Falschinformationen: Facebook-Mitarbeiter begehren gegen Fake-News auf

Dutzende Facebook-Mitarbeiter sollen sich Berichten zufolge in einer geheimen Task Force zusammengeschlossen haben. Sie wollen ihrem Arbeitgeber empfehlen, mehr redaktionelle Verantwortung zu übernehmen, haben aber Angst vor internem Druck durch Vorgesetzte.

Artikel veröffentlicht am ,
Schild am Eingang der Facebook-Zentrale in Menlo Park, Kalifornien
Schild am Eingang der Facebook-Zentrale in Menlo Park, Kalifornien (Bild: Wikimedia/CC0 1.0)

Die Debatte um Fake-News auf Facebook reißt nicht ab. Noch am vergangenen Samstag verwehrte sich Facebooks CEO Mark Zuckerberg gegen den Vorwurf, dass Fake-News auf seiner Plattform einen nennenswerten Einfluss auf den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen gehabt haben könnten.

Stellenmarkt
  1. (Senior) IT Controller (m/w/d)
    ALDI International Services SE & Co. oHG, Mülheim an der Ruhr
  2. (Junior) User Interface Design (m/w/d)
    Agentur Siegmund GmbH, Stuttgart
Detailsuche

Buzzfeed zufolge seien jedoch "hunderte" Facebook-Mitarbeiter anderer Ansicht. Einige Dutzend hätten sich daher nun zu einer inoffiziellen Task Force zusammengeschlossen, die sich aus Furcht vor disziplinarischen Konsequenzen bisher nur im Geheimen trifft. Ein mögliches Ergebnis der Gruppe könne sein, Empfehlungen zu entwickeln, wie Facebook besser gegen Fake-News vorgehen kann.

Technisch wäre viel mehr möglich

"Wir könnten viel mehr tun mit Hilfe der Werkzeuge, die bereits zum Schutz vor beleidigenden oder schädigenden Inhalten bei Facebook im Einsatz sind", zitierte Buzzfeed eines der Task-Force-Mitglieder, die allesamt anonym bleiben wollten. "Wir tun eine Menge, um Leute davon abzuhalten, Nacktbilder oder Gewalt zu posten." Aber "wenn jemand einen gefälschten Presseartikel postet, der behauptet, dass die Clintons illegale Einwanderer beschäftigten, und dies dann Leute zu Gewalt gegen illegale Einwanderer anstiftet, ist das nicht gefährlich? Missachtet das nicht auch unsere [Facebooks] Community Standards?"

Wie Gizmodo berichtete, gab es in Facebooks Unternehmensführung offenbar tatsächlich seit Anfang dieses Jahres Diskussionen über die redaktionelle Verantwortung Facebooks bei politischen Themen. Demnach wurde nicht nur eine Möglichkeit für Nutzer eingeführt, gefälschte Inhalt als solche zu melden, sondern sogar ein Tool entwickelt, um Fake-News und Hoaxes automatisiert zu erkennen.

Aus politischen Gründen untätig?

Golem Karrierewelt
  1. Kubernetes – das Container Orchestration Framework: virtueller Vier-Tage-Workshop
    11.-14.07.2022, Virtuell
  2. Entwicklung mit Unity auf der Microsoft HoloLens 2 Plattform: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    10./11.10.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Einer internen Quelle zufolge wurde das Tool aber ungenutzt zu den Akten gelegt, weil es offenbar einen überproportionalen Einfluss auf politisch konservative Inhalte in den USA gehabt hätte. Diese wären damit vermehrt herausgefiltert worden. "Natürlich haben sie die Werkzeuge, um Fake-News zu entfernen", zitiert Gizmodo seine Quelle, "aber sie hatten große Angst, die Konservativen zu verärgern. Es gibt eine interne Kultur der Angst."

