Far North Fiber: Seekabel durch die Nordwestpassage von Europa nach Asien

Ein neues Seekabel soll Japan mit Skandinavien verbinden. Die Direktverbindung verläuft durch einen Seeweg, nach dem lange vergeblich gesucht wurde.

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Geplanter Verlauf des Far North Fiber: Auch die Wissenschaft soll profitieren.
Geplanter Verlauf des Far North Fiber: Auch die Wissenschaft soll profitieren. (Bild: Far North Digital)

Jahrhundertelang haben Entdecker nach einem nördlichen Weg um den amerikanischen Kontinent nach Asien gesucht. Erst in den letzten Jahren ist der Seeweg schiffbar geworden. Jetzt soll die Nordwestpassage digital werden.

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Das staatliche finnische IT-Unternehmen Cinia und der US-amerikanische Telekommunikationsnetzausrüster Far North Digital wollen ein Unterseekabel durch die Nordwestpassage. Das 14.000 Kilometer lange Far North Fiber soll den Fernen Osten mit Nordeuropa verbinden. Start für das Kabel ist Japan. Auf der europäischen Seite wird es Landepunkte in Norwegen, Finnland und Irland geben. Angeschlossen werden zudem die USA und Kanada.

Ziel des Projekts ist, die Latenzzeiten zwischen Europa und Asien zu verkürzen. Zwar gibt es bereits Direktverbindungen von Europa nach Asien wie die fünf South-East-Asia-Middle-East-Western-Europe-Kabel (SEA-ME-WE) oder den Fiber-Optic Link Around the Globe Europe Asia (FEA). Diese verlaufen durch den Suezkanal und sind länger. Mehrfach ist es dort zu größeren Ausfällen gekommen. Ursache waren wahrscheinlich Anker oder Erdbeben. Aber auch Anschläge wurden schon vermutet.

Digitale Teilhabe für Bewohner der Arktis

"Dieses Kabelsystem macht nicht nur die die Telekommunikation zwischen Ländern schneller und sicherer", sagte Guy House, Technikchef von Far North Digital. Es werde dazu beitragen, dass die Bewohner der arktischen Regionen Kanadas und der USA eine bessere digitale Teilhabe erhalten, eine bessere wirtschaftliche Entwicklung, bessere Bildungsmöglichkeiten und einen besseren Zugang zum Gesundheitswesen. "Zudem wird es eine Plattform sein, die der Wissenschaft unvergleichliche Möglichkeiten zur Erforschung des Klimawandels bietet."

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Forscher und Entdecker hatten seit dem 16. Jahrhundert nach einem nördlichen Seeweg rund um Amerika in den Fernen Osten gesucht. Viele Expeditionen scheiterten, die bekannteste ist die britische unter der Leitung des Polarforschers Sir John Franklin im Jahr 1845. Die gesamte Mannschaft starb bei dem Versuch, die Nordwestpassage zu finden. Das Schicksal der Expedition, die zu einem nationalen kanadischen Mythos geworden ist, ist bis heute nicht vollständig geklärt.

Erst in den letzten Jahren ist es durch die Auswirkungen des Klimawandels möglich geworden, die Nordwestpassage zu durchfahren. Das gleiche gilt für die Nordostpassage entlang des eurasischen Kontinents. Dort will Russland ein Seekabel von Europa nach Asien ziehen. Startpunkt von Polar Express ist Murmansk, Endpunkt Wladiwostok. Es wird eine Reihe von Landepunkten geben, die ausschließlich in Russland liegen.

Laut der Vereinbarung von Cinia und Far North Digital soll Alcatel Submarine Networks die Projektleitung beim Bau übernehmen. Das Kabel soll Ende 2025 fertig sein. Die Baukosten sollen rund eine Milliarde Euro betragen.

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