Farbänderung: Das Papier der Zukunft ist mehrfach beschreibbar

Drucken, lesen, wegwerfen - mit dieser Biografie eines Textes ist es möglicherweise bald vorbei. Dann heißt es: Papier beschreiben, Text lesen, löschen und das Papier neu beschreiben. Das Verfahren dreht den herkömmlichen Druck allerdings um.

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Wiederbeschreibbares Papier: mehr als 20 Mal löschen und neu beschreiben
Wiederbeschreibbares Papier: mehr als 20 Mal löschen und neu beschreiben (Bild: Yin Lab/ UCR)

Glas statt Papier, ultraviolettes (UV) Licht statt Tinte: US-Forscher haben das Papier der Zukunft entwickelt. Es wird belichtet, kann gelöscht und wieder beschrieben werden.

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Entwickelt wird das System von Forschern der Universität von Kalifornien in Riverside (UCR). Das Geheimnis des Schreibmediums besteht in einer Beschichtung mit einer Redox-Farbe. Diese kann unter bestimmten Umständen ihre Farbe ändern. In diesem Fall wird das Material mit UV-Licht bestrahlt. Anders bei herkömmlichem Druck verschwindet hier die Farbe. Die Bereiche, die den Text bilden, bleiben stehen.

Das Medium ist farbig beschichtet

Das Schreibmedium ist eine beschichtete Platte aus Glas oder Kunststoff. Die Beschichtung gibt es in den Grundfarben Blau, Rot und Grün. Die entsprechenden Farben sind handelsübliche Produkte. Ihnen haben die Wissenschaftler um Yadong Yin Nanokristalle aus Titandioxid sowie das Verdickungsmittel Hydroxyethylcellulose (HEC) zugesetzt.

Wird die Beschichtung mit UV-Licht bestrahlt, verbleicht die Farbe, die Beschichtung wird farblos. Bestehen bleiben die Buchstaben. Diese sind für mehr als drei Tage lesbar. Gelöscht wird ein Text, indem das Medium erhitzt wird. Dann reagiert die Beschichtung mit dem Sauerstoff aus der Luft und erhält ihr ursprüngliches Aussehen zurück. Wird das Schreibmedium auf 115 Grad erhitzt, dauert das Löschen weniger als zehn Minuten. Die Beschichtung soll sich mehr als 20 Mal ohne einen Verlust an Auflösung oder Kontrast löschen und neu beschreiben lassen.

Wiederbeschreibbares Papier soll umweltfreundlicher sein

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Im Zuge der Digitalisierung dachten viele, das papierlose Büro werden kommen. Es hat sich aber gezeigt, dass immer noch viele Dokumente ausgedruckt werden. Das wiederbedruckbare Papier könnte da helfen, sagen die Forscher: Es brauche weder Papier noch Tinte und sei deshalb ökologischer. "Besser noch: Unser wiederbeschreibbares Papier ist einfach und günstig herzustellen, es ist weitgehend unschädlich und benötigt nur wenig Energie", sagt Yin.

Derzeit arbeiten die Forscher an mehreren Möglichkeiten, das Schreibmedium zu verbessern: So soll die Wiederbeschreibrate erhöht werden. Ziel sei, das Medium 100 Mal zu löschen und neu beschreiben zu können. Außerdem wollen sie die Haltbarkeit verbessern, so dass Bilder und Text länger als drei Tage lesbar bleiben.

Schließlich suchten sie auch nach einer Möglichkeit, mehrfarbig zu drucken, sagt Yin. Das System könne um weitere Farben ergänzt werden. So solle es möglich sein, wiederbeschreibbares Papier herzustellen, das in verschiedenen Farben bedruckt werden kann.

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Anonymer Nutzer 06. Dez 2014

Wir sind aber nicht im papierlosen Zeitalter und werde es auch nie sein.

johnsonmonsen 05. Dez 2014

Hallo Bleistiftspitze, Die Absicht des Einsatzes zu Werbezwecken hast Du mir in den Mund...

Bill Carson 05. Dez 2014

Simple Stifte sind also nach gedruckten QR-Codes das nächste Ding, das durch komplizierte...

Bleistiftspitze 05. Dez 2014

Deren Steintafeln sind zwar ähnlich unhandlich, die Texte bleiben aber aussergewöhnlich...



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