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Fan-Serie Space Command: Für alle, die Star Trek und Babylon 5 lieben

Gänzlich fanproduziert, ist Space Command eine erstaunlich aufwendige und ambitionierte Science-Fiction-Serie mit einigen bekannten Gesichtern.
/ Peter Osteried
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Robert Picardo, Doug Jones und Mira Furlan sind nur ein paar der Sci-Fi-Stars in Space Command. (Bild: Space Command Studios)
Robert Picardo, Doug Jones und Mira Furlan sind nur ein paar der Sci-Fi-Stars in Space Command. Bild: Space Command Studios

Marc Scott Zicrees(öffnet im neuen Fenster) Traum von einer eigenen Science-Fiction-Serie begann vor mehr als zehn Jahren. Es sollte eine Produktion sein, die nicht auf das Wohl und Wehe von TV-Managern ohne Ahnung vom Genre angewiesen war. Eine, die den Geist der Science-Fiction atmet, die er selbst liebt – Sci-Fi wie Star Trek oder Babylon 5, aber immer mit einem positiven Feeling.

2012 wurde eine erste Kickstarter-Kampagne ins Leben gerufen. Damals war der Plan, eine Reihe von Filmen(öffnet im neuen Fenster) zu produzieren. Später wurde daraus eine Serie – nicht fürs Fernsehen, nicht finanziert von Studios, sondern von den Fans selbst. Zicree schrieb über Jahrzehnte hinweg für verschiedene Fernsehserien, pflegte Kontakte und hat Schauspieler unterschiedlichster Sci-Fi-Serien rekrutiert. Der Name seiner Schöpfung: Space Command.

Wem das irgendwie bekannt vorkommt: In den 1950er Jahren gab es bereits eine kanadische Serie mit diesem Titel. Eine Hauptrolle darin hatte James Doohan, bekannt als Scotty aus Star Trek. Zicrees Serie ist keine Fortführung, die alte Serie war ihm aber Inspiration.

Eine epische Geschichte

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Captain Jack Kemmer. Mit seinem Schiff und seiner Crew rettet er die Exo-Archäologin Vonn O'Dara, die auf dem Mars abgestürzt ist. Später schließt sich ihnen auch der Synthetic – ein Android – Dor Neven an. Er sollte eigentlich vernichtet werden, wurde jedoch von einem Wissenschaftler gerettet und wieder auf Vordermann gebracht. Ohne es zu wissen, begibt sich Kemmer auf eine Mission, die die Grundfesten der Galaxis selbst erschüttern wird.

Der Weg zur Serie

Für Zicree, der bei dieser Unternehmung von seiner Frau Elaine unterstützt wurde, war es ein beschwerlicher Weg, Space Command Wirklichkeit werden zu lassen. Er fand zwar viele Unterstützer bei den fortlaufenden Kickstarter-Kampagnen. Da die Serie aber natürlich dennoch ein sehr kleines Budget hat, dauert es immer eine Weile, bis neue Folge herauskommen. Zurzeit gibt es eine Kampagne(öffnet im neuen Fenster), mit der die Postproduktion der jüngsten Folge bezahlt werden soll.

Sechs Folgen wurden bereits produziert. Die erste kam 2020 heraus, man kann sie sich auf Youtube(öffnet im neuen Fenster) ansehen. Den Rest gibt es auf DVD und Blu-ray.

Der Haken dabei: Man kann sie nicht einfach erwerben; es gibt sie als Perks, also als Belohnung bei den Kickstarter-Kampagnen.

Auf angenehme Weise altmodisch

Zicree konnte viele namhafte Schauspieler dafür begeistern, in seinem Projekt mitzuwirken – aufgrund des limitierten Budgets für den Mindestlohn, der laut der Gewerkschaft SAG notwendigerweise bezahlt werden muss. Die Liste der Hauptdarsteller liest sich wie ein Who is Who moderner Science-Fiction.

Mit dabei sind die 2021 verstorbene Mira Furlan (Babylon 5), Bill Mumy (Babylon 5), Robert Picardo (Star Trek: Voyager), Doug Jones (Star Trek: Discovery), Bruce Boxleitner (Babylon 5), James Hong (Everything Everywhere All at Once), Barbara Bain (Mondbasis: Alpha 1), Nichelle Nichols (Star Trek), J. G. Hertzler (Star Trek: Deep Space Nine) und François Chau (Lost). Die meisten Charaktere sind übrigens nach bekannten Science-Fiction-Schriftstellern benannt.

Bei Budgets von 100.000 bis 150.000 US-Dollar pro Folge müssen natürlich Abstriche gemacht werden. Selbst vor 30 Jahren kosteten Sci-Fi-Serien das Zehn- bis Fünfzehnfache. Aber Space Command hat seinen Charme. Die CGI-Effekte sind schön anzusehen und erinnern an die Sci-Fi-Serien der 90er Jahre. Die Sets sind etwas einfacher designt und wirken auf angenehme Weise altmodisch.

Bei den Schauspielern setzte Zicree nicht nur auf erfahrene Darsteller, sondern fand auch fähige Newcomer. Zudem hat er eine Geschichte, die mitreißt.

Sie ist vielleicht größer, als sie sein sollte, wenn man bedenkt, dass man auf jede neue Folge doch relativ lange warten muss. Aber: Die Serie hat das Herz am rechten Fleck, sie ist positiv und optimistisch. Sie verbreitet das Flair von Star Trek, greift aber das lineare Erzählmuster von Babylon 5 auf.

Space Command ist perfekt für altgediente Sci-Fi-Fans, die die Serien der 80er und 90er Jahre vermissen und die Stars von einst in neuen Rollen erleben wollen. Es wäre nur toll, wenn die Folgen regelmäßiger kämen und leichter zugänglich wären.


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