Faraday'scher Käfig: Bahn testet funkdurchlässige Fenster statt Repeatern

Im Jahr 2016 wurden sie vorgestellt. Jetzt ist die Deutsche Bahn so weit, Fenster einzusetzen, die Funksignale leichter durchlassen.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Fenster von Siemens für die Bahn
Fenster von Siemens für die Bahn (Bild: Siemens)

Der Mobilfunkempfang auf der Schiene ist nach wie vor lückenhaft. "Selbst auf Hauptstrecken ist die Funkversorgung noch nicht optimal", sagte Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender beim Fahrgastverband Pro Bahn. Als Grund dafür verweist die Deutsche Bahn stets auf die Infrastruktur entlang der Strecke: "Ohne ein gutes und flächendeckendes Netz entlang der Bahnstrecken ist in den Zügen kein guter Mobilfunkempfang möglich", teilte eine Sprecherin mit. Und für den Ausbau des Netzes sind die drei Mobilfunkbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica verantwortlich.

Inhalt:
  1. Faraday'scher Käfig: Bahn testet funkdurchlässige Fenster statt Repeatern
  2. Fenster werden mit Laser bearbeitet

Eigentlich sollten bis Ende vergangenen Jahres zumindest sämtliche ICE-Strecken in Deutschland mit LTE versorgt sein. So hatte es die Bundesnetzagentur vorgeschrieben. Doch die Netzbetreiber mussten schließlich einräumen, dieses Ziel nicht rechtzeitig zu erreichen. Die Telekom kam immerhin auf eine Netzabdeckung von 96,4 Prozent, Vodafone auf 95 Prozent. Telefónica-Kunden haben auf lediglich rund 80 Prozent der ICE-Strecken guten Empfang.

Fragt man die Unternehmen, sind sie jedoch nicht alleine schuld daran, dass die Versorgung oft so schlecht funktioniert. "Scheiben in ICE verschlechtern den Empfang massiv und sorgen so dafür, dass zum Beispiel von 300 MBit pro Sekunde, die direkt am Gleis außerhalb des Zuges erreicht werden können, nur 30 im ICE ankommen", sagte ein Vodafone-Sprecher. Auch die Telekom und Telefónica sind sich einig: Fensterscheiben können den Empfang negativ beeinflussen.

Elektromagnetische Wellen werden reflektiert

Ein Hindernis für Funkempfang ist die Fensterscheibenbeschichtung für Wärme- und Sonnenschutz der Züge, die auch alle sonstigen elektromagnetischen Wellen reflektiert. "Diese Fenster sind mit einer dünnen Metallschicht versehen, die Sonnenstrahlung fernhält", erläutert die Bahn - und räumt ein: "Auch Mobilfunkwellen gelangen nur schwer durch die Metallschicht ins Zuginnere." Der Waggon wirkt so wie ein Faraday'scher Käfig. Dazu kommt das hohe Tempo der Züge, was ein ständiges Handover zwischen den Mobilfunkzellen erfordert.

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Damit das Signal trotzdem beim Fahrgast ankommt, setzt die Bahn Repeater ein. "Aktuell sind alle ICE-Züge und fast alle IC-Züge mit solchen Signalverstärkern ausgestattet", teilte die Bahn mit. Für den Pro-Bahn-Ehrenvorsitzenden Naumann ist das schon mal hilfreich. "Man merkt schon den Unterschied, ob man in einem Zug mit Repeatern sitzt oder in einem alten Zug, der keine hat", sagte er.

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    Von Peter Steinlechner

Arsenal 12. Mär 2020

Wenn es draußen 35 °C hat wird es durch öffnen von Fenstern nicht kälter.

Arsenal 12. Mär 2020

Voll nervig, kann man bisher nicht ordentlich aufzeichnen. Im Flugzeug auch so ein...

Ayparalido 12. Mär 2020

Wo steht denn das? Im Text steht nur eine ökonomische Bewertung des höheren...

M.P. 11. Mär 2020

Ich denke, es wird die normale Funkzell-Kapazität einer LTE-Funkzelle verfügbar sein. Die...

M.P. 11. Mär 2020

Ich habe ein Foto der RRX-Scheiben gefunden, die eine entsprechende Behandlung bereits...



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