Fantasy: Das Rad der Zeit dreht sich im Kreis
Hinweis: Wir beschreiben in der Rezension, wie die erste Staffel endet, und wie die Ausgangslage zu Beginn der zweiten ist. Wer das nicht wissen möchte, sollte lieber nicht weiterlesen.
In Zeiten, da Streamingserien bei Aufwand und Kosten an große Blockbuster-Filme heranreichen, verlängern sich auch die Wartezeiten auf neue Serienfolgen. Auf die zweite Staffel von Das Rad der Zeit mussten Zuschauer nun fast zwei Jahre warten (Start: 1. September). Die letzte Folge der ersten Staffel lief im Dezember 2021.
Tatsächlich waren die Drehbücher für die zweite Staffel schon geschrieben, bevor die erste ausgestrahlt wurde. Das Okay für den Beginn der Dreharbeiten gab es aber erst, nachdem sich gezeigt hatte, dass die Serie bei Prime Video gut lief.
Unterschiedliche Wege
Kurzes "Was bisher geschah": Nachdem der einfache Bauernjunge Rand al'Thor(öffnet im neuen Fenster) herausgefunden hatte, dass er der wiedergeborene Drache ist, trennten sich sein Weg und der seiner Freunde.
Rand al'Thors Schicksal ist es nun, die Welt zu retten – oder sie ins Verderben zu stürzen. Zwei seiner Freunde lernen im Weißen Turm , mit der Macht umzugehen, ein anderer hat sich der Armee angeschlossen.
Ein weiterer ist ein Gefangener einer Aes Sedai, jener mächtigen und mysteriösen Organisation in dieser Welt, und hadert damit, dass er seine Freunde einst im Stich gelassen hat. Die Aes Sedai hat aber mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen. Denn sie ist abgeschnitten von der einen Macht und bräuchte sie nun doch mehr denn je. Denn was einst wie die letzte Schlacht wirkte, war nur der Auftakt für einen weit größeren Krieg.
Hat sich das lange Warten gelohnt?
Die zweite Staffel wirkt – zumindest zu diesem frühen Zeitpunkt mit drei veröffentlichten Episoden – nicht so, als ob die Macher die Schwächen der ersten Season ausgemerzt hätten. Dass bei einer Adaption andere Schwerpunkte als im Original gesetzt werden und Geschichte und Figurenentwicklung eigene Wege gehen, ist zwar in Ordnung und ganz natürlich. Aber die Staffel neigt sehr zum Mäandern.
Die Tendenz dazu gab es schon Mitte der ersten Staffel, nachdem der Auftakt zwar nicht besonders rasant, aber im Sinne des Worldbuilding doch gelungen war. Bei den ersten Folgen der neuen Staffel hat man nun jedoch das Gefühl, dass es so gut wie gar nicht vorwärtsgeht. Es hat der Geschichte auch nicht gutgetan, die Kerngruppe der ersten Staffel auseinanderzureißen.
Folglich werden viele neue Figuren eingeführt, was jeder einzelnen noch weniger Raum zur Entfaltung und die Geschichte zerfasern lässt. Es bedarf meisterhafter Narrative, damit eine solche Konstellation – eine Gruppe trennt sich, jeder erlebt ein eigenes Abenteuer – spannend bleibt. Hier ist das nicht gegeben.
Was noch mehr auffällt: Das Rad der Zeit gehört zu den teuersten Serien im Streamingbereich und das sieht man auch an Drehorten, Sets und Kostümen. Allerdings gibt es wenig Action. Die ersten beiden Folgen werden fast nur von Dialogen getragen, die leider nicht allzu gehaltvoll sind. Soll heißen: Es stellt sich früh ein Gefühl der Langeweile ein.
Neue Figuren
Offiziell wurde die zweite Staffel im Mai 2021 geordert. Nur wenig später kam Sanaa Hamri als ausführender Produzent und auch als Regisseur der Hälfte der Staffel hinzu. Die Stars der ersten Staffel sind mehrheitlich wieder dabei.
Die Figur des Mat Cauthon wurde allerdings neu besetzt. Barney Harris spielte ihn in der ersten Staffel, in der zweiten ist es Dónal Finn. Neu dazugekommen sind auch Ceary Coveney, Natasha O'Keefe und Meera Syal.
Für wiederkehrende Parts wurden Guy Roberts, Arnas Fedaravicius und Gregg Chilingirian verpflichtet. Im April 2023 wurde verkündet, dass zudem Maja Simonsen als Chiad, Ragga Ragnars als Bain, Jay Duffy als Dain Bornhald und Rima Te Wiata als Sheriam Bayanar dabei seien. Das Ensemble ist also ziemlich gewachsen.
Die Dreharbeiten begannen Mitte Juli 2021, im November waren sie zur Hälfte abgeschlossen – woran man sieht, wie aufwendig die Umsetzung von nur acht Episoden ist. Die letzte Klappe fiel im Mai 2022. Gedreht wurde in den Jordan Studios in der tschechischen Hauptstadt Prag, in Essaouira, Marrakesch und Dakhla in Marokko sowie in Italien. Danach folgte die aufwendige Postproduktion mit der Umsetzung der zahlreichen Effekte.
Noch befindet man sich an einem frühen Punkt der Staffel. Theoretisch wäre es möglich, dass sie noch besser wird. Doch um das herauszufinden, bedarf es doch einigen Sitzfleisches.
Und danach? Die dritte Staffel ist bereits bestellt, die Macher bekommen also eine weitere Chance – falls sie nicht schon mit der zweiten Staffel zu viele Zuschauer vergraulen.
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