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Faltbares Smartphone: Huaweis Aufgaben beim Mate X

Huawei hat mit dem Mate X eines der bisher interessantesten Smartphones mit faltbarem Display vorgestellt. Antworten auf alle Probleme, die ein derartiges Gerät mit sich bringt, hat der Hersteller aber offenbar noch nicht, wie ein Gespräch mit dem Präsidenten von Huaweis Smartphone-Produktlinie zeigt.

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Huawei-Manager Kevin Ho mit dem ausgeklappten Mate X
Huawei-Manager Kevin Ho mit dem ausgeklappten Mate X (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Die Woche vor dem Mobile World Congress (MWC) 2019 war die Woche der Smartphones mit faltbarem Display: Nach Samsung mit seinem Galaxy Fold hat auch Huawei einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der Messe sein Mate X vorgestellt. Während der Präsentation des Gerätes wurden nicht alle Fragen beantwortet - der Fokus lag, aus Herstellersicht verständlich, auf dem Faltmechanismus des Geräts.

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Im Nachgang hatte Golem.de die Gelegenheit, mit dem Chef von Huaweis Smartphone-Sparte, Kevin Ho, zu sprechen. Dabei traten einige interessante Aspekte zu Tage, die andeuten, dass das Mate X noch nicht so fertig ist, wie es vielleicht den Anschein hat.

Eine der Fragen, die uns am meisten beschäftigt, betrifft die Kratzfestigkeit des Displays. Aufgrund der Konstruktionsweise des Mate X kann Huawei natürlich kein kratzfestes Glas als Schutz für das empfindliche OLED-Panel verbauen. Wie will der Hersteller also verhindern, dass der Bildschirm nach wenigen Wochen bereits völlig zerkratzt ist?

Die etwas unbefriedigende Antwort: Huawei weiß es noch nicht. Ho zufolge ist man sich des Problems bewusst und sei aktuell noch dabei, es zu lösen. Sprich: Bis zum Sommer 2019, wenn das 2.300 Euro teure Gerät auf den Markt kommen soll, hat der Hersteller noch Zeit, eine Versiegelung zu finden, die das Display schützt. Vorsichtshalber hat Huawei bereits eine Hülle für das Mate X angekündigt, die allerdings das vordere Display offen lässt.

Die zweite Frage, die sich uns stellt, ist, wie lange das Display an der Knickstelle hält. Ho erklärt, dass Huawei mit einer Haltbarkeit des Mate X von drei Jahren plane. Es ist davon auszugehen, dass der Hersteller sein flexibles Display ausgiebigen Biegetests unterzogen hat; aufgrund der Empfindlichkeit der Stelle ist der Knick eines derartigen Faltsmartphones aber ein Punkt, der früher oder später kaputtgehen könnte.

  • Das Mate X von Huawei ist ein Smartphone mit einem flexiblen Display. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Mate X ist ausgeklappt 8 Zoll groß. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die beiden Hälften des Smartphones sind über ein Gelenk mit kleinem Radius verbunden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Bildschirm ist auf der Außenseite des Smartphones verbaut. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Im zusammengeklappten Zustand befindet sich auf der Rückseite ein 6,38 Zoll großes Display. Ebenfalls auf der Rückseite: das Multikamerasystem. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Bildschirm auf der Vorderseite hat im zusammengeklappten Zustand eine Größe von 6,6 Zoll. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das ausgeklappt 8-Zoll-Display ist nahezu quadratisch. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Mate X ist ausgeklappt nur 5,4 mm dick. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Griff, in dem die Kameras, der Einschaltknopf und weitere Technik untergebracht sind, ist allerdings dicker. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Display des Mate X ist ein flexibles OLED-Panel. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Das Mate X von Huawei ist ein Smartphone mit einem flexiblen Display. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Das Gelenk selbst soll die Faltstelle entlasten: Für die Entwicklung des Falcon-Wing-Gelenks hat Huawei eigenen Angaben zufolge drei Jahre benötigt. Das Gelenk besteht aus zahlreichen Einzelteilen, die sich beim Zusammenklappen verschieben. Damit soll ein Problem gelöst werden, das sich leicht zu Hause nachvollziehen lässt: Falten wir einen Stapel aus mehreren Blatt Papier in der Mitte, ragen die inneren Blätter danach weiter aus dem gefalteten Block heraus. Etwas Vergleichbares tritt auch bei einem Faltsmartphone wie dem Mate X auf, dessen Display aus mehreren Schichten besteht. Mit dem Falcon-Wing-Gelenk konnten diese Verschiebungen aber beseitigt werden, so Huawei.

Wie die Displayversiegelung ist auch die Akkulaufzeit des Mate X noch nicht so final, als dass der Hersteller genaue Angaben dazu machen will. Ho zufolge wollen er und sein Entwicklungsteam erreichen, dass das Smartphone vergleichbar lange wie das Mate 20 Pro durchhält - also auch bei häufigerer Benutzung mindestens einen Tag. Dieser Wert könnte auch mit dem 4.500-mAh-Akku schwer zu erreichen sein, wenn der Nutzer hauptsächlich das aufgeklappte 8-Zoll-Display verwendet.

Auch zu den Kameras hat Richard Yu, Chef von Huaweis Consumer Business Group, während der Präsentation geschwiegen. Auf Nachfrage von Golem.de erklärt Ho, dass er zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht über die Konfiguration der Kamera sprechen könne. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass das Mate X nicht mit dem Dreifachkamerasystem des Mate 20 Pro erscheint, das Huawei ja einfach in das neue Modell einbauen könnte. Eventuell verwendet Huawei auch ein noch zu präsentierendes System, das noch nicht auf dem Markt ist.

Keine günstigeren 5G-Smartphones von Huawei in diesem Jahr

Das Mate X ist nicht nur Huaweis erstes faltbares Smartphone, sondern auch das erste Mobiltelefon des chinesischen Herstellers, das 5G unterstützt. Startschuss für die Entwicklung günstigerer 5G-Smartphones wie dem neuen Mi Mix 3 von Xiaomi wird das Gerät aber nicht sein: Ho zufolge soll im Jahr 2019 kein preiswertes 5G-Smartphone von Huawei auf den Markt kommen. Die Nachfrage nach 5G-Geräten generell seitens der Netzanbieter sei allerdings vorhanden, so Ho.



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