Facebook bestreitet diesen Vorwurf: "Wir haben keine Änderungen am News Feed entwickelt oder aufgrund ihres potenziellen Einflusses auf irgendeine politische Partei zurückgehalten", heißt es in der offiziellen Stellungnahme des Unternehmens. Aber ähnliche Aussagen von Facebook-Mitarbeitern scheinen die Kritik laut New York Times zu bestätigen. Demnach sei Facebook "paralysiert" und derzeit nicht willig, "irgendwelche nennenswerten Änderungen vorzunehmen, die die in der Öffentlichkeit wahrgenommene Objektivität des Netzwerks beeinträchtigen könnten."

Schwelender Streit um die Objektivität

Hintergrund ist der Vorwurf vom Mai dieses Jahres, dass Facebook politisch Partei ergreife. Angeblich hatten Mitarbeiter, die die Trending-Topics-Liste betreuten, gezielt politisch liberale (also den US-Demokraten nahestehende) Inhalte favorisiert, konservative Topics dagegen unterdrückt. Facebook bestritt dies, entließ aber wenig später das gesamte Team und ließ die Trending Topics von nun an durch einen Algorithmus kontrollieren.

Nachdem selbst Google gerade aktiv geworden war, reagierte Facebook am Montag dann doch auf den Druck. Man wolle ähnlich wie der Suchriese sicherstellen, dass auf Facebook keine Werbung mehr angezeigt wird, die illegal, irreführend oder trügerisch ist, "was auch Fake-News mit einschließt", zitierte Reuters den Konzern. Dieses Statement wirkt jedoch selbst eher irreführend, betroffen ist nämlich ausschließlich die Werbung. Die Trending Topics oder gar die Timeline der Nutzer bleiben offenbar vorerst unangetastet.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


William 16. Nov 2016

Wenn der Leser der News von Beginn an nicht in der Lage ist die News mit alternativen...

Shutdown 16. Nov 2016

interessiert aber hier anscheinend keinen. Traurig seid ihr.

matok 15. Nov 2016

Entweder Taten folgen, also auch persönliche Konsequenzen, oder es ist nicht mehr als...

_moep_ 15. Nov 2016

nix



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Obi-Wan Kenobi Episode 4 bis 6
Darth Vader und das Imperium der Schwachköpfe

Dämliche Stormtrooper sind in Obi-Wan Kenobi noch das geringste Problem. Zum Ende hin ist die Star-Wars-Serie vor allem eines: belanglos. Achtung, Spoiler!
Eine Rezension von Oliver Nickel

Obi-Wan Kenobi Episode 4 bis 6: Darth Vader und das Imperium der Schwachköpfe
Artikel
  1. BVG: Telefónica will auch 5G in der U-Bahn bieten
    BVG
    Telefónica will auch 5G in der U-Bahn bieten

    Beim LTE-Ausbau für die anderen Netzbetreiber geht es dagegen weiter nur langsam voran. Telefónica nennt einige Gründe dafür.

  2. Akkutechnik: CATLs Qilin-Batterie schlägt Teslas 4680-Akku deutlich
    Akkutechnik
    CATLs Qilin-Batterie schlägt Teslas 4680-Akku deutlich

    Der größte Akku-Hersteller der Welt hat seine Akkupacks weiter optimiert und stellt damit Teslas alte 4680-Technik in den Schatten.
    Eine Analyse von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  3. Teamarbeitstool: Zendesk für 10,2 Milliarden US-Dollar verkauft
    Teamarbeitstool
    Zendesk für 10,2 Milliarden US-Dollar verkauft

    Zendesk wird von Finanzinvestoren gekauft. Noch im Februar 2022 wurde ein Angebot mit einem Volumen von rund 17 Milliarden US-Dollar abgelehnt.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Samsung SSD (PS5-komp.) günstig wie nie: 109,24€ (1TB) / 234,45€ (2TB) • LG 31,5" UWQHD 165 Hz günstig wie nie: 327,72€ • PS5-Controller: 57,13€ • Xbox Elite Controller günstig wie nie: 126,04€ • 16.000 Artikel günstiger bei Media Markt • MindStar (Palit RTX 3070 Ti 679€) [Werbung]
    •  /