Wie fehleranfällig ist die App?

Selbst Google und Apple räumen ein, dass Bluetooth nie für den Zweck der Kontaktverfolgung entwickelt wurde. Bluetooth dient zur drahtlosen Übertragung von Daten auf kurze Distanz, beispielsweise zwischen Handy und Kopfhörer. Abstände lassen sich damit nicht wirklich messen, sondern nur auf Basis der empfangenen Signalstärke schätzen. Das ist so, als würde man aus der Helligkeit der Rückleuchten die Entfernung zum vorausfahrenden Fahrzeug bestimmen.

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Die Signalstärke ist jedoch nicht nur vom räumlichen Abstand der Handys abhängig, sondern von zahlreichen weiteren Faktoren. Beeinflusst wird die empfangene Signalstärke davon, wo das Gerät am Körper getragen wird oder ob es von Schlüsseln oder anderen metallischen Gegenständen verdeckt wird. Zudem kann die Technik nicht erkennen, ob zwei Geräte beispielsweise durch eine Glas- oder Plexiglasscheibe getrennt sind.

Anbieter von Bluetooth-Sendern werben sogar damit, dass die Signale durch Glas, Holz oder Kunststoffe kaum gedämpft werden. Eine stärkere Dämpfung tritt bei Ziegelsteinen auf, noch höher ist sie bei Gips oder Beton. Am stärksten dämpfen Metall und Wasser. Da der Mensch zu zwei Dritteln aus Wasser besteht, schirmen Personengruppen die Signale ebenfalls ab. Gibt es hingegen reflektierende Flächen für die Strahlung, kann sich die Reichweite deutlich erhöhen.

Es wird daher Fehlalarme geben, wenn beispielsweise eine Person in einem Café innen am Fenster sitzt, eine andere hingegen genauso lange auf der anderen Seite der Scheibe draußen. Obwohl sie eigentlich keinen Kontakt hatten, würden sie jeweils gewarnt, wenn eine der beiden positiv auf eine Infektion getestet würde.

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Die Technik erkennt ebenfalls nicht, ob jemand einen medizinischen Mundschutz trägt und damit das Infektionsrisiko reduziert. Wenn zwei Handys stundenlang nebeneinander in den Schließfächern einer Umkleidekabine liegen, könnte das später einen Alarm auslösen, obwohl sich die Besitzer in Schwimmbad oder Fitnessstudio gar nicht nahe gekommen sind.

Wie zuverlässig werden Kontakte erfasst?

Es dürfte sehr häufig vorkommen, dass ein Kontakt mit einer infizierten Person nicht registriert wird. Das wird in den meisten Fällen schon daran scheitern, dass im Kontaktfall nicht beide Beteiligte die Corona-Warn-App installiert haben. Die App soll angeblich erst sinnvoll funktionieren, wenn sie von mindestens 60 Prozent der Bevölkerung installiert wird. Das wären etwa 50 Millionen Menschen in Deutschland.

Doch selbst dann liegt die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer zufälligen Begegnung zweier Personen beide die App installiert haben, nur bei 36 Prozent. Das heißt: Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung die App installiert hat, wird rechnerisch nur gut jede dritte Begegnung tatsächlich davon erfasst.

Ein weiteres Problem entsteht, wenn ein infizierter Mensch erst einmal seine Daten hochgeladen hat. Hält er sich dann nicht an die Quarantäneauflagen, würden künftige Kontakte nicht mehr erfasst, weil er dazu seine Daten ein weiteres Mal hochladen müsste. Das ist ausdrücklich nicht vorgesehen.

Zu guter Letzt gibt es Infektionswege, die wie bei der Tröpfcheninfektion nicht auf einem engen Kontakt zwischen Menschen basieren. Die Virusverbreitung durch Aerosole oder Schmierinfektion werden mit einer Contact-Tracing-App nicht erfasst.

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 Wer entwickelt die App?Wie berechnet sich das Infektionsrisiko? 
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fg (Golem.de) 22. Jun 2020

Hallo! Der Screenshot ist in der Tat noch von der Schweizer App. Als der Artikel...

Berzerk 16. Jun 2020

Ich nutze sie alleine nicht alleine weil ich es nicht gut finde das solche...

ibsi 16. Jun 2020

Ja, geht https://forum.golem.de/golem-events/expertentalk-rund-um-die-corona-app-am-28.5...

Peter V. 16. Jun 2020

Wie sehr hast Du dich mit der Technik beschäftigt? Bluetooth ist dafür ausreichend, es...

Peter V. 16. Jun 2020

Man wird sehen wie gut die App funktioniert, dann wird man auch Anreize schaffen...



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