, sondern lediglich die Fax-Nummer des Gerätes. Diese ist in der Regel leicht herauszufinden.
Auch andere Hersteller könnten betroffen sein
Die Forscher hatten zuvor per Reverse Engineering einen HP Officejet Pro 6830 auseinandergenommen und einen Speicherüberlauf ausgenutzt, um das Gerät zu übernehmen. Anschließend versuchten sie mit Hilfe der NSA-Exploits Eternalblue und DoublePulsar , andere Rechner in einem angeschlossenen Netzwerk zu hacken. Wie das Patch von HP zeigt, existiert die "Faxploit" getaufte Sicherheitslücke bei vielen Modellen. Die Forscher vermuten, dass auch andere Hersteller betroffen sind. In freier Wildbahn sei Faxploit aber noch nicht entdeckt worden.

Nach Ansicht der Forscher ist die Lücke gefährlich, weil Faxgeräte immer noch weit verbreitet sind. 2015 ergab eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Yougov(öffnet im neuen Fenster) , dass jeder fünfte erwerbstätige Deutsche ein Fax nutzt. Die überwiegende Mehrheit deutscher Unternehmen – 79 Prozent – setze das Fax zur Kommunikation ein, berichtete der Branchenverband Bitkom im März 2016. Allerdings hatte das scherzhafte Fax-Abo von Golem.de vor gut zwei Jahren gezeigt, dass es in Zeiten von Voice-over-IP gar nicht mehr so einfach ist , Faxe zu schicken und zu empfangen.
In einem Interview mit den US-Magazin Wired sagte Itkin(öffnet im neuen Fenster) : "Die wirkliche Lösung würde darin bestehen, Faxe nicht mehr zu nutzen." Falls das Gerät nicht verzichtbar sei, wäre es am besten, es in einem separaten Netzwerk zu betreiben, das vom Hauptnetzwerk getrennt ist.