Zum Hauptinhalt Zur Navigation

(Fast) vergessene Sci-Fi-Serien der 80er: Captain Power! Highwayman!

Keine der folgenden elf Sci-Fi -Serien aus den 80er Jahren hat mehr als eine Staffel geschafft - manche werden heute aber noch verehrt. Ein Nostalgie-Trip.
/ Peter Osteried
41 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
So gut, leider nur eine Staffel lang: die 80er-Jahre-Serie Automan, in der Hauptrolle Chuck Wagner (Bild: Chuck Wagner)
So gut, leider nur eine Staffel lang: die 80er-Jahre-Serie Automan, in der Hauptrolle Chuck Wagner Bild: Chuck Wagner

Angesichts der vielen Streaming-Dienste und der enormen Menge an phantastischen Serien heutzutage, kann man kaum noch vorstellen, dass Science-Fiction im Fernsehen einmal Mangelware war.

In den 1980er-Jahren war das aber so. Zwar gab es ein paar wenige Hits, wie Star Trek: The Next Generation. Daneben gab es aber viele Serien, die mit Mühe und Not eine Staffel schafften. Einige davon sind allerdings richtig gut.

1. Captain Power and the Soldiers of Future (1987-1988)

Bemerkenswert ist Captain Power and the Soldiers of Future vor allem, weil J. Michael Straczynski, der spätere Schöpfer von Babylon 5, hier erstmals versucht hat, eine große Science-Fiction-Geschichte im Fernsehen zu erzählen.

Die Serie spielt im Jahr 2147. Der Krieg zwischen Menschen und Maschinen läuft schlecht für die Menschheit. Ein gewisser Lord Dread will die Menschen digitalisieren. Ihm gegenüber stehen Jonathan Power und seine Soldiers of the Future.

Entwickelt wurden die Helden der Zukunft auch, weil man mit Mattel einen Spielzeug-Deal hatte. Zudem gab es Videokassetten mit Spielsegmenten, für die man eine eigene Waffe benötigte. Damit zielte man etwa auf die Brust der Bösen und konnte Punkte bekommen, wenn man sie abschoss. Zudem musste man ihre Schüsse abwehren, um nicht selbst getroffen zu werden.

Die Serie war auf Kinder ausgerichtet, das Studio JMS gestaltete sie aber dennoch sehr erwachsen - mit Beziehungen innerhalb der Gruppe, mit sexuellem Innuendo und der einen oder anderen leichten Profanität. Vor allem aber mit einer wirklich großen Geschichte. Beeindruckend war die Serie seinerzeit auch, weil es hier computergenerierte Sequenzen gab, und zwar mit dem Lakaien von Lord Dread, der ein fliegender Roboter ist.

Captain Power - Intro
Captain Power - Intro (01:32)

Die Sendung überlebte nach ihrem Start im Jahr 1987 nur eine Staffel, da sie mit Produktionskosten von einer Million US-Dollar pro Folge zu teuer war und zu wenige Menschen erreichte. Sie war zu gewalttätig für Kids und vom Titel her zu doof für Erwachsene.

Wer sie gesehen und das SF-Herz auf dem rechten Fleck hat, wird hingegen mit einiger Nostalgie auf diese doch ziemlich coole Serie zurückblicken.

Reklame

Captain Power - Die komplette Serie (inkl. Pilotfilm 'Galaxy Heroes') [3 DVDs]

Jetzt bestellen bei Amazon (öffnet im neuen Fenster)

2. Der Junge vom anderen Stern (1982-1983)

Ebenfalls nur eine Staffel gab es von Der Junge vom anderen Stern ( Intro(öffnet im neuen Fenster) ). Die Serie wurde von Steven E. de Souza entwickelt, der später die Drehbücher zu Running Man, Stirb Langsam und dem Jean-Claude-Van-Damme-Heuler Streetfighter schrieb.

Im Mittelpunkt steht Matthew Star, ein Jugendlicher, der tatsächlich ein außerirdischer Prinz mit übermenschlichen Fähigkeiten ist. Im Grunde ist er wie Superman, nur dass er nicht als Baby zur Erde kam und mit Louis Gossett Jr. auch noch einen Mentor an seiner Seite hat.

