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Falscher Elon Musk: Kölner verliert 500.000 Euro durch Bitcoin-Scam

Nach einem Tweet von Elon Musk wurde ein Kölner auf ein vermeintliches Bitcoin-Gewinnspiel von Tesla aufmerksam – und verlor eine Menge Geld.
/ Moritz Tremmel
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Betrüger lassen sich mit Fake-Gewinnspielen Bitcoins zusenden. (Bild: VIN JD/Pixabay)
Betrüger lassen sich mit Fake-Gewinnspielen Bitcoins zusenden. Bild: VIN JD/Pixabay

Sebastian erinnert sich noch gut an den Abend, an dem er etwa 500.000 Euro verlor. Der Kölner schaute mit seiner Frau eine Serie auf Netflix. Es war kein besonders spannender Abend, bis sein Smartphone vibrierte und ihn über einen Tweet von Elon Musk informierte. Dieser schrieb "Dojo 4 Doge?" und Sebastian fragte sich, was das zu bedeuten hatte.

"Darunter war ein Link zu einem neuen Event, also habe ich darauf geklickt und gesehen, dass er Bitcoin verschenkt,"sagte Sebastian, der in Wirklichkeit anders heißt, dem Sender BBC(öffnet im neuen Fenster). Bei der Webseite handelte es sich um eine vermeintlich Werbeaktion von Tesla: Wer mitmachen wollte, musste einen Betrag zwischen 0,1 und 20 Bitcoins an eine Bitcoin-Adresse schicken. Anschließend sollte der doppelte Bitcoin-Betrag postwendend zurückgeschickt werden.

Doch das Gewinnspiel stammte nicht von Tesla und der Tweet nicht von Elon Musk. Kriminelle hatten ein Twitter-Konto angelegt, das dem von Elon Musk zum Verwechseln ähnlich sieht und den Link zu dem Gewinnspiel unter einen echten Tweet von Elon Musk gepostet. Ein klassischer Scam, der neben Fake-Konten auch häufig auf gehackten Konten gepostet wird. So wurde Anfang des letzten Jahres der Youtube-Account des Chaos Computer Clubs (CCC) gehackt und für ein fast identisches Gewinnspiel im Namen von Bill Gates geworben.

Sebastian wollte 1 Million gewinnen, aber verlor 500.000 Euro

"Das ist definitiv echt,"dachte sich Sebastian, während ein Timer auf der Webseite auf das Ende der Aktion hinwies. Er nahm das Maximum und schickte 10 Bitcoins im Wert von damals ungefähr 500.000 Euro an die auf der Webseite hinterlegte Bitcoin-Adresse. Während der Timer weiter herunterlief, wartete Sebastian auf die Auszahlung. Doch in seinem Bitcoin-Wallet tat sich nichts.

Mit einem weiteren kryptischen Tweet von Elon Musk fühlte er sich erst bestätigt, dass die Aktion echt war. Doch als der Timer sich langsam der Null näherte, wurde ihm langsam klar, dass er auf einen Scam hereingefallen war. "Ich warf meinen Kopf auf die Sofakissen und mein Herz klopfte so heftig. Ich dachte, ich habe gerade den Gamechanger für meine Familie, meinen Vorruhestandsfonds und all die bevorstehenden Ferien mit meinen Kindern weggeworfen" erinnert sich Sebastian.

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Dieses Jahr bereits 18 Millionen US-Dollar durch Scams verloren

Die Blockchain-Analyse-Firma Whale Alert aus Amsterdam beschäftigt sich seit einiger Zeit mit den Scams und versucht die Behörden dazu zu bringen, endlich etwas gegen diese zu unternehmen. Sie verfolgen die Zahlungen auf der Blockchain, auf der alle Bitcoin-Zahlungen öffentlich abgebildet werden. Sebastians Bitcoins wurden demnach transferiert und ein paar Tage später anonym ausbezahlt.

Allein dieses Jahr sollen die Giveaway-Banden Bitcoin-Nutzende bereits um 18 Millionen US-Dollar geprellt haben. Das sind mehr als die 16 Millionen US-Dollar im gesamten Jahr 2020. Während letztes Jahr 10.500 Personen auf die Scams hereingefallen sein sollen, sind es dieses Jahr bereits 5.600. Am grundsätzlichen Vorgehen habe sich dabei seit dem Aufkommen der Scams im Jahr 2018 nicht viel geändert, meint Whale Alert.


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