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Falsche Aufgaben und Bilder: Lehrbuchverlag unter KI-Verdacht

Ein deutscher Lehrbuchverlag soll Aufgabenhefte und Schulbücher mit KI erstellt haben. Die Fehler sind teilweise haarsträubend.
/ Tobias Költzsch
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Wie viele der Bücher bereits an Schulen eingesetzt werden, ist nicht bekannt. (Bild: Pexels)
Wie viele der Bücher bereits an Schulen eingesetzt werden, ist nicht bekannt. Bild: Pexels / Pexels-Lizenz

Der Kohl-Verlag aus Kerpen steht unter dem Verdacht, Schulbücher mithilfe von KI erstellt zu haben. Wie der Spiegel berichtet(öffnet im neuen Fenster), geht es unter anderem um Aufgabenhefte für Kinder mit Förderbedarf, aber auch um ein Geschichtsbuch für die Klassen 8 bis 11.

Dem Spiegel fiel auf, dass eine Autorin für den Verlag in den vergangenen fünf Jahren 34 Arbeitshefte geschrieben haben soll, mit Material für Erstklässler, aber auch Teenager. Die Themenbreite ist bunt gemischt und reicht von Rechnen bis Arbeitslehre.

In den Büchern finden sich Rechenaufgaben, die oft eine falsche Bebilderung beinhalten. So finden sich bei einer Aufgabe, in der Kinder fünf rote und zwei grüne Kreise addieren sollen, nur vier rote Kreise auf dem Bild. Auch weitere Aufgaben lassen sich wegen falscher Bilder nicht lösen. Der KI-Verdacht erhärtete sich, als der Spiegel die Zeichnungen von Klassenraumszenen oder Tieren genauer untersuchte.

Menschen mit zu vielen Fingern, Köpfe im Regal

Diese Illustrationen, die laut Verlag von einem Zeichner stammen sollen, zeigen für frühe KI-Bilder typische Merkmale: Menschen haben zu viele Finger oder verformte Gesichter. In einem Bild ist ein Kopf am oberen Teil einer Rutsche auf dem Schulhof zu erkennen, in einem anderen liegt ein Kinderkopf in einem Regal. Auf einem Bild über einen Zoo sind Elefanten ohne Rüssel zu erkennen.

Noch hanebüchener sind die Fehler in einem Geschichtsbuch für die Klassen 8 bis 11. Dort wird auf einem Bild Frankreich als Sowjetunion bezeichnet, in einem anderen reicht Russland bis zur französischen Atlantikküste. In der gleichen Abbildung ist Adolf Hitler mit einer Ausgabe von Mein Kampf zu sehen, die allerdings verkehrtherum vor ihm liegt.

Auf Versuche, die Autorin der Aufgabenhefte zu erreichen, ging der Verlag nicht ein. Ein Foto der Verfasserin auf der Webseite des Kohl-Verlags zeigt ein Stock-Foto. Nach den Anfragen des Magazins wurden die fehlerhaften Bilder und Aufgaben in den Onlineausgaben der Bücher allerdings entfernt, wie Golem nachvollziehen konnte.

Verwirrung um Urheberschaft der Hefte

Im Laufe der Recherche meldete sich ein Mann beim Spiegel, der angeblich zusammen mit anderen unter dem Pseudonym der Autorin, Anni Kolvenbach, schreibt. Er habe das Geschichtsbuch geschrieben, aber nicht die Aufgabenhefte. Auch für die Zeichnungen sei er nicht verantwortlich. Der Kohl-Verlag hingegen behauptet das.

Wie viele der Hefte bereits verkauft wurden und im Unterricht zum Einsatz kommen, teilte der Verlag nicht mit. Die Hefte und Bücher sollen jetzt überarbeitet werden.


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