Außerdem brummt die Regierung ihm immer wieder einmal besondere Missionen auf. Davon abgesehen ist Der Junge vom anderen Stern eine Teenie-Serie mit Teenie-Problemen.

Die Hauptrolle spielt Peter Barton. Er stach damals Tom Cruise aus, der auch einen Screentest gemacht hatte. Gut für Cruise, denn Bartons Karriere lief nicht so toll.

3. The Highwayman (1987-1988)

Neun Episoden gab es von der Actionserie The Highwayman ( Intro und Opening Credits(öffnet im neuen Fenster) ), die postapokalyptisch anmutete, deren SF-Element aber hauptsächlich aus dem waffenstarrenden Truck des Highwayman bestand. Der Highwayman ist Teil eines Teams von Bundesmarshalls, die dort für Gerechtigkeit sorgen, wo die Gesetze nicht mehr greifen.

Sie transportieren mitunter ganz besondere Ladungen. Der Truck ist der eigentliche Star, denn die Fahrerkabine konnte auch zum Helikopter werden.

Die Idee für die Show hatte Glen A. Larson (Schöpfer von Serien wie Kampfstern Galactica oder Knight Rider). Die Hauptrolle ging an Sam J. Jones, der Jahre zuvor als Flash Gordon auf der Leinwand zu sehen war .

Die Besetzung ist überhaupt genial. Einer der Kollegen des Highwayman wird von Tim Russ gespielt, der Jahre später als Tuvok in Star Trek: Voyager Erfolg hatte. Außerdem ist Jane Badler, die fiese Diana aus V - Die außerirdischen Besucher kommen, dabei.

Eines ist sicher: Something Is Out There

4. Jesse aus dem All (1989)

Eine Staffel mit 13 Folgen gab es von Jesse aus dem All ( Intro(öffnet im neuen Fenster) ). In der Hauptrolle agiert Martin Kove, nach seiner Zeit bei Cagney & Lacey und den Karate-Kid-Filmen.

Kove ist heute durch Cobra Kai wieder sehr beliebt, damals war er Jesse, ein Exilant aus dem All, der in Los Angeles lebt. Er wurde dorthin verbannt, bis er echtes Mitleid zeigen und empfinden kann - was von einem robotischen Bewährungsroboter namens Control streng beobachtet wurde.

Erfunden wurde die Serie von Jim und John Thomas, die beide 1987 mit ihrem Drehbuch zu dem SF-Action-Hit Predator debütiert hatten.

5. Der Mann vom anderen Stern (1986-1987)

Als John Carpenters Science-Fiction-Film Starman im Jahr 1984 in die Kinos kam, war die große Studio-Produktion kein überragender Erfolg, aber auch kein verheerender Misserfolg. Der Film lief gut genug, dass man zwei Jahre später die Chance sah, Der Mann vom anderen Stern als Fernsehserie ( Intro(öffnet im neuen Fenster) ) fortzuführen.

Die Serie spielt 14 Jahre nach dem Film. Jenny Hayden, in die sich der Starman verliebte, hat sein Kind zur Welt gebracht. Jetzt muss der Teenager den Tod seiner Pflegeeltern verkraften und ruft seinen Vater von den Sternen zu Hilfe, nachdem er eine Tonaufzeichnung seiner Mutter gefunden hat, die ihm erklärt, wer sein Vater wirklich ist.

Der Starman kommt auf die Erde und klont den Körper des toten Reporters Paul Forrester. Er nimmt dessen Identität an, um Scott zu helfen, Jenny zu finden, derweil Regierungsagenten, aber auch eine Journalistin hinter ihnen her sind.

Die Serie startete in den USA im September 1986, die Quoten waren aber von Anfang an nicht besonders toll, so dass ABC begann, den Sendeplatz zu verändern. Im Mai 1987 lief dann die letzte von 22 Folgen.

