Fenster werden mit Laser bearbeitet

Dennoch experimentiert die Bahn derzeit mit einer Alternative: frequenzdurchlässigen Scheiben. Die wärmeisolierende Metallschicht der Fenster wird dabei mit einem Laser so bearbeitet, dass sie für sämtliche Frequenzen von Funkwellen durchlässig wird. Das hat einige Vorteile: Zum einen sind die Scheiben deutlich weniger wartungsanfällig, zum anderen sind sie laut Bahn kompatibel mit allen Mobilfunkstandards und müssen nicht um- oder nachgerüstet werden - etwa wenn bald der neue Standard 5G ausgebreitet wird. Mit dem WLAN-Angebot im Fernverkehr der Bahn haben die Fenster nichts zu tun, dieses Signal kommt nach wie vor über Antennen und WLAN-Router zu den Kunden.

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Die Tests mit den Fenstern würden unter realen Bedingungen durchgeführt und sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen sein, heißt es beim Konzern. "Erste Ergebnisse zeigen, dass es keine Probleme beim Einsatz im Hochgeschwindigkeitsbereich gibt." Einen Zeitplan für den möglichen flächendeckenden Einsatz gibt es demnach noch nicht.

Forscher von Siemens haben bereits im Juni 2016 Scheiben mit einer frequenzselektiven Beschichtung entwickelt, um den Mobilfunkempfang in Zügen zu verbessern. "Die Fensterscheiben sind mit einer elektrisch leitenden, transparenten Schicht aus Metallen oder Metalloxiden versehen. Entlang von Linien in einer speziellen Struktur wird mittels Laser die metallische Beschichtung der Scheibe verdampft. Dadurch können Funksignale in bestimmten Frequenzbereichen ungehindert passieren, während Funksignale mit anderer Frequenz gedämpft werden", erklärte Lukas W. Mayer, Projektleiter bei Siemens.

Die Idee ist nicht neu, doch bisherige Lösungen hatten den Nachteil, dass sie nur in einem schmalen Frequenzbereich gut wirksam waren. Nach den Worten von Mayer hätten Messungen mit einem modifizierten ÖBB Railjet ergeben, dass sich mit dem Siemens-Fenster die Zeitdauer, in der ein guter 4G-Empfang verfügbar ist, um 33 Prozent erhöht.

Frequenzbereich von 700 MHz bis 3,5 GHz

Die geringe Durchgangsdämpfung der Scheiben liege über einem Frequenzbereich von 700 MHz bis 3,5 GHz. "Sie sind zwar in der Anschaffung teurer, bringen aber im Vergleich zu In-Train-Repeatern langfristig eine nennenswerte Einsparung", sagte Mehrdad Madjdi von der Siemens-Division Mobility. Die Struktur sei laut Siemens mit freiem Auge kaum sichtbar. Ihren ersten Einsatz hatten die Zugscheiben im regulären Fahrgastbetrieb ab Ende 2018 in den Zügen des Rhein-Ruhr-Express (RRX) in Deutschland.

Trotzdem gilt: Wo keine Funkmasten stehen, nützen auch die besten Fenster nichts. "Da muss man auch der Politik einen Vorwurf machen", sagt Naumann. Diese habe es versäumt, genügend Druck auf die Mobilfunkbetreiber auszuüben. So hielt sich die Bundesnetzagentur zumindest bislang zurück, was Bußgelder wegen verpasster Fristen angeht.

Oft sind bauliche Hürden verantwortlich dafür, dass der Bau von Antennen an den Schienen besonders hakt. Hierzu sei man nun im Gespräch mit der Bahn, etwa um auch ICE-Tunnel besser zu versorgen, heißt es von Telefónica sowie Vodafone. Bis Ende 2022 müssen laut Netzagentur alle "wichtigen Schienenwege", also ICE- und IC-Strecken mit vielen Fahrgästen, mit mindestens 100 MBit pro Sekunde versorgt sein. Ende 2024 sollen alle übrigen Schienen zumindest mit 50 MBit pro Sekunde abgedeckt sein.

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 Faraday'scher Käfig: Bahn testet funkdurchlässige Fenster statt Repeatern
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Voll nervig, kann man bisher nicht ordentlich aufzeichnen. Im Flugzeug auch so ein...

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