Starman - Filmtrailer
Starman - Filmtrailer (02:13)

Eine Petition, die Serie fortzuführen, hatte keinen Erfolg. Schade, denn diese mit ihrem Zwei-Männer-auf-der-Flucht-Plot zwar alles andere als originelle Serie war sehr sympathisch und konnte die Plot-Struktur mit interessanten SF-Elementen etwas aufbrechen.

6. Zeit des Grauens (1988-1989)

Während der deutsche Titel eher nichtssagend ist, spricht aus Something Is Out There ( Intro(öffnet im neuen Fenster) ) deutlich mehr. Begonnen hat Zeit des Grauens als zweiteilige Miniserie. In ihr untersuchen zwei Polizisten brutale Morde, bei denen den Opfern die Organe entfernt wurden.

Eine junge Frau wird verhört. Wie sich herausstellt, ist sie eine Außerirdische, die von einem Gefängnisschiff geflohen ist - ebenso wie das Monster, das für die Morde verantwortlich ist.

Der Zweiteiler lief toll, weswegen im gleichen Jahr eine Fernsehserie nachgeschoben wurde. Auch hier spielten Joe Cortese und Maryam D'Abo wieder die Hauptrollen.

In der Serie hilft die Außerirdische dem Cop bei seinen Fällen. Was als Zweiteiler funktionierte, wollte als wöchentliche Serie kaum jemand sehen. Nach nur acht Folgen war Schluss.

Durch die Straßen, durch die Zeit

7. Automan (1983-1984)

Neben The Highwayman hat Glen A. Larson gerade in den 80ern noch jede Menge andere Serien erfunden. Manches wurde zum Hit, anderes nicht. Zu letzterem gehört Automan ( Intro(öffnet im neuen Fenster) ), eine Serie, in der ein computergenerierter Superheld und sein menschlicher Schöpfer gegen Verbrechen in einer Stadt kämpfen.

Eine Superhelden-Serie also - und das Jahrzehnte, bevor Superhelden für die breite Öffentlichkeit cool wurden. Larson wurde für diese Serie von Tron inspiriert. Etwas schräg ist allerdings, dass es in der Serie keine Computeranimationen zu sehen gibt. Alle Effekte wurden traditionell gestaltet.

Die Hauptrolle spielte Chuck Wagner. Er schlüpfte 2017 noch einmal in die Rolle, für den Kurzfilm Hewlogram(öffnet im neuen Fenster) .

8. Ein Fall für Professor Chase (1983)

Ein Fall für Professor Chase ( Intro(öffnet im neuen Fenster) ) wurde ebenfalls von Glen A. Larson, zusammen mit Donald R. Boyle, entwickelt. Sie lief nur acht Episoden lang, war aber auch eine waschechte Superhelden-Serie.

Reklame

Automan The Complete Series [DVD] [UK Import]

Jetzt bestellen bei Amazon (öffnet im neuen Fenster)

Darin spielt Simon MacCorkindale Professor Chase, der die Fähigkeit hat, die Gestalt von Tieren anzunehmen. Natürlich nutzt er sie, um Gauner dingfest zu machen. In der Serie dabei war auch Melody Anderson, die neben Sam Jones in Flash Gordon als Dale Arden zu sehen war.

So kurzlebig die Serie war, sie hat ihre Fans. Selbst Glen A. Larson vergaß den guten Professor Chase nicht und ließ ihn einen Gastauftritt in der zweiten Staffel seiner Superhelden-Serie Nightman absolvieren.

9. Die Zeitreisenden (1982-1983)

Das Konzept von Die Zeitreisenden ( Trailer(öffnet im neuen Fenster) ) ist sehr simpel: Ein Zeitreisender und sein jugendlicher Begleiter reisen querbeet durch die Historie, um dort zu richten, was gerade schiefläuft.

Beispielsweise müssen sie verhindern, dass ein junger Teddy Roosevelt, späterer Präsident der USA, von Billy the Kid umgebracht wird.

Die Hauptfigur trägt den illustren Namen Phineas Bogg. Serien-Schöpfer James D. Parriott ließ sich offenkundig von Phileas Fogg und seiner 80-tägigen Reise um die Welt inspirieren.

Die Hauptrolle spielte Jon-Erik Hexum, der 1984 starb, als er sich am Set langweilte und mit einer Prop-Pistole Russisch-Roulette spielte. Allerdings gibt es auch bei diesen Waffen eine Entladung und Hexums Kopfverletzungen nach dem Vorfall waren so groß, dass nach wenigen Tagen die lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt wurden.

Hexum wurde nur 26 Jahre alt, mit Die Zeitreisenden hat er aber einen kleinen SF-Klassiker hinterlassen.

Sci-Fi mit Courteney Cox

10. Die Spezialisten unterwegs (1985-1986)

Auch Die Spezialisten ( Intro(öffnet im neuen Fenster) ) aus dem Jahr 1985 waren sehr kurzlebig, haben aber heute noch ihre Fans. Bei den Effekten muss man heutzutage natürlich Abstriche machen, immerhin entstand die Serie vor mehr als drei Jahrzehnten - und allzu viel Geld stand auch nicht zur Verfügung.

Aber: Das Konzept ist toll und war seinerzeit auch ziemlich einzigartig. Die perfekte Unterhaltung für Superhelden-Fans.

Die Geschichte: Dr. Billy Hayes (Dean Paul Martin, der früh verstorbene Sohn von Dean Martin) arbeitet an der Erforschung übersinnlicher Fähigkeiten bei Menschen. Sein Kollege Dr. Elvin Lincoln (Predator Kevin Peter Hall) hat ein Serum entwickelt, mit dem er bis auf wenige Zentimeter schrumpfen kann.

Das Team, das von Hayes gegründet wird, besteht außerdem aus Gloria (Courteney Cox), die telekinetische Kräfte besitzt, und Sänger Johnny (Mark Thomas Miller), der elektrische Blitze verschießen und sich extrem schnell bewegen kann.

Gemeinsam sind sie Die Spezialisten, die für das Gute kämpfen. Der Leiter des Instituts, für das Hayes tätig ist, wird übrigens von Max Wright dargestellt, der wenig später als Willie Tanner in Alf bekannter wurde.

Es gibt 16 Episoden mit den Spezialisten (im Original: Misfits of Science) gibt es.

Und weil's so schön ist, noch eine Bonus-Serie!

Reklame

Die Spezialisten unterwegs - Die komplette Serie [5 DVDs]

Jetzt bestellen bei Amazon (öffnet im neuen Fenster)

Street Hawk (1985)

Er war ein Superheld, lange bevor Superhelden im Fernsehen wirklich salonfähig waren: Street Hawk. Dabei handelt es sich eigentlich nur um einen Polizisten mit einem Motorrad. Aber was für ein Motorrad!

Street Hawk sollte im Grunde so etwas wie die Antwort des Networks ABC auf die Erfolgsserie Knight Rider von NBC werden. Aber dazu kam es nicht: zu wenige Zuschauer.

Nur 13 Episoden der Serie um den Motorradpolizisten Jesse March, der mit einem 500 km/h schnellen Wundergefährt auf Verbrecherjagd geht, wurden produziert.

Reklame

Street Hawk - Die komplette Serie [4 DVD]

Jetzt bestellen bei Amazon (öffnet im neuen Fenster)

Die Hauptrolle ging an Rex Smith, für den dies die Chance seines Lebens war. Jahre später kam noch eine. Er war Matt Murdock alias Daredevil im Fernsehfilm Der unglaubliche Hulk vor Gericht.

Street Hawk - Trailer
Street Hawk - Trailer (00:58)

Die erste Wahl für die Rolle des Street Hawk war übrigens George Clooney. Aber das Studio entschied sich für Smith. Clooney war dann ein Gaststar in der ersten regulären Folge der Serie.

Der heimliche Held ist aber das Motorrad. Es ist eine Honda XL500 aus dem Jahr 1983. Sie bildete jedoch nur die Basis und wurde mit der 1984er Honda XR500 kombiniert. Für die Stunt-Aufnahmen nutzte man eine Honda CR250.


Relevante